Hallensport
Aurich-Cup und Co.: So sind die Planungen für den Sport-Winter
Die Hallensportsaison fiel aufgrund der Pandemie aus – und damit auch vier ostfriesische Großereignisse von Aurich-Cup bis Galaabend der Pferde. Wie sind die Planungen für diesen Winter?
Leer - Aurich-Cup, Emder Stadtmeisterschaften, Galaabend der Pferde und die Ostfriesische Turnshow zählen zu den größten Hallensportereignissen Ostfrieslands. Können sie diesen Winter – anders als vergangenes Jahr – endlich wieder stattfinden? Unsere Zeitung sprach mit den Organisatoren über den aktuellen Planungsstand in Corona-Zeiten und die Perspektive.
Aurich-Cup
Das größte Hallenfußballturnier im Nordwesten lockte vor der Corona-Pandemie an den acht Spieltagen 300 Mannschaften und mehrere tausend Zuschauer in die Auricher Sparkassen-Arena. Ob diesmal vom 27. Dezember 2021 bis 8. Januar 2022 der Ball rollen kann, steht noch nicht fest. Üblicherweise intensiviert die SpVg Aurich als Gastgeber ab dem 15. September die Organisations-Arbeit, schickt die Einladungen heraus. „Das Datum haben wir erstmal in den Oktober gelegt. Wir wollen auch die Entwicklung der kommenden Wochen abwarten“, sagt SpVg-Geschäftsführer Stefan Wilts.
Grundsätzlich wolle man den Aurich-Cup gerne stattfinden lassen. „Aber es muss machbar und für uns auch wirtschaftlich sein“, sagt Wilts. Ein Plus-Minus-Null-Ergebnis oder gar Verlustergebnis soll es nicht geben angesichts des riesigen ehrenamtlichen Engagements von Dutzenden Helfern. Die Auricher beobachten nun auch ganz genau, wie sich die Corona-Regel-Lage entwickelt und wie die Hallensport-Runde bei anderen Großereignissen anläuft. „Ich gehe davon aus, dass seitens der Politik im Winter die 2G-Regel gelten wird.“ Dann kämen nur noch Geimpfte und Genesene in die Halle.
Zwischen stattfinden lassen und absagen gibt es für die SpVg Aurich noch eine dritte (Not-)Option: Eine Freiluft-Veranstaltung auf dem Ellernfeld. Die Pläne dazu liegen in der Schublade, weil sie vergangenen Winter schon einmal ins Auge gefasst worden waren.
Emder Hallenmeisterschaft
Normalerweise organisieren jedes Jahr zwei andere Emder Vereine die beliebten zweitägigen Hallenfußball-Stadtmeisterschaften. In Corona-Zeiten sind es zehn – dieselben zehn, die vergangenes Jahr schon den Hut auf hatten, das Turnier letztlich absagen mussten und stattdessen mit der Benefizaktion „Emden kickt Corona“ einen tollen Erfolg zugunsten von zahlreichen Menschen feierten, die in der Pandemie sehr viel für die Allgemeinheit leisteten. Im September 2021 ist aber noch völlig offen, ob der Ball am 27. und 28. Dezember in der Nordseehalle vor den üblichen mehr als 1000 Zuschauern pro Abend rollen kann.
„Wir setzen uns in den nächsten vier Wochen zusammen und sondieren die Lage“, sagt Rainer Hoffmann. Der stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises Ostfriesland und frühere Chef des ehemaligen Fußballkreises Emden ist als Koordinator bei der Organisation dabei. Eine Prognose, wie die Chancen stehen, wollte und konnte er nicht abgeben. „Die Gespräche sind ergebnisoffen.“ Die „Hausaufgaben“ sind jedenfalls gemacht: Der Hauptsponsor OLB wäre wieder mit im Boot und die Nordseehalle ist bereits vorsorglich reserviert.
Galabend der Pferde
„Wenn es von den Behörden genehmigt wird, findet der Galaabend der Pferde statt“, sagt Ekko Gosch, der mit seinem Vater Klaus seit Jahren das Pferdeshow- und Artistik-Ereignis in der Leeraner Ostfrieslandhalle ausrichtet. „Es trauen sich viele nicht, in diesen Zeiten etwas zu machen. Aber es muss mal wieder losgehen, man kann nicht immer nur absagen.“
So hat sich der Leeraner ein interessantes Konzept überlegt, um die auch über die Grenzen Ostfrieslands beliebte und stets ausverkaufte Show wie üblich Ende Januar möglich zu machen. „Momentan geht die Tendenz dahin, dass wir das Ganze an drei Abenden nacheinander jeweils mit einem Drittel des Publikums organisieren werden. Eine abschließende Entscheidung soll es in der zweiten Oktober-Hälfte geben.“
Statt 3000 Zuschauer am Samstagabend könnten so jeweils 1000 am Freitag, Samstag und Sonntag kommen, um alles zu entzerren. „Diesbezüglich haben wir bei den Künstlern auch schon vorgefühlt. Vor Corona wäre so etwas nicht möglich gewesen. Da trat ein Künstler samstags bei uns auf und sonntags in Heidelberg. Nun ist die Auftragslage aber eine andere. Wir können auch ein sehr, sehr gutes Programm auf die Beine stellen und hoffen, dass das im Winter alles möglich sein wird. Es sind dann ja viele, viele Menschen geimpft.“
Ostfriesische Turnshow
Die nur im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Ostfriesische Turnshow war Ende Februar 2020 die letzte Hallen-Großveranstaltung in Ostfriesland vor dem Start der bundesweiten Corona-Einschränkungen im März 2020. „Da hatte wir damals Glück“, blickt Mitorganisator Tom Bohmfalk zurück. Eine volle Sparkassen-Arena in Aurich wird es zum geplanten Termin Ende Februar 2022 aber nicht geben.
Das hat der Vorstand des Ostfriesischen Turn- und Sportfördervereins (OTS), der die Turnshow ehrenamtlich organisiert, nun in einer Vorstandssitzung abschließend entschieden. Auch Schirmherr Rico Mecklenburg und Ehrenmitglied Helmut Collmann waren dabei. „Wir könnten das Ganze im Februar nicht unbelastet auf die Beine stellen. Deshalb haben wir die Turnshow in den November 2022 verschoben, ein genauer Termin wird nun noch gesucht“, sagt OTS-Vorsitzender Tom Bohmfalk.
Auch wenn ein Großteil der sonst üblichen 2000 Zuschauer geimpft sein werde, gelte dies nicht für alle der 350 Aktiven, die mit Turnen, Akrobatik oder Show stets ein buntes Programm bieten. „Bei der letzten Turnshow waren mehr als 100 Aktive unter zwölf Jahre alt. Das ist die Gruppe, die im Winter noch nicht geimpft sein wird. Wir wollen da kein Risiko eingehen, auch nicht für die ehrenamtlichen Gruppen, die sich auch monatelang auf diesen Tag vorbereiten.“
Nach der langen Corona-Zwangs-Pause sollen sie so auch Zeit bekommen, „wieder reinzukommen“. Die OTS will bis zur Turnshow im November 2022 den Gruppen aber ein kleines Alternativprogramm bieten, bekannte Akrobaten, Künstler und Turner für Workshops zu Vereinen einladen. „Vielleicht kann es dann auch kleinere interne Auftritte im Verein geben. Das Thema gehen wir nun an.“