Kommunalwahl 2021
60 Prozent „Neue“ im Hinteraner Rat
Wie wird der neue Rat der Gemeinde Hinte zusammengesetzt sein? Auffällig ist das verhältnismäßig niedrige Durchschnittsalter.
Hinte - Die SPD hält in der Gemeinde Hinte weiterhin die Mehrheit. Wie bereits in der nun endenden Ratsperiode entfallen auf die Sozialdemokraten elf von 20 Sitzen. Und das, obwohl die SPD um rund vier Prozentpunkte im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 zulegte: 56,4 Prozent der 9657 gültigen Stimmen gab es (2016: 52,2 Prozent), die zweitstärkste Fraktion, die CDU mit vier Sitzen, kam auf 19,5 Prozent – und verlor damit etwas mehr als einen Prozentpunkt.
Der amtierende parteilose Bürgermeister Uwe Redenius muss sich im neuen Rat, der sich im November konstituieren wird, also nicht mit neuen Mehrheiten auseinandersetzen. Dafür aber mit vielen neuen Gesichtern – und einer neuen Partei. Die FDP, die zuletzt trotz eines Sitzes nicht mehr im Rat vertreten war, kommt dieses Mal auf zwei Sitze.
2002 und 1948
Mit einem voraussichtlichen Altersdurchschnitt von 49 Jahren ist der Hinteraner Rat noch verhältnismäßig jung. Zum Vergleich: Der Stadtrat in Norden wird voraussichtlich einen Altersdurchschnitt von ungefähr 53,5 Jahren haben, der Emder Rat liegt bei 52, der Krummhörner bei 51,5 Jahren. In Hinte kommt das niedrigere Durchschnittsalter auch durch die beiden jüngsten Kandidaten, die zur Wahl standen: Paul Bents (SPD, Jahrgang 2002) und Jannik-Alexander Buchholz (CDU, Jahrgang 1999). Beide haben es in den neuen Rat geschafft. Das nächstjüngste Mitglied des neuen Rates steht auf der Liste der FLH: Jens Klaaßen, Jahrgang 1983. Das älteste Ratsmitglied der neuen Legislatur wird der aktuelle Ratsvorsitzende Erich Saathoff (SPD) sein. Er wurde 1948 geboren.
Paul Bents ist allerdings auch ein Beispiel für eine etwas gezieltere Nachwuchsgewinnung in der Politik. Erste politische Erfahrungen machte er als Jugendbürgermeister und Mitglied im Kinder- und Jugendparlament der Gemeinde Hinte. Das sei zwar auch interessant, aber man habe nicht dasselbe Mitspracherecht wie als Ratsmitglied, sagte der 18-Jährige vor der Wahl gegenüber unserer Zeitung.
Zwölf neue Gesichter
Insgesamt zwölf der 20 Ratsmitglieder sind ab November neu. Das bedeutet, sie hatten zumindest in der Zeit von 2016 bis 2021 keinen Sitz im Gemeinderat inne. Wenn 60 Prozent der Mitglieder neu sind und es Sitzverluste und -gewinne gab, bedeutet das auch, dass manche Partei nur aus „neuen Gesichtern“ besteht. Das trifft auf die FDP zu, aber auch die Freie Liste Hinte wird künftig nicht mehr durch Gerhard und Maréen Hoffmann vertreten, sondern durch Jens Klaaßen. Zumindest aufgrund der vorläufigen Wahlergebnisse und wenn alle gewählten Vertreter die Wahl auch annehmen. Zu Verschiebungen bei der einen oder anderen Partei könnte es theoretisch also noch kommen.
Schaut man auf die Verteilung der Kandidaten nach Orten, ist Hinte mit sieben gewählten Kandidaten am stärksten vertreten, dicht gefolgt von Loppersum mit sechs Vertretern. Insgesamt sind aber alle acht Orte mit mindestens einem „von vor Ort“ im künftigen Rat vertreten. Wie sehr die Gemeinde eine SPD-Hochburg ist, zeigt sich auch bei den Stimmen: der amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Weerda erhielt mit 1131 Stimmen deutlich mehr als jeder andere Kandidat. Tatsächlich stimmte jeder Ort mit deutlicher Mehrheit für die Sozialdemokraten. Bei Platz 2 in der Wählergunst gibt es aber durchaus Unterschiede. So erhielt fast immer die CDU die zweitmeisten Stimmen. Nur im Wahlbereich Hinte-Süd und Osterhusen waren die Grünen zweitstärkste Kraft.
„Zweitstärkste Kraft“ im Rat bleiben auch weiterhin die Frauen. Genau ein Viertel des neuen Rates wird aus Frauen bestehen. Das ist prozentual gesehen ein bisschen schlechter als zuvor. Allerdings: Von den 20 zur Wahl stehenden Kandidaten waren sowieso nur sieben Frauen. So gesehen wurden 71 Prozent der zur Wahl stehenden Frauen auch gewählt. (Männer: 76 Prozent).