Immobilien

Verkäufe von Apollo und Waage in Emden ziehen sich hin

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 21.08.2020 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Die Verkäufe des ehemaligen Apollo-Kinos und der alten Stadtwaage im Zentrum von Emden werden noch dauern. Die Stadt hat die Frist, in der Angebote und Konzepte abgegeben werden können, noch einmal verlängert. Viel mehr gibt sie noch nicht preis.

Emden - Die Verkäufe des ehemaligen Apollo-Kinos und der alten Stadtwaage im Zentrum von Emden ziehen sich weiter hin. Die Frist, in der Interessenten Angebote und Nutzungskonzepte für beide denkmalgeschützte und stadtbildprägende Gebäude abgeben können, ist erneut verlängert worden. Sie läuft jetzt am 30. Oktober aus, teilte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit. Ursprünglich sollte sie schon im Mai beziehungsweise im Juni enden, war dann aber wegen der Corona-Krise zunächst bis zum 30. August verlängert worden.

Wie viele Bieter sich bislang schon für die Gebäude gemeldet haben, teilte die Stadt mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht mit. „Auch zu den Nutzungskonzepten können wir derzeit keine Auskunft geben“, so Stadtsprecherin Theda Eilers.

Im April gab es acht Bewerber für das Apollo

Für das Apollo-Kino werden neue Eigentümer gesucht. Archivbild: F. Doden
Für das Apollo-Kino werden neue Eigentümer gesucht. Archivbild: F. Doden
Im April hatte die Verwaltung noch mitgeteilt, dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits acht potenzielle Investoren für das Apollo-Kino beworben hatten. Das Bieterverfahren für dieses Gebäude war Anfang März eröffnet worden. An den Verkauf dieser Immobilie sind wegen der exponierten Lage in der Innenstadt und ihrer Bedeutung Bedingungen geknüpft.

Wichtigster Punkt ist eine möglichst nachhaltige, innenstadttypische und publikumsintensive Nutzung. Denkbar seien kulturelle oder gastronomische Angebote. Als Kaufpreis wurde der von einem Gutachterausschuss ermittelte Verkehrswert von 360 000 Euro aufgerufen.

Pläne für Kulturzentrum scheiterten

Die Stadt hatte das ehemalige Kino im Jahr 2012 für 450 000 Euro gekauft. Den Beschluss hatte der Rat damals mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und Grünen gegen heftigen Widerstand der anderen Fraktionen gefasst. Zuletzt war geplant, aus dem Apollo ein Kultur- und Veranstaltungszentrum zu machen. Ein Konzept dafür hatte eine Gruppe Kulturschaffender um den Emder Johannes „Urmel“ Meyering entwickelt. Die Umsetzung scheiterte an der Finanzierung.

Anders lief es bei der alten Stadtwaage am Neuen Markt. Die Stadt kaufte das viergeschossige Gebäude, das im Sanierungsgebiet der Innenstadt liegt, Anfang 2019 und nutzte ihr Vorkaufsrecht. Derzeit befinden sich noch ein Ein-Euro-Shop und Wohnungen in dem Haus. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es lange Zeit das Kaufhaus Ludwig Buß beherbergt.

Konzept soll zum Neuen Markt passen

Noch ist in der alten Stadtwaage in der Emder Innenstadt ein Ein-Euro-Laden untergebracht. Das könnte sich mit einem Investor ändern. Bild: Hanssen
Noch ist in der alten Stadtwaage in der Emder Innenstadt ein Ein-Euro-Laden untergebracht. Das könnte sich mit einem Investor ändern. Bild: Hanssen
Die Weichen für den Verkauf dieser Immobilie hatte der Rat im Frühjahr gestellt. So wie beim Apollo gibt es auch in diesem Verfahren einige Vorgaben für Interessenten. Ziel sei eine nachhaltige und innovative Nutzung, heißt es in den Unterlagen. Sie soll zum Neuen Markt passen. Konzepte aus den Bereichen Kultur, Dienstleistungen und Gastronomie sollen demnach höher bewertet werden als solche für allgemeines Wohnen.

Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte sich zuletzt im Februar öffentlich zu diesem Verfahren geäußert. Damals sagte er, es gebe schon „unheimlich viele Anfragen“ von Interessenten für das Gebäude. Entscheidend sei „nicht der Kaufpreis, sondern das Konzept“.

Für das Apollo und die alte Waage gilt das gleiche Verfahren. Nach dem Ablauf der Abgabefrist werden die Angebote gebündelt geöffnet und danach von der Stadtverwaltung anhand verschiedener Bewertungskriterien und eines Punktesystems geprüft und bewertet. In beiden Fällen sollen maximal fünf Investoren die Gelegenheit bekommen, ihre Konzepte im Rat vorzustellen.

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