Nach der Stichwahl

Zeitenwechsel in Norden

| | 27.09.2021 12:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Florian Eiben (rechts) am Wahlabend. Die Freude über das Ergebnis war dem SPD-Kandidaten deutlich anzumerken. Foto: Kiefer
Florian Eiben (rechts) am Wahlabend. Die Freude über das Ergebnis war dem SPD-Kandidaten deutlich anzumerken. Foto: Kiefer
Artikel teilen:

Heiko Schmelzle könnte sich eine Aufgabe im sozialen Bereich vorstellen, Florian Eiben hat seinen eindeutigen Sieg noch nicht ganz realisiert. So geht es den beiden Nordern am Tag nach der Stichwahl.

Norden - Für Florian Eiben war es eine lange Nacht. Der SPD-Kandidat wird ab November der neue Bürgermeister der Stadt Norden sein. Er setzte sich mit deutlicher Mehrheit gegen den CDU-Amtsinhaber Heiko Schmelzle durch. Für Schmelzle endet damit, zumindest bis auf Weiteres, eine hauptberufliche politische Karriere – für Eiben könnte sie unterdessen beginnen.

Was und warum

Darum geht es: Am Tag nach der Wahl realisieren die Kandidaten langsam das eindeutige Ergebnis.

Vor allem interessant für: Norderinnen und Norder; Politikinteressierte

Deshalb berichten wir: Das Wahlergebnis in Norden war eine herbe Enttäuschung für den Amtsinhaber und ein eindeutiger Sieg für den Herausforderer. Wir wollten wissen, was beide jetzt vorhaben.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Die Enttäuschung über das Wahlergebnis war Schmelzle, der vor fünf Jahren in einer Stichwahl zum Bürgermeister der Stadt gewählt wurde, auch am Tag nach der Wahl noch anzumerken. Wie es für ihn nun beruflich weitergehen werde, darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht. „Ich habe mich ganz auf die Wahl konzentriert“, sagt er auf Nachfrage am Montag. Er sei aber zuversichtlich, etwas zu finden. „Ich habe seit meinem 19. Lebensjahr Geld verdient“, sagt er. Vorstellen könne er sich auch etwas im sozialen Bereich.

Eiben wechselt den Job

Schmelzles Karriere als Bürgermeister der Stadt Norden endete, wie sie begann: mit einer Stichwahl. 2016 setzte er sich gegen die SPD-Kandidatin Julia Feldmann durch, jetzt unterlag er dem SPD-Kandidaten Florian Eiben. Der ist aktuell noch Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Norden – und die Wahlnacht endete für ihn erst gegen halb zwei am Morgen. „Es fängt langsam an, dass ich das Ergebnis realisiere“, sagt Eiben am Montag. Die fast 10.000 Stimmen, die er am Sonntag erhielt, „waren ein Signal des Vertrauens und der Hoffnung“, sagt er. Ab November beginne dann die „Zeit des Ablieferns“.

Doch zuvor stehen die letzten Wochen als Geschäftsführer der Awo an. Ab diesem Dienstag beginne dort die Zeit der Übergabe und der Nachfolgeregelung. „Chaos ist da aber nicht angesagt“, so Eiben. Bereits vor der Stichwahl habe man sich intern schon Gedanken über die Zukunft gemacht. „Die Awo ist sehr gut aufgestellt. Wir werden jetzt zusammen gucken, wie wir damit umgehen und wie es weitergeht“, so Eiben.

Schmelzle will noch eine Sache erledigen

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem 39-Jährigen nicht. „Mein Jahresurlaub ist verbraucht“, sagt er. Wahlkampf und Umzug hätten Urlaubstage gefressen, zudem wird Eiben im Dezember Vater. Der Sitzplatzwechsel in den politischen Gremien der Stadt, weg von der Ratsseite hin zur Verwaltungsseite, „wird sicher ungewohnt“. Aber im November wolle Eiben auch nicht gleich alles überstürzen, sondern „erstmal ankommen, die Abläufe und die Mitarbeiter kennenlernen“, sagt er.

Und was macht Schmelzle mit den verbleibenden Wochen? Eine Sache stehe noch auf seiner Liste mit Dingen, die er noch erledigen möchte. „Aber das ist etwas Vertragliches, darüber kann ich noch nicht sprechen“, so Schmelzle am Montag. Eine Überraschung könnte der amtierende Bürgermeister also noch haben. Ansonsten werde er die Amtsübergabe vorbereiten – und seinen Job als Bürgermeister erledigen. „Heute ist ja auch wieder Ausschuss, es wird wieder ein langer Tag“, so Schmelzle am Montag. Ob Schmelzle, der am 12. September auch für den Rat der Stadt Norden gewählt wurde, dieses Mandat annehmen wird, ließ er zunächst offen.

Ähnliche Artikel