Blutspende

DRK-Blutspendedienst sucht händeringend Personal

| | 10.10.2021 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Melanie Peters, Leiterin des Blutspendeteams Rastede, nimmt Christian Neemann Blut ab. Im Feuerwehrhaus Bingum spendete er zum 14. Mal Blut. Foto: Gettkowski
Melanie Peters, Leiterin des Blutspendeteams Rastede, nimmt Christian Neemann Blut ab. Im Feuerwehrhaus Bingum spendete er zum 14. Mal Blut. Foto: Gettkowski
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Bei Blutspendeterminen im Rheiderland sind die Blutentnahmeteams des DRK zum Teil nur mit halber Besetzung im Einsatz. Folge des Personalmangels sind nicht nur lange Warteschlangen bei den Spendern.

Ostfriesland - Jeden Tag werden in Deutschland 15.000 Blutspenden benötigt: für Operationen, die Behandlung von Krebspatienten oder für Unfallopfer. Doch es wird zunehmend schwieriger, genügend Blutspenden zu bekommen. Und das liegt nicht etwa an der mangelnden Spendebereitschaft. Für den Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird es zunehmend schwieriger, medizinisches Personal für die Entnahmeteams zu finden.

Was und warum

Darum geht es: Blutspenden werden dringend benötigt. Doch es wird für den DRK-Blutspendedienst zunehmend schwieriger, genug Personal zu finden.

Vor allem interessant für: Blutspender, Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes und medizinisches Fachpersonal, das auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist.

Deshalb berichten wir: Bei einem Blutspendetermin war uns aufgefallen, dass das Blutspendeteam nur in halber Besetzung vor Ort war.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Der Personalmangel ist auch bei Blutspendeterminen im Rheiderland zu spüren. Die Teams sind mitunter nur mit halber Besetzung im Einsatz. „Bei Ortsterminen, zu denen regelmäßig etwa 100 Spender kommen, sind normalerweise drei Punktionskräfte vor Ort“, erzählt Wilfried de Buhr. Er ist als Gebietsreferent des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auch für Blutspendetermine in ganz Ostfriesland zuständig.

Mehr Blutspendetermine

Beim Blutspendetermin im Bingumer Feuerwehrhaus am Freitag vergangener Woche fehlte im Team auch eine Punktionskraft zur Blutentnahme. Die Folge: Vor allem zur Feierabendzeit, wenn besonders viele Spender auf einmal kommen, bilden sich längere Warteschlangen. Weil die meisten Spender im Bewusstsein kommen, etwas Gutes fürs Gemeinwohl zu tun, nehmen sie die Warteschlangen aber meist gelassen.

Als einen Grund für den Personalmangel nennt Wilfried de Buhr die gestiegene Anzahl an Blutspendeterminen. Mehr Spendetermine seien nötig, um den Bedarf an den Krankenhäusern zu decken. Während der Coronazeit wurden viele Operationen aufgeschoben. Weil diese nachgeholt werden, steigt auch die Nachfrage an Blutkonserven. Mit dem vorhandenen Personal die Termine zu bestreiten, sei schwierig. „Die Mitarbeiter haben ja auch Anrecht auf Urlaub und den Abbau von Überstunden.“ Und Langzeitkranke könnten nicht einfach durch Ersatzkräfte ersetzt werden.

Lange Anfahrtswege

„Wir suchen händeringend Personal, zum Beispiel Rettungssanitäter und andere Fachkräfte mit humanmedizinischem Background“, so de Buhr. Das zu finden, sei schwierig. Denn der Einsatz ist anspruchsvoll und zeitaufwändig. In Niedersachsen sind drei Blutspendeteams im Einsatz: Sie kommen aus Springe und Fallingbostel. Das dritte Team aus Rastede ist für Ostfriesland und die Inseln zuständig, besetzt aber auch Termine im Raum Hamburg, Bremen und Osnabrück.

Melanie Peters, Teamleiterin in Rastede, kommt aus Wilhelmshaven. Die Blutspendeteams rücken immer mit dem Lkw von Rastede aus. „Einige im Team nehmen von ihrem Heimatort eine Anfahrt von 80 Kilometern nach Rastede in Kauf“, sagt sie, „mit 45 Kilometern bin ich da noch gut dran.“ Hinzu kommt dann die Hin- und Rückfahrt zu den Spendeterminen, die auch mal länger als zwei Stunden dauern kann.

Terminvergabe für Spender

Vor Ort die Blutspendetermin vorzubereiten, braucht laut de Buhr eine Vorlaufzeit von eineinhalb Stunden. Bis ein Team nach der Spende den Heimweg antreten kann, vergehen weitere fünf Stunden. Regelmäßig würden bei den Terminen Hospitanten eingesetzt. „Aber von vier Bewerbern ist mit viel Glück vielleicht einer dabei, der bleibt.“ Im Blutspendeteam Rastede sind 80 medizinische Mitarbeiter im Einsatz. „Eigentlich bräuchten wir zehn weitere“, so Melanie Peters. Sie selbst schreckt der zeitliche Aufwand nicht ab. „Das liegt an unserem Team. Da macht die Arbeit einfach Spaß. Ich finde, das ist das Wichtigste.“

Der Blutspendedienst versucht dem Personalproblem zu begegnen, indem für Blutspender Online-Terminreservierungen angeboten werden. „Die Spendeteams können so den Ablauf regulieren und die Blutspender müssen nicht mehr Schlange stehen“, bringt de Buhr die Vorteile auf den Punkt. Dieses Reservierungsangebot wird nach seinen Worten aber individuell ganz unