Politik
Wer will mit wem im Krummhörner Rat?
Die SPD hat in der Krummhörn Aufwind bekommen, für eine absolute Mehrheit reicht es aber nicht – und die Grünen wollen künftig eigenständig sein. Aber auch in anderen „Koalitionen“ gibt es Änderungen.
Krummhörn - Die SPD hat bei der Kommunalwahl einen Sitz gewonnen, ist aber weiterhin drei Sitze von der absoluten Mehrheit entfernt. Aktuell bilden die Sozialdemokraten noch zusammen mit den Grünen eine Gruppe. Die haben nun aber mitgeteilt: Grün bildet künftig eine eigene Fraktion.
Zusammen mit den zwei Sitzen der Grünen würde die SPD auf insgesamt 14 Sitze der 28 Sitze kommen. Ab 15 Sitzen würde eine Gruppe über eine absolute Mehrheit verfügen. Aber auch die anderen bisherigen Fraktionen im Gemeinderat werden so nicht weiter existieren. Aus CDU/HARO/SWK/Smid wird beispielsweise CDU/SWK, da die anderen Gruppenmitglieder entweder nicht mehr zur Wahl standen oder den Sprung in den Rat nicht geschafft haben.
Hoffnung auf Neuanfang
„Wir werden wohl zusammen mit der SWK wieder eine Gruppe bilden“, sagt Roelf Odens, bisheriger Fraktionsvorsitzender der CDU. Beide kommen zusammen auf zehn Sitze. Eine Gruppenbildung zusammen mit der AfD, die mit dem Greetsieler Jan Adolf Looden einen Vertreter im Gemeinderat hat, schließt Odens aus. „Das hat mit der Person nichts zu tun, nur mit der Partei“, so der Christdemokrat.
Die Grünen sehen in der Wahl von Hilke Looden ein Signal und erhoffen sich künftig eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Parteien. „Wir wollen mit allen anderen Fraktionen zum Wohle der Gemeinde zusammenarbeiten“, werden die gewählten Ratsmitglieder Tanja Kluge und Garrelt Agena in einer Mitteilung zitiert. Eine Ausnahme gibt es allerdings: „Eindeutig grenzen sich die Grünen von der AFD ab und lehnen jedwede Zusammenarbeit mit dem Ratsvertreter dieser Partei ab.“ Alfred Jacobsen, aktueller Fraktionsvorsitzender der SPD, schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD ebenfalls aus. „Ich kenne den Kandidaten, das ist kein Rechtsradikaler. Aber seine Partei ist es“, so Jacobsen. „Da schließt sich eine Zusammenarbeit aus.“
Diese Ablehnung dürfte dem AfD-Ratsherrn auch von Seiten der Freien Bürgerliste Krummhörn (fbl) entgegenschlagen, die weiterhin bei drei Sitzen bleibt. „Die Wahl der AfD war ein Unfall der Demokratie“, so Heiko Ringena von der fbl. „Eine Zusammenarbeit können wir ausschließen.“ Die fbl möchte weiterhin eigenständig bleiben und sich nicht fest als Gruppe mit jemand anderem zusammentun. „Wir hoffen aber, dass jetzt quasi eine Nulllinie gesetzt wird, was die Zusammenarbeit angeht“, so Ringena.