Kommunalwahl 2021

AfD zieht in Krummhörner Rat – CDU und SWK legen zu

| | 13.09.2021 13:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Krummhörner Rathaus hat ab November eine neue Chefin. Und die wiederum muss mit einem neuen Rat zusammenarbeiten. Foto: Archiv
Das Krummhörner Rathaus hat ab November eine neue Chefin. Und die wiederum muss mit einem neuen Rat zusammenarbeiten. Foto: Archiv
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Nach dem Sieg von Hilke Looden bei der Bürgermeisterwahl in der Krummhörn blieb noch die Auszählung der Stimmen für den Gemeinderat. Hier gibt es deutliche Veränderungen in der Zusammensetzung.

Krummhörn - Rund 100 Menschen mehr haben gewählt: 6666 Krummhörnerinnen und Krummhörner haben über den neuen Gemeinderat abgestimmt – 2016 waren es 6568. Damit steigt die Wahlbeteiligung auf 64,78 Prozent (2016: 63,33 Prozent), basierend auf den vorläufigen Wahlergebnissen. Es sind aber nicht nur mehr Wähler zur Urne gegangen, sie haben auch die Zusammensetzung des Rates gehörig geändert. Künftig wird die Alternative für Deutschland (AfD) mit einem Sitz im Gemeinderat vertreten sein. Die Krummhörner Liste Greetsiel (KLG) verliert hingegen zwei Sitze und wird künftig nicht mehr vertreten sein.

Was und warum

Darum geht es: Die meisten künftigen Ratsmitglieder in der Krummhörn sind neu.

Vor allem interessant für: Krummhörner sowie diejenigen, die sich für Wahlauswertungen interessieren.

Deshalb berichten wir: Die Auszählung der Stimmen für die Gemeinderatswahl in der Krummhörn dauerte am Sonntag lange. Deswegen betrachten wir die Ergebnisse erst einen Tag nach der Wahl.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Auf die AfD und damit den Kandidaten Jan Adolf Looden, entfielen laut der vorläufigen Endergebnisse drei Prozent der Stimmen. Die meisten Stimmen, 127 an der Zahl, gab es in Pewsum. Das ist aber nur einer der insgesamt 28 Sitze. Die meisten Stimmen, 43,09 Prozent oder 8149 Stimmen, vereinte die SPD auf sich. Das reicht für zwölf Sitze (2016: 11), aber nicht für die absolute Mehrheit. Die wäre erst mit 15 Sitzen erreicht.

16 ganz neue Ratsmitglieder

Das zweitbeste Ergebnis holte die Soziale Wählergemeinschaft Krummhörn (SWK). Mit 3583 Stimmen holte sie drei Prozent mehr Wählerinnen und Wähler auf ihre Seite als noch vor fünf Jahren. Am deutlichsten verlor, neben der ausgeschiedenen KLG, die Freie Bürgerliste Krummhörn (Fbl). Etwas mehr als 500 Stimmen weniger als vor fünf Jahren bringt die Fbl aber weiterhin auf drei Sitze im Gemeinderat. Die CDU bleibt bei leichtem Stimmenzuwachs bei fünf Sitzen, die Grünen bei zwei Sitzen. Keinen Platz im Gemeinderat ergatterte die Partei „Die Basis“ sowie die Einzelbewerber Garrelt Berg und Martina Hilbig-Arlt. Das bedeutet aber auch, dass die bisherige Koalition zwischen SWK, HaRo, CDU und Smid nicht mehr existiert. HaRo und Smid sind nicht mehr vertreten.

Aber auch wenn es insgesamt nicht viel Bewegung bei den Sitzen gab: Basierend auf den vorläufigen Gesamtergebnissen gibt es ein paar neue Gesichter im Krummhörner Rat. Nur zwölf Mitglieder des aktuellen Rates machen weiter, die restlichen Sitze wurden neu verteilt. Das Durchschnittsalter des neuen Rates wird bei ungefähr 51 Jahren liegen, 21 der 28 Mitglieder sind Männer. Zum Vergleich: im nun abgewählten Rat sitzen 16 Frauen und 14 Männer.

Zahlen undDaten rund um den neuen Gemeinderat der Krummhörn. Grafik: Will
Zahlen undDaten rund um den neuen Gemeinderat der Krummhörn. Grafik: Will

Jacobsen bleibt Ratsmitglied

Auch wenn es für das Amt des Bürgermeisters nicht gereicht hat: Der Greetsieler Alfred Jacobsen (SPD) erreichte mit 1888 Stimmen die meisten Stimmen, dicht gefolgt von Roelf Odens (CDU) mit 1127 Stimmen. Die wenigsten Stimmen vereinte Klaus Keller von der Fbl auf sich: 63. Der Ratsneuling wurde über die Listenstimmen in den Rat gewählt.

Jacobsen kündigte bereits am Wahlabend an aufgrund des schlechten Ergebnisses in Greetsiel bei der Bürgermeisterwahl künftig nicht mehr als Ortsvorsteher zur Verfügung zu stehen. Jacobsen holte in seinem Wohnort nur 21,54 Prozent der Stimmen, die neue Bürgermeisterin und gleichfalls Greetsielerin Hilke Looden schaffte 65.90 Prozent. Auch am Montag bekräftigte Jacobsen seine Aussage. „Ab November, wenn die Amtszeit ausläuft, werde ich nicht mehr als Ortsvorsteher bereitstehen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die verlorene Bürgermeisterwahl werde aber keine Auswirkungen auf seine Ratstätigkeit haben. „Das Mandat werde ich annehmen“, so Jacobsen. Er sei zwar enttäuscht aufgrund der Bürgermeisterwahlergebnisse, aber seine Stimmen für den Rat würden eine eindeutige Sprache sprechen. „Das sehe ich schon als Auftrag, die Ratsarbeit fortzusetzen“, sagt er.

Im neuen Rat fehlen wird unterdessen Henning Paulsen-Jacobs. Der Bürgermeisterkandidat der Fbl hatte sich für den Gemeinderat gar nicht mehr aufstellen lassen. „Das war eine bewusste Entscheidung“, sagt er. Er habe sich nicht im fall einer verlorenen Wahl angucken wollen, was ein anderer Bürgermeister macht. „Aber ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt er. Der Fbl werde er weiterhin treu bleiben – und die neugewonnene Zeit ohne politisches Amt für Familie und Hof nutzen.

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