Kommunalwahl 2021
Welche Schwerpunkte haben die Krummhörner Parteien?
Die Ostfriesen-Zeitung hat alle in der Krummhörn zur Wahl stehenden Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber um ihre Schwerpunkte gebeten. Zwei Parteien hüllen sich in Schweigen.
Krummhörn - Acht Parteien und zwei Einzelbewerber stehen bei der Kommunalwahl am 12. September in der Krummhörn zur Wahl. Die Ostfriesen-Zeitung wollte gerne von den Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerbern wissen, was die jeweiligen Schwerpunkte sind.
Die Parteien waren aufgefordert, ihre Hauptaussagen zu den Kategorien Bildung, Soziales, Umwelt und Wirtschaft/Tourismus mitzuteilen. Einzige Bedingung war: Die Antworten durften 410 Zeichen inklusive Leerzeichen nicht überschreiten. Waren die Antworten länger, wurden diese von hinten weggekürzt. Alle Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber antworteten – mit Ausnahme von AfD und Die Basis. Daher fehlen beide in der nachfolgenden Übersicht, obwohl sie mit jeweils einem Kandidaten in der Krummhörn antreten.
Bildung
Die Antworten in dieser und den weiteren Kandidaten werden in Reihenfolge der Wahlübersicht der Gemeinde Krummhörn dargestellt.
SPD: Ausbau des Ganztagsangebotes in Krippen- und Kindergartengruppen sowie Grundschulen und Einführung eines Qualitätsmanagements. Neubau eines Bildungszentrums in Jennelt. Eigene Vorschulbildung anbieten und ein Kinder- und Jugendparlament einführen. Chancengleichheit für alle Menschen. Kooperation mit Ausbildungsmarktpartnern.
CDU: Die CDU Krummhörn steht für den Erhalt der 4 örtlichen Grundschulen. Wir sehen einen sehr hohen Lerner folg durch die kleinen Klassen in den Grundschulen und möchten das Erhalten. Die frühkindliche Förderung in Krippen und Kindergärten wollen wir weiter unterstützen. Ebenso den Erhalt und die Förderung der IGS in unserer Gemeinde, mit der Möglichkeit ohne große Wege bis zum Abitur zu kommen.
Grüne: Neben dem bedarfsgerechten Ausbau von Kita- und Krippenplätzen setzen wir uns für eine lernfördernde und jugendgerechte Ausstattung von Gebäuden und Außenanlagen ein. Wir unterstützen die Bestrebungen für einen Neubau der Grundschule Jennelt unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzeptes der Grundschule. Ökologische Aspekte müssen bei der Bauplanung Berücksichtigung finden.
FBL: Wichtigstes Ziel ist der Erhalt aller 4 Grundschulstandorte, falls nötig in Kooperation mit Nachbargemeinden. Weiterhin wichtig ist der Ausbau der Kinderbetreuung durch Tagesmütter neben den Kindergärten und Krippen, dazu soll in der Krummhörn die Ausbildung von Tagesmüttern ermöglicht werden. Bei einer Erneuerung der Schule in Jennelt müssen sowohl die fachlichen als auch wirtschaftliche Belange berücksich
SWK: Um hier unseren Kindern die besten Möglichkeiten zu bieten, müssen im Rahmen der Fördermöglichkeiten vom Land und Bund die Schulen/Bildungseinrichtungen im Bereich digitale Ausstattung aufgerüstet werden. Das ist ein Garant für unsere Kinder im Wettbewerb mit zu halten. Die Schulen müssen mit Blick auf den finanziellen Spielraum /Möglichkeiten, nach und nach saniert werden. Standortsicherung der Schulen.
KLG: Die Krummhörner Liste Greetsiel (KLG) will sich für den Erhalt von Kindergärten und Schulen einsetzen. Die Kindergartengebühren sollen überprüft und nach Möglichkeit gesenkt werden.
Einzelbewerber Garrelt Berg: Krippenplätze schaffen. Neubau Jennelt. Ganztagsbetreuung. Kostenlose Nutzung von Sporthallen. Installation von WLAN in den Dorfgemeinschaftshäusern. Mehr Wertschätzung für Alleinerziehende.
Einzelbewerberin Martina Hilbig-Arlt: Schulen sollten für Kinder gut erreichbar sein. Dazu gehören regelmäßige Busverbindungen, die es auch am Nachmittag geben sollte, damit sie in Vereinen mit anderen Zeit verbringen können. Wir müssen in die Bildung investieren und dazu gehört die Unterstützung von Vereinen. Kinder von Geringverdienern sollten hier die gleichen Möglichkeiten haben. Nicht ist für sie schlimmer, als ausgegrenzt zu werden.
Soziales
CDU: Für uns ist bezahlbarer Wohnraum für Einheimische, insbesondere für junge Familien, sehr wichtig. Wir möchten das junge Menschen in der Krummhörn bleiben. Für eine kinderfreundliche Gemeinde möchten wir Kindergärten weiter fördern und entwickeln. Auch die Förderung von zukünftigen Projekten in der Jugendarbeit ist uns sehr wichtig. Das Ehrenamt und die Vereinsarbeit, wie auch die Feuerwehren möchten wir mit
Grüne: Es gibt in der Gemeinde einen großen Bedarf an Mietwohnraum, der bezahlbar ist. Wir wollen dass die Gemeinde mit Nachbarkommunen eine kommunale Wohnungsbaugenossenschaft gründet. Hierdurch kann erreicht werden, dass Wohnen und Arbeiten in der Krummhörn auch für diejenigen ermöglicht wird, die nicht über hohe Einkommen verfügen und sich deshalb kein Eigenheim bauen können oder wollen.
FBL: Wichtig ist uns die Förderung der Jugend und die Teilhabe der Senioren. Dazu muss einerseits die Jugendpflege der Krummhörn wiederbelebt werden (Jugendhaus), und zum anderen das Vereinswesen in der Krummhörn deutlicher gefördert werden. Wichtig ist uns der Erhalt und die Förderung der dörflichen Strukturen, und der Erhalt unserer Traditionen. Unsere Vereine sind der Kitt der unsere Dorfstrukturen zusammenhält.
SWK: Dazu gehören für uns, der stetige Ausbau der Medizinischen Versorgung/Ärztehaus (Antrag der SWK) in der Gemeinde, durch Überprüfung der Bedarfsanalyse, die Standort Sicherung für junge Menschen im Bereich Grundstücke und Freizeitangebote, die Möglichkeit schaffen in seiner Ortschaft auch noch im Alter eigenständig leben zu können. Zentrales Stichwort ist hier u.a. der Bürgerbus / Barrierefreie Angebote.
KLG: Wir wollen uns für bezahlbaren, alters- und behindertengerechten Wohnraum für Einheimische einsetzen. Auch Beschäftigte, unter anderem im Bereich Tourismus oder Gastronomie, sollen nicht nur in Greetsiel arbeiten, sondern auch dort wohnen, einkaufen, zum Arzt gehen und ihre Kinder in den Kindergarten und in die Schule schicken können. Dadurch stärken wir auch das Vereinsleben.
Einzelbewerber Garrelt Berg: Bezahlbarer Wohnraum für alle. Mehr Wertschätzung für Pflegepersonal. Keine längeren Öffnungszeiten in den Läden. Die Feuerwehr mehr Wert schätzten, die sind wichtig für uns und unsere Dörfern.
Einzelbewerberin Martina Hilbig-Arlt: Mir ist es wichtig, dass Einheimische bezahlbaren Wohnraum finden. Mittlerweise findet die Gastronomie kein oder fast kein Personal mehr und einer der Gründe ist, dass bezahlbarer Wohnraum fehlt. Auch für ältere Menschen, die Rente beziehen, ist es kaum noch möglich, ohne Hilfe über die Runden zu kommen. Sie müssen meistens außerhalb wohnen und kommen somit kaum raus. Hier würde ein Anrufbus helfen.
Umwelt
CDU: Die Krummhörn ist für Ihr gutes Klima bekannt und wir möchten, dass dieses so bleibt. Zukünftige Industriebauten, auch bei unseren Nachbarn, wollen wir nach unseren Möglichkeiten kritisch hinter fragen. Wasserstoff, Windkraft und Photovoltaik sind wichtige Energiequellen, als Gemeinde sehen wir hier ein sehr großes Potential. Wir wollen die erneuerbare Energiegewinnung in der Gemeinde fördern. Wir sind offen
Grüne: Das Handeln von Rat und Verwaltung der Gemeinde Krummhörn muss unter Klimavorbehalt gestellt werden. Dafür ist im Rathaus die Stelle eines Klimaschutzmanagers einzurichten. Das Beratungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Klima- und Umweltschutz soll durch diese Stelle abgedeckt werden. Wir wollen den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Einführung einer Baumschutzsatzung.
FBL: Das Klima wird DAS Thema der nächsten Dekaden sein. Wir werden ALLES dafür tun müssen um den Klimawandel so weit es noch geht abzuschwächen. Dazu gehört auch, dass wir die WKA–Standorte insbesondere die Einzelstandorte erhalten müssen. Weiterhin setzen wir uns für den Erhalt unserer offenen Marschlandschaft ein, und sehen jede weitere Versiegelung skeptisch. „Jung kauft Alt“ ist der richtige Weg.
SWK: Unsere Krummhörn gilt von jeher als Kultur Landschaft mit Mehrwert. Unsere natürliche Ressource Wind steht hier besonders im Vordergrund, mit Repowering von Windkraftanlagen mit Beteiligung der Gemeinde und der Bürger, um hier notwendige Einnahmen zu generieren. Weiterer Punkt ist der Ausbau von E-Ladesäulen im Gemeindegebiet, Fuhrpark Umstellung der Fahrzeuge, sowie die Sensibilisierung der Mitbürger.
