Kommunalwahl
Junger Kandidat mit viel politischer Erfahrung
Uwe Sap ist der einzige der vier Bürgermeisterkandidaten in Bunde, der bereits über kommunalpolitische Erfahrung verfügt. Sollten sich die Wähler für ihn entscheiden, bliebe das Amt in der Familie.
Bunde - Das Familienzentrum Bunde hat Uwe Sap sich als Treffpunkt für unser Gespräch ausgesucht. Es ist zwar nicht sein Lieblingsplatz in der Gemeinde. „Aber ein Ort, der die Verbundenheit und die starke Gemeinschaft in der Gemeinde ausdrückt.“ Wie das Familienzentrum will auch Sap für alle Bunder da sein: für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und für Senioren. Der 38-Jährige tritt bei der Bürgermeisterwahl am 12. September als Kandidat der SPD an – und will Nachfolger seines Vaters werden. Gerald Sap hatte dieses Amt seit 22 Jahren inne.
Die CDU hatte Anstoß daran genommen, dass das Bürgermeisteramt quasi in der Familie bleiben soll. Diese Kritik prallt an Uwe Sap ab. „Die Leute sollen mich wegen meiner Ideen wählen, die ich einbringe, nicht weil ich der Sohn von jemandem bin“, stellt er unmissverständlich klar.
Animiert von Helmut Collmann
Allerdings macht er keinen Hehl daraus, dass sein Vater, aber auch die Familie allgemein ihn politisch geprägt haben. „Bei uns zu Hause wurden immer viele politische Gespräche geführt“, blickt Sap, der in Wymeer aufgewachsen ist, in seine Kindheit zurück. Während Altersgenossen sich für Fußball begeistern konnten, habe er seinen Vater öfter zu politischen Veranstaltungen begleitet. „Ich fand das interssant und viele Leute kenne ich aus dieser Zeit.“ Schon im Alter von 15 Jahren sei er in die SPD eingetreten. „Helmut Collmann hat mich animiert.“ Der charismatische Westoverledinger war lange Jahre Landtagsabgeordneter der SPD und Präsident der Ostfriesischen Landschaft.
Sap ist in die Politik hineingewachsen und auch der einzige der vier Bewerber um das Bürgermeisteramt, der schon kommunalpolitische Erfahrung hat. Seit 2011 arbeitet er im Vorstand des SPD-Ortvereins Bunde mit, 2017 übernahm er dessen Vorsitz. Sap ist seit 2016 Mitglied im Gemeinderat Bunde, Vorsitzender der SPD-Fraktion und stellvertretender Bürgermeister. Geht es also weiter wie bisher, wenn er zum Bürgermeister gewählt werden sollte?
Eine neue Ausschusskultur
„Nein, ich bin ein ganz anderer Typ als mein Vater, habe andere Themen.“ Und auch andere Vorstellungen von Transparenz und Informationspolitik. „Ich möchte in allen Ortsteilen regelmäßige Bürgerversammlungen veranstalten.“ Dort soll über politische Entscheidungen informiert werden und es sollen Anregungen von Bürgern mitgenommen werden. Auch eine neue Ausschusskultur solle nach seinen Vorstellungen ins Rathaus einziehen. „Sitzungen müssen vom Nachmittag in die Abendstunden verlegt werden. Sonst haben Berufstätige keine Möglichkeit, daran teilzunehmen.“ Uwe Sap selbst arbeitet als strategischer Einkäufer bei der Meyer-Werft und ist dort auch im Betriebsrat. Gelernt hat der den Beruf des Kommunikationselektronikers bevor er in Wilhelmshaven Wirtschaftsingenieurwesen studierte.
Perspektiven möchte er auch für junge Menschen in Bunde eröffnen. „Zum Beispiel durch ein Jugendparlament.“ Viele Entscheidungen der Gemeinde würden die Zukunft der Jugend von heute mitbestimmen. „Ich finde wichtig, dass sie gehört werden und mitreden können“, sagt Uwe Sap, der selbst Vater ist. Er hat zwei Töchter im Alter von sieben und zehn Jahren und einen fünf Monate alten Sohn. Die Familie unterstützt seine Kandidatur, auch aktiv. Seine Wahlprospekte und seine Webseite hat nicht etwa ein Werbeprofi gestaltet und formuliert. „Die Texte und die Gestaltung habe ich gemeinsam mit meiner Frau selbst gemacht“, erzählt der Bürgermeisterkandidat, dem der Wahlkampfstress nicht anzumerken ist. Dabei ist sein Terminkalender voll. Er hat er immerhin schon alle Ortschaften besucht und auch den meisten Vereinen einen Besuch abgestattet. „Die Gespräche mit den Bürgern machen Spaß.“ Zeit für Hobbys hat der 38-Jährige nicht. „Die freie Zeit, die ich habe, verbringe ich mit meiner Familie“, sagt er, „die Politik ist mein Hobby“. Ob sich das ändert, entscheiden bei der Kommunalwahl am 12. September die Wähler.