Stadtentwicklung

Conrebbersweg: Vermarktung soll im nächsten Frühjahr starten

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 04.09.2020 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Die Planungen für das große und umstrittene Baugebiet Conrebbersweg-West in Emden kommen in die entscheidende Phase. Der Zeitplan der Stadt ist ehrgeizig.

Emden - Die Planungen für das große und umstrittene Baugebiet im Westen des Emder Stadtteils Conrebbersweg kommen in die entscheidende Phase. Wenn es nach dem ehrgeizigen Zeitplan der Stadtverwaltung geht, soll im nächsten Frühjahr mit der Vermarktung der ersten 100 von insgesamt 370 möglichen Grundstücken begonnen werden. Bis dahin sind aber noch einige Schritte in der sehr umfangreichen und komplexen Bauleitplanung notwendig.

Der zuständige Ausschuss des Emder Rates hat am Donnerstag nach mehr als zweistündigen Beratungen die erneute öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplans für das neue Viertel auf den Weg gebracht. Dieser Plan legt grob die Nutzungen des gesamten Areals fest. Es umfasst 35 Hektar. Das entspricht der Größe von etwa 50 Fußballfeldern.

Grüne sperren sich

Als einzige Fraktion stimmten die Grünen gegen die nächsten Schritte. Sie lehnen das Baugebiet ab, weil dadurch wertvolle Naturgebiete verloren gehen. Das räumt auch die Stadt Emden ein. Sie hält die Siedlungsentwicklung für vorrangig, um die Nachfrage nach Bauland in Emden bedienen, eine Abwanderung junger Familien ins Umland verhindern und Pendler in der Stadt ansiedeln zu können.

Der Zeitplan bis zur Vermarktung der ersten Grundstücke ist sportlich und wird von einigen Ratsmitgliedern angezweifelt, zumal sich die ehrenamtlich wirkenden Kommunalpolitiker durch Berge von Plänen, Gutachten und anderen Stellungnahmen arbeiten müssen.

Info-Veranstaltung im Oktober

Nach Angaben des zuständigen Fachbereichsleiters Rainer Kinzel ist vorgesehen, den Flächennutzungsplan vom 21. September bis zum 23. Oktober öffentlich auszulegen. In diesem Zeitraum können auch Bürger ihre Einwände äußern, Anregungen geben oder offene Fragen klären. „Wir wollen das Verfahren so transparent und diskussionsoffen wie möglich machen“, sagte Kinzel im Fachausschuss.

Dazu soll am 7. Oktober auch eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Nordseehalle dienen, bei der die Stadt den konkreten Bebauungsplan für den ersten Teilabschnitt im Norden des Baugebiets vorstellen will. Der Ratsbeschluss über diesen Bebauungsplan ist für Anfang des kommenden Jahres vorgesehen.

NLG sitzt mit im Boot

Als Partner für die Erschließung des ersten Abschnitts nimmt die Stadt die Niedersächsiche Landgesellschaft (NLG) mit ins Boot. Dieses landeseigene Unternehmen will die Baulandflächen erwerben, sich mit Ausgleichsflächen, Know-how und Kapital einbringen. Laut Kinzel hat das für die Stadt den Vorteil, dass sie finanziell nicht in Vorleistung gehen muss. Hinzu komme, dass die NLG über kompetente Fachleute für die Projektsteuerung verfüge. Der stadteigene Bau- und Entsorgungsbetrieb könne das gar nicht leisten. „Uns kann gar nichts besseres passieren, als mit der NLG zusammenzuarbeiten“, so Kinzel.

Die Vermarktung der Grundstücke bleibe aber in den Händen der Stadt und ihrer selbstständigen Einrichtung Stadtentwicklung Emden, die Flächen und Liegenschaften der Stadt verwaltet und vermarktet. Die Vergabe der Grundstücke an Interessenten soll nach bestimmten Kriterien erfolgen. Dabei sollen auch soziale und ökologische Aspekte eine Rolle spielen.

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