Fußball
Emmerling wird Hinteraner und will bei Kickers bleiben
Noch hat Stefan Emmerling keinen neuen Vertrag in Emden unterschrieben. Doch alles deutet auf eine Verlängerung hin. Derweil wird der Trainer in Hinte heimisch. Dort probierte er nun eine Wintersport-Disziplin aus.
Emden/Hinte - Der Trainervertrag des Ex-Fußballprofis Stefan Emmerling beim Oberligisten BSV Kickers Emden läuft im Sommer aus. Doch alles andere als eine Verlängerung des Kontraktes wäre ein Wunder. „Es laufen Gespräche. Und ich habe nicht im Kopf, hier die Zelte abzubrechen“, sagt der Trainer klipp und klar. Im Gegenteil, der Kickers-Trainer und seine Frau Simone haben sogar ein altes Haus in Hinte gekauft. Der Bochumer ist also mittlerweile zum Ostfriesen geworden und strebt nun die dritte Saison beim Oberligisten an.
Am vergangenen Winterwochenende steigerte sich seine Begeisterung für die neue Heimat noch einmal beträchtlich. „Es war traumhaft schön.“ Der Trainer und seine Frau schnallten sich auf dem Hinter Tief sogar die Schlittschuhe an. „Die Menschen auf dem Eis hatten alle tolle Laune. So etwas braucht man in dieser Zeit.“ Und sollte der nächste Winter ähnliche Freuden bereiten, will der Fußballer seinen Eislauf-Radius sogar erweitern. „Dann werde ich mir richtige Langlaufschlittschuhe besorgen.“
Nur Spiele mit Zuschauern
Der Coach befindet sich offenbar ganz auf Ostfriesland- und auf Kickers-Kurs. Mit den Spielern soll in den nächsten Wochen die Zukunft geklärt werden. „Wir werden nun konkret in die Personalplanungen einsteigen.“
Derzeit fällt es allerorten noch schwer, sich detaillierte Vorstellungen von rollenden Bällen und jubelnden Kickern zu machen. Auch Stefan Emmerling wagt keine Prognose, wann in der Oberliga der Wiederanpfiff ertönt. Doch für den Fall der Fälle hat er klare Vorstellungen: „Spiele in der Oberliga machen nur Sinn, wenn Zuschauer erlaubt sind.“ Ansonsten hätten die Vereine wieder Personal und Fahrtkosten, aber Null Einnahmen.
Spieler halten sich individuell fit
Derzeit halten sich die BSV-Spieler auf individuelle Weise fit. „Da haben wir eine feste Abmachung“, sagt Stefan Emmerling. Der Coach verlangt Nachweise per Whatsapp und stellte für die vergangenen und nächsten Wochen drei Betätigungsfelder zur Wahl: Schlittschuhlaufen, Tennisspielen oder Joggen. „Es zählt alles.“ Tatsächlich gibt es auch beim BSV Kickers Schöfel-Freunde. „Holger Wulff war zuletzt auf Schlittschuhen unterwegs.“
Die Funktionäre von Verein und Verband bereiten sich derweil auf den Neu-Start vor. So müssen die Klubs bis zum heutigen Dienstag ihre Meinung zu drei vorgeschlagenen Modellen der Saisonfortsetzung mitteilen.
Trainer schließt Abbruch nicht aus
Modell 1 ist die einst vom Verband bevorzugte, aber von den Vereinen bereits abgeschmetterte Variante. Danach würden nach der Hinrunde die drei Erstplatzierten beider Staffeln um den Aufstieg spielen. Die anderen 14 Teams müssten in zwei Siebener-Gruppen die Absteiger ermitteln. Bei dieser Option würde sich der BSV Kickers (aktuell Rang vier) in der Abstiegsrunde wiederfinden.
Kickers und viele andere Vereine favorisieren das Modell einer einfachen Hinrunde mit anschließender Aufstiegsrunde, für die sich – wie vor der Saison festgelegt – die ersten Fünf der Staffeln qualifizieren. Danach müsste Kickers neben dem ausstehenden Hinrundenspiel in der Aufstiegsrunde die vier Rückrundenpartien gegen die Staffel-Gefährten sowie die zehn Begegnungen gegen die Klubs aus der Parallelstaffel bestreiten. Schließlich gibt es die Variante, nur noch die Rückrunde in den 10er-Staffeln zu absolvieren. Die beiden Ersten kämpfen am Ende um Meisterschaft und Aufstieg.
Stefan Emmerling schließt aber auch den Abbruch der Saison nicht mehr aus. Bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz erwartet er eine Vorentscheidung für die Fußballsaison. „Wir alle warten jetzt auf den 7. März.