Verkehr

Emder Trogstrecke wird früher fertig – bleibt über Winter aber gesperrt

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 20.10.2020 16:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Seit Ende Juli wird die Emder Südumgehung saniert. Doch die Schäden in der Betonsohle des Trogs sind schlimmer als gedacht. Daher soll im Winter weitergearbeitet und die Strecke nicht vorübergehend geöffnet werden. Eine gute Nachricht gibt es aber.

Emden - Erst als der Beton offengelegt war, war klar: Die Schäden sind viel schlimmer als gedacht. Seit Juli wird die als Trogstrecke bekannte Südumgehung in Emden saniert. Ursprünglich war angedacht, dass der erste Abschnitt von vier im Herbst dieses Jahres fertiggestellt sein und die Strecke vorübergehend im Winter wieder für den Verkehr geöffnet werden sollte. Jetzt soll aber – soweit es die Temperaturen zu lassen – durchgearbeitet werden. Eine Freigabe für den Verkehr ist ausgeschlossen. Und: Die Straße Am Delft, auf die während der Sperrung viele Autofahrer ausweichen, könne damit definitiv nicht für den Weihnachtsmarkt gesperrt werden, so Stadtbaurat Andreas Docter.

Seit Juli ist die Trogstrecke für den Verkehr gesperrt. Das wird auch jetzt erst einmal so bleiben.
Seit Juli ist die Trogstrecke für den Verkehr gesperrt. Das wird auch jetzt erst einmal so bleiben.
Nach dem Abtragen des Asphalts und weiterer Schichten waren zum Teil breiten Risse in der Betonsohle des Trogs sichtbar geworden. „Die Risse müssen schon während der Baumaßnahmen vor etwa 50 Jahren entstanden sein“, sagte Nils Anderson, Leiter des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE). Die Schäden waren damals aber nicht dokumentiert worden. Der Grund für die Risse findet sich wohl in den Querfugen, die zwischen die 15 Meter langen Betonblöcken eingelassen sind. „Die Fugen sind nicht sachgerecht – eigentlich müssen die elastisch sein“, erklärt Herbert Buß, Abteilungsleiter des BEE-Baubetriebs. In diesem Fall sei aber keinerlei Flexibilität gegeben gewesen. Die Folge: Weil sich Beton bei Kälte zusammenzieht und bei Hitze ausdehnt, waren die langen Risse entstanden. In einige Fugen ist Wasser eingetreten.

Arbeiten schon Ende 2021 beendet?

Seit Juli ist die Trogstrecke für den Verkehr gesperrt. Das wird auch jetzt erst einmal so bleiben.
Seit Juli ist die Trogstrecke für den Verkehr gesperrt. Das wird auch jetzt erst einmal so bleiben.
Diese Schäden müssen erst einmal behoben werden, bevor die Betonsohle unter anderem asphaltiert und für den Verkehr freigegeben werden kann, so Docter. Temperaturen von mindestens fünf Grad sind dafür nötig. Aber: Selbst wenn es frieren sollte und die Arbeiten aussetzen sollten, werde die Strecke nicht vorübergehend freigegeben. „Auf der Betonplatte darf man nicht fahren“, betont Buß. Das dürfte die an die 40000 Auto- und insbesondere Lastwagenfahrer ärgern, die sonst wöchentlich eine der Hauptverkehrsadern der Stadt und wichtige Verbindung zum Außenhafen nutzen.

Gute Nachrichten gibt es aber auch: Die Arbeiten könnten schon Ende 2021 so weit abgeschlossen sein, dass der Verkehr wieder rollen kann, sagt Docter. Ursprünglich war 2022 als Datum genannt worden. Schon jetzt werden erste Arbeiten an einer Fahrseite der Straße Zur Alten Brikettfabrik durchgeführt, was als eigener Bauabschnitt geplant war. Auch hatte die Sanierung, anders als geplant, im westlichen, längeren Abschnitt des Trogs begonnen. Sobald diese beendet ist, was nun fürs Frühjahr angedacht ist, kann der östliche Abschnitt angegangen werden. „Da machen wir schon vorbereitende Arbeiten“, so Buß. Außerdem seien sie auf dem dann kürzeren Abschnitt ja schon auf die sicher auch dort gerissene Betonsohle vorbereitet.

Für den zweiten Bauabschnitt soll eine alte Stichstraße ertüchtigt werden, damit die Fahrzeuge weiterhin zur Straße Zur Alten Brikettfabrik und den dortigen Firmen gelangen können. Da die Stichstraße über Bahngleise führt, war es noch wacklig gewesen, ob die Deutsche Bahn einen provisorischen Bahnübergang einrichten würde. Nun habe es aber grünes Licht gegeben, so Docter.

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