Fußball

So sieht es derzeit für Kickers Emden in der Aufstiegsrunde aus

| | 05.10.2021 13:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Verbandspokal besiegte Kickers Emden (rechts Sebastian Bloem) den TuS Bersenbrück 1:0, in der Liga verlor Kickers 1:2. Momentan hätte die Niederlage keine Auswirkungen. Das kann sich aber schnell ändern. Foto: Doden
Im Verbandspokal besiegte Kickers Emden (rechts Sebastian Bloem) den TuS Bersenbrück 1:0, in der Liga verlor Kickers 1:2. Momentan hätte die Niederlage keine Auswirkungen. Das kann sich aber schnell ändern. Foto: Doden
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Auch in der Oberliga ist der Modus in dieser Saison speziell. Nicht alle Punkte wandern mit in die Auf- und Abstiegsrunde. Unsere Zeitung hat den Rechenschieber herausgeholt - und Bemerkenswertes entdeckt.

Emden - Die Hinserie in den beiden Zehner-Staffeln der Fußball-Oberliga Niedersachsen ist komplett gespielt. Unsere Zeitung nimmt dies zum Anlass, einmal mit dem Rechenschieber die besondere Saisonwertung zu verdeutlichen. Mit in die Auf- und Abstiegsrunde ab dem Frühjahr nehmen die Mannschaften nur jene Punkte, die sie gegen die direkten Mitkonkurrenten gesammelt haben.

Der BSV Kickers Emden um Kapitän Bastian Dassel (rechts) spielt bisher eine herausragende Saison. Foto: Doden
Der BSV Kickers Emden um Kapitän Bastian Dassel (rechts) spielt bisher eine herausragende Saison. Foto: Doden

Nach den ersten neun Spielen würden aus der Staffel Weser-Ems/Lüneburg der BSV Kickers Emden (1.), BW Lohne (2.), Heeslinger SC (3.), SC Spelle-Venhaus (4.) und VfL Oldenburg (5.) die Aufstiegsrunde erreichen. Nur die Punkte aus den direkten Duellen wandern mit in den zweiten Saisonteil. Kickers hätte somit zehn von zwölf möglichen Zählern. Drei Siege und ein Remis (gegen Spelle) erreichte der Spitzenreiter. Die einzige Liga-Niederlage gegen Bersenbrück (6./1:2) und vier weitere Siege gegen Celle (7.), Hagen-Uthlede (8.), Rotenburg (9.) und Uphusen (10.) wären bedeutungslos. Richtig Federn lassen würde in der oberen Tabellenhälfte der SC Spelle-Venhaus, der seine vier Saisonsiege allesamt gegen „Kellerkinder“ feierte.

Kickers wäre ganz vorne dabei

Im zweiten Saisonteil werden die Teams mit den Mannschaften aus der Staffel Hannover/Braunschweig zusammengeführt. In die Aufstiegsrunde würde Kickers – Stand jetzt – als punktgleicher Zweiter mit Germania Egestorf-Langreder starten. Der Verein und Spitzenreiter aus Barsinghausen hätte ebenfalls zehn Zähler, jedoch das bessere Torverhältnis. In den Entscheidungsstaffeln bestreiten die Mannschaften dann nur noch Hin- und Rückspiel gegen die fünf Teams, die aus der anderen Runde dazugekommen sind.

Kickers Emden hatte auch in den gelben Auswärtstrikots diese Saison schon viel zu jubeln. Foto: Doden
Kickers Emden hatte auch in den gelben Auswärtstrikots diese Saison schon viel zu jubeln. Foto: Doden

Am bemerkenswerten Beispiel des TuS Bersenbrück zeigt sich, wie sich das Gesamtfeld noch verschieben kann. Momentan wären die Osnabrücker nur wegen eines weniger geschossenen Tores gegenüber dem punktgleichen VfL Oldenburg (5.) Sechster und in der Abstiegsrunde, in die man nur vier Zähler mitnehmen würde: vorletzter Platz in der Abstiegsrunde, Rang 19 von 20 Oberligisten. „Ja, unser Fall ist schon besonders“, sagt TuS-Trainer Farhat Dahech mit Blick auf die Rechenspiele. Denn wäre der TuS Bersenbrück nun Fünfter und in der Aufstiegsrunde, stünden sieben Punkte und Platz drei zu Buche: Der TuS bewegt sich also zwischen Landesliga und Regionalliga.

Bersenbrücks kuriose Punketausbeute

Der Bersenbrücker Vor- oder Nachteil – je nachdem, wo die Reise am Ende hingeht – ist, dass der TuS gegen die unteren Teams wenig und die oberen viel gepunktet hat. 2:1 gegen Lohne, 1:1 gegen Heeslingen, 2:1 gegen Kickers Emden und 0:3 gegen Spelle lautet die Zwischenbilanz gegen die Top vier. Mit Bersenbrück in der Aufstiegsrunde hätten Lohne und Emden also drei Zähler weniger.

„Ich empfinde den Modus als gerecht. Jeder wusste vor der Saison, was einen erwartet und dass es auch diese Rechnerei und Verschiebungen geben wird“, sagt Farhat Dahech. Der 65-Jährige trainiert seit fast sieben Jahren den TuS, wirkte vorher 18 Jahre erfolgreich in seinem Heimatort Melle beim Sportclub. Er hat schon viel erlebt – aber so eine Wertung auch noch nie.

Neun Spiele stehen noch an

Die Diskrepanz bei der Punkteausbeute gegen Spitzen- und Kellerteams erklärt der erfahrene Trainer mit den unterschiedlichen Spielweisen. „Gegen die unteren Teams treffen wir oft auf sehr defensive Mannschaften, haben dann auch oft kein Spielglück. Das war gegen Emden oder Lohne anders. Die Hälfte unseres Kaders wurde im Sommer auch erneuert. Es findet sich langsam alles. Nachdem wir gegen alle gespielt haben, sage ich auch: Wir können gegen jeden gewinnen.“

Neun Spiele stehen für alle Teams nun noch an. Auch beim TuS hatten sie den Rechenschieber fast wöchentlich angeschmissen, doch abgerechnet wird erst nach 18 Spielen frühestens Anfang Dezember. „Zu wissen, dass wir in der Aufstiegsrunde eine gute Ausgangslage hätten, ist für uns eine große Motivation, diese noch zu erreichen. Das ist auch unser Ziel“, sagt Dahech.

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