Denkmal

Emder Feuerschiff soll zum Weihnachtsmarkt im Delft liegen

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 30.09.2020 13:02 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Noch befindet sich das Emder Feuerschiff im Schwimmdock der EWD. Einiges muss noch erledigt werden. Der Verein der „Amrumbank“ ist aber zuversichtlich: Zum Engelkemarkt soll das Museumsschiff im Delft liegen.

Emden - Das Emder Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ soll noch in diesem Jahr in den Emder Delft einlaufen. Genauer: am 27. November. Und das mit einem „großen Fest“, kündigt Heinz-Günther Buß, Vorsitzender des Vereins zum Museumsschiff, an. Zwei niederländische Schlepper sollen der „Amrumbank“ in den Delft helfen, wo den Emdern einiges geboten werden soll. „Zwei namhafte Künstler werden ein Programm darbieten“, verrät Buß. Genauer möchte er darauf aber nicht eingehen. Sollte der Weihnachtsmarkt wie gewohnt eröffnen, sollen Besucher auf dem Museumsschiff Glühwein und Aal verzehren können. An Land wünschen sie sich eine Verkaufsbude, in der aus dem alten Feuerschiffholz gefertigte Artikel zu kaufen sein sollen.

Als die alten Holzplanken gehoben wurden, gab es eine böse Überraschung: Darunter war viel vergammelt. Die Planken mussten komplett ausgetauscht werden.
Als die alten Holzplanken gehoben wurden, gab es eine böse Überraschung: Darunter war viel vergammelt. Die Planken mussten komplett ausgetauscht werden.
Bis dahin ist aber noch viel zu tun: Seit Januar ist das Denkmal bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) zur Grundsanierung. Seitdem gab es für die Vereinsmitglieder einige Schockmomente: Bei genauer Betrachtung stellte sich heraus, dass das Schiff in viel schlechterem Zustand war als erwartet. So waren etwa Holzplanken durchgegammelt und die Korrosion hatte Löcher in das Schiff gefressen. Jetzt seien die Rohbau- und Stahlarbeiten zu etwa 85 Prozent abgeschlossen, sagt Walke Waalkes, Projektleiter bei der EWD. Bei der Elektrotechnik hätten sie aber „noch einiges auf dem Zettel“. Nach ersten Überlegungen, nur einen Teil zu erneuern, sei es dann doch sinnvoller gewesen, den größten Teil der Technik auszutauschen. „Aber nicht im Maschinenraum“, sagt Waalkes. Ansonsten gehe es noch an die Beschichtungsarbeiten.

Restaurant soll am 1. Februar öffnen

Im Restaurant ist zwar noch einiges Chaos, viel musste dort aber nicht gearbeitet werden.
Im Restaurant ist zwar noch einiges Chaos, viel musste dort aber nicht gearbeitet werden.
Wenn das Feuerschiff dann wieder im Delft liege, sei der Innenausbau aber noch nicht fertig, betont der Projektleiter. Die Vereinsmitglieder werden dann Hand anlegen. „Das Museum werden wir ehrenamtlich wieder einrichten“, sagt Buß. Drei Lastwagen voll an Artikeln würden derzeit noch im ehemaligen Emder Kraftwerk zwischengelagert. Weder Museum noch Restaurant werden also zum Weihnachtsmarkt eröffnen können. Das Restaurant solle am 1. Februar öffnen, kündigt der Vereinsvorsitzende an. Die Pächter hätten schon unterschrieben. In der Kombüse werden dann neue Elektrogeräte stehen. Das Museum soll ebenfalls um die Zeit mit Neuerungen eröffnen. „Wir arbeiten an einer neuen Konzeption“, sagt er. Die Besucher sollen mehr mitmachen dürfen. Details könne er noch nicht nennen.

Bei der Besichtigung des Feuerschiffes waren auch Emder Fraktionsvorsitzende an Bord: Maria Winter (SPD, Mitte), Friedrich Busch (FDP, rechts), Bernd Renken (Grüne) und Helmut Bongartz (CDU).
Bei der Besichtigung des Feuerschiffes waren auch Emder Fraktionsvorsitzende an Bord: Maria Winter (SPD, Mitte), Friedrich Busch (FDP, rechts), Bernd Renken (Grüne) und Helmut Bongartz (CDU).
Insgesamt sollen die Sanierungsarbeiten nun rund fünf Millionen Euro kosten. Der Großteil wird von Bund und Land gestemmt, aber auch die Stadt Emden und der Verein übernehmen Kosten. An die 25.000 Euro habe der Verein eingespart, weil Mitglieder bei Arbeiten auch selbst mitangepackt hatten. „Unsere Familien und Bekannten mussten ganz schön zurückstecken“, sagt Buß. Wenn das Werk erst einmal vollbracht sei, würden er und die anderen Mitglieder erst einmal wieder seit Monaten durchatmen können.

Zu Beginn waren die Kosten auf 4,4 Millionen geschätzt worden. Das Schiff hätte eigentlich – so der ursprüngliche Plan - schon im August wieder in den Delft zurückkehren sollen. Bei dem verschobenen Termin hatte kurz die Sorge bestanden, dass die Reparatur der Eisenbahnbrücke ein Einlaufen in den Delft unmöglich machen könnten. Diese Arbeiten sind aber nun aufs Frühjahr verschoben.

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