Tourismus
Damit sich im Ditzumer Hafen alle wohlfühlen
Der Kutterhafen in Ditzum soll attraktiver werden. Weil die Förderung eines Rahmenplans abgelehnt wurde, hatte die Gemeinde das Vorhaben verschoben. Überraschend kann es jetzt doch realisiert werden.
Was und warum
Darum geht es: Touristen, Fischer und andere gewerbliche Nutzung kommen sich am Hafen von Ditzum manchmal ins Gehege. Ein Rahmenplan soll für eine gesunde Balance sorgen.
Vor allem interessant für: Alle, die den Ditzumer Hafen gerne besuchen oder dort arbeiten.
Deshalb berichten wir: Zunächst sah es so aus, als müsste das Projekt Hafenentwicklung verschoben werden. Jetzt hat sich das Blatt überraschend gewendet. Es gibt nun doch einen Zuschuss für das Projekt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Die Mitarbeiter der Bültjer-Werft, die Krabbenfischer und das Personal der Ems-Fähre sind nicht zum Vergnügen im Hafen. Sie gehen dort ihrer Arbeit nach. Daher gibt es durchaus Konfliktpotenzial zwischen Tourismus, gewerblicher Nutzung und Fischerei. In den kommenden Monaten soll für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Hafens ein Rahmenplan erstellt werden.
Jetzt gibt es doch Geld
Die Gemeinde Jemgum hatte für die Erstellung eines Rahmenplanes für den Hafen Ditzum Ende vergangenen Jahres einen Förderantrag bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingereicht. Gesamtkosten für den Plan: 65.000 Euro. 85 Prozent davon, also gut 55.000 Euro, sollten aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds kommen, den Rest sollte die Gemeinde selber übernehmen. „Der Eigenanteil der Gemeinde ist im Haushalt 2021 schon eingeplant, so dass dem Vorhaben nichts entgegen steht“, sagt der Ortsvorsteher.
Sieben Fischereibetriebe
Anfang des Jahres sah es noch anders aus, nachdem festgestellt worden war, dass der Fördertopf überzeichnet war. Die Gemeinde musste daraufhin ihren Antrag zurückstellen. „Das haben wir zwar mit knirschenden Zähnen getan, aber wir sind immer dran geblieben. Umso mehr freue ich mich, dass dieser Einsatz belohnt wird und uns nun doch noch Mittel aus Brüssel bewilligt wurden“, betont Bürgermeister Hans-Peter Heikens.
Der heutige Kutterhafen beheimatet laut Heikens insgesamt sieben Fischereibetriebe, die fest im Ort verankert seien. Zudem werde der Hafenbereich durch die Bültjer-Werft, auf der östlichen Seite durch die Steganlage des SV Boreas Ditzum sowie durch die touristische Nutzung geprägt. Die Infrastruktur im Fischereihafen stammt aus dem Ende der 1980er Jahre. Sie muss dringend modernisiert werden. „Das gilt für die gesamte Stromversorgung, die Wasserversorgung, das gilt aber vor allem auch für die verkehrlichen Flächen und die Spundwände“, so der Verwaltungschef.
Ditzum ist kein Museumshafen
Nach den Worten des Ortsvorstehers müsse bei dem Rahmenplan auch der Klimawandel berücksichtigt werden. „Wir werden uns auch mit der Erhöhung der Deiche beschäftigen müssen.“ Nach der jetzigen Planung soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, in der Vertreter der Politik, der Deich- und Sielacht, des Tourismus und der am Hafen ansässigen Betriebe mitwirken.