KLG: Zwar kann man auf lokaler Ebene keine Flüge verbieten und andere einschneidenden Maßnahmen umsetzen. Wir wollen uns aber für einen vernünftigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einsetzen und zum Beispiel Umweltprojekt von Schulen unterstützen.
Einzelbewerber Garrelt Berg: Erneuerbare Energie ja, aber mit Rücksicht auf die Bürger. Mehr Ladesäulen in der Gemeinde. Weniger ausbringen von Gülle. Solar weiter ausbauen. Hundewiesen in den Dörfern anlegen, die entlasten die Wege und Straßen. Vor einer Erweiterung des Wassertourismus sollten Maßnahmen zur Ausbesserung und zum Erhalt der Ufer getroffen werden.
Einzelbewerberin Martina Hilbig-Arlt: Ich bin für einen Stopp von Lückenbebauung. Wir verbauen unsere schöne Landschaft und zerstören somit unser Kapital. Ein noch wichtigerer Punkt ist, dass wir mit allen Mitteln versuchen müssen, ein Atomkraftwerk und weitere Industrie in Eemshaven zu verhindern.
Wirtschaft/Tourismus
CDU: Wir möchten kleine- und mittelständige Betriebe fördern die Erschließung von Flächen in z. B. Gewerbegebieten und für Gewerbebetreibende unterstützen. Eine solide Haushaltspolitik ist uns sehr wichtig. Wir wollen Ausgaben auch weiterhin kritisch hinterfragen. Grade die Zukunft, auch im Hinblick auf den Klimawandel werden von wichtiger Bedeutung, sein, einen soliden Haushalt aufweisen zu können.
Grüne: Wir wollen den sanften Tourismus entwickeln. Attraktive ÖPNV-Angebote im Takt des DB-Fahrplans fördern den Fahrrad- und Wandertourismus. Ein Radverkehrskonzept soll auf die Belange von Touristen und Einheimischen zugeschnitten sein. Das Rast- und Verpflegungsangebot z.B. auf Bauernhöfen sollte entwickelt werden. Paddel- und Pedalstationen sowie Ladepunkte für Elektrofahrräder müssen ausgebaut werden.
FBL: Unser Ziel: Klasse statt Masse! Alle 19 Dörfer müssen vom Tourismus profitieren. Kein weiterer Ausbau der Betten in Greetsiel. Statt dessen Ausbau der Qualität des Tourismus. Der Zustand vieler Radwege und Wirtschaftswege ist ein Armutszeugnis dieser Gemeinde. „Die Krummhörn – die Gemeinde der liegengelassenen Dinge“ heißt es oft- da ist was dran, wir wollen das ändern, auch mit unserem neuen Bürgermeister
SWK: Wir brauchen eine konsequente Entzerrung des Massentourismus, durch die wirtschaftliche Abwägung zwischen Nutzen/Verträglichkeit, für Einheimische, die Gewerbetreibenden und unsere Gäste. Dazu sollte auch eine Beschränkung, für Ferienhaus Neubauten gehören. Die Gewerbegebiete können nur erweitert werden und sind für Firmen interessant, wenn die digitale Infrastruktur ausgebaut wird. (Schnelles Internet)
KLG: Greetsiel soll seinen Wiedererkennungswert behalten und nicht noch weiter zum „Rummelplatz“ werden. Auch für die Fischerei und wir eine verbesserte Lebensqualität wollen wir uns einsetzen. Arbeitsplätze sollen erhalten und neue geschaffen werden. Die Krummhörn muss flächendeckend mit Breitband-Internet versorgt werden. Der Kulturbetrieb muss wieder aufgebaut und Veranstaltungsräume erhalten bleiben.
Einzelbewerber Garrelt Berg: Greetsiel entlasten und mehr auf die Dörfer verteilen. Mehr kulturelle Angebote in den Dörfern. Mehr Sitzgelegenheiten mit Unterständen schaffen in den Feldwegen. Radwege weiter ausbauen, Fahrrad- und Wirtschafswege erneuern. Bürgerbus für alle. Mehr auf barrierefreie Wege und Einrichtungen achten.
Einzelbewerberin Martina Hilbig-Arlt: Gerade durch die Corona-Pandemie haben die Gastronomie und die Wirtschaft zu kämpfen. Wir müssen unterstützen, damit die Betriebe erhalten bleiben. Im Moment läuft es gut, aber viele vergessen, welche schwere Zeit hinter der Branche liegt und wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Ein weiteres Ziel muss ein gutes Wegenetz sein. Wir werben mit Fahrradtourismus und verdienen Geld durch den Tourismus.