Tourismus

Damit sich im Ditzumer Hafen alle wohlfühlen

| | 14.08.2021 08:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Hafen von Ditzum hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem Touristenmagneten entwickelt. Das sorgt mitunter für Konfliktpotenzial mit den anderen Nutzungen. Foto: Wolters
Der Hafen von Ditzum hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem Touristenmagneten entwickelt. Das sorgt mitunter für Konfliktpotenzial mit den anderen Nutzungen. Foto: Wolters
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Der Kutterhafen in Ditzum soll attraktiver werden. Weil die Förderung eines Rahmenplans abgelehnt wurde, hatte die Gemeinde das Vorhaben verschoben. Überraschend kann es jetzt doch realisiert werden.

Was und warum

Darum geht es: Touristen, Fischer und andere gewerbliche Nutzung kommen sich am Hafen von Ditzum manchmal ins Gehege. Ein Rahmenplan soll für eine gesunde Balance sorgen.

Vor allem interessant für: Alle, die den Ditzumer Hafen gerne besuchen oder dort arbeiten.

Deshalb berichten wir: Zunächst sah es so aus, als müsste das Projekt Hafenentwicklung verschoben werden. Jetzt hat sich das Blatt überraschend gewendet. Es gibt nun doch einen Zuschuss für das Projekt.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Ditzum - Coronabedingt gibt es in diesem Jahr kein Hafenfest in Ditzum. „Gefühlt ist hier aber im Moment jeden Tag Hafenfest“, sagt Ortsvorsteher Konrad Kruse. Dort brummt es: Der Hafen lockt Scharen von Urlaubern und Tagestouristen an. Die einen steuern die Tourist-Info an, wollen im Fischhaus lecker essen gehen oder einfach den Blick auf die Kutter im genießen. Doch das sorgt manchmal für auch Probleme.

Die Mitarbeiter der Bültjer-Werft, die Krabbenfischer und das Personal der Ems-Fähre sind nicht zum Vergnügen im Hafen. Sie gehen dort ihrer Arbeit nach. Daher gibt es durchaus Konfliktpotenzial zwischen Tourismus, gewerblicher Nutzung und Fischerei. In den kommenden Monaten soll für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Hafens ein Rahmenplan erstellt werden.

Jetzt gibt es doch Geld

Im Hafen von Ditzum sind nicht nur Krabbenkutter zu Hause. Auch das Fahrgastschiff „Dollard“ hat dort seinen Liegeplatz. Foto: Gettkowski
Im Hafen von Ditzum sind nicht nur Krabbenkutter zu Hause. Auch das Fahrgastschiff „Dollard“ hat dort seinen Liegeplatz. Foto: Gettkowski
Dabei hatte man dieses Vorhaben bei der Gemeinde Jemgum Anfang des Jahres eigentlich schon zu den Akten gelegt und auf die nächsten Jahre verschoben. Nun stehen überraschend doch Mittel für das Projekt bereit. Wie Bürgermeister Hans-Peter Heikens jetzt in einer Pressemitteilung erklärte, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Fördergeld aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifond zur Verfügung gestellt.

Die Gemeinde Jemgum hatte für die Erstellung eines Rahmenplanes für den Hafen Ditzum Ende vergangenen Jahres einen Förderantrag bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingereicht. Gesamtkosten für den Plan: 65.000 Euro. 85 Prozent davon, also gut 55.000 Euro, sollten aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds kommen, den Rest sollte die Gemeinde selber übernehmen. „Der Eigenanteil der Gemeinde ist im Haushalt 2021 schon eingeplant, so dass dem Vorhaben nichts entgegen steht“, sagt der Ortsvorsteher.

Sieben Fischereibetriebe

Anfang des Jahres sah es noch anders aus, nachdem festgestellt worden war, dass der Fördertopf überzeichnet war. Die Gemeinde musste daraufhin ihren Antrag zurückstellen. „Das haben wir zwar mit knirschenden Zähnen getan, aber wir sind immer dran geblieben. Umso mehr freue ich mich, dass dieser Einsatz belohnt wird und uns nun doch noch Mittel aus Brüssel bewilligt wurden“, betont Bürgermeister Hans-Peter Heikens.

Der heutige Kutterhafen beheimatet laut Heikens insgesamt sieben Fischereibetriebe, die fest im Ort verankert seien. Zudem werde der Hafenbereich durch die Bültjer-Werft, auf der östlichen Seite durch die Steganlage des SV Boreas Ditzum sowie durch die touristische Nutzung geprägt. Die Infrastruktur im Fischereihafen stammt aus dem Ende der 1980er Jahre. Sie muss dringend modernisiert werden. „Das gilt für die gesamte Stromversorgung, die Wasserversorgung, das gilt aber vor allem auch für die verkehrlichen Flächen und die Spundwände“, so der Verwaltungschef.

Ditzum ist kein Museumshafen

Ditzum ist wegen seiner Beschaulichkeit bei Urlaubern und Tagestouristen beliebt. Foto: Gettkowski
Ditzum ist wegen seiner Beschaulichkeit bei Urlaubern und Tagestouristen beliebt. Foto: Gettkowski
Annegret Bommelmann, Vorsitzende des Verkehrsvereins Ems-Dollart (VVED), hält es für wichtig, dass bei dem Rahmenplan die unterschiedlichen Belange berücksichtigt werden. „Wir haben hier keinen Museumshafen. Hier wird gearbeitet. Gerade diese Lebendigkeit macht die Attraktivität aus“, macht die Ditzumerin deutlich. Berücksichtigt werden müssten bei dem Rahmenplan aber auch die örtlichen Belange der Ditzumer. „Es muss eine gesunde Balance zwischen gewerblicher Nutzung, Fischerei und Tourismus gefunden werden.“

Nach den Worten des Ortsvorstehers müsse bei dem Rahmenplan auch der Klimawandel berücksichtigt werden. „Wir werden uns auch mit der Erhöhung der Deiche beschäftigen müssen.“ Nach der jetzigen Planung soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, in der Vertreter der Politik, der Deich- und Sielacht, des Tourismus und der am Hafen ansässigen Betriebe mitwirken.

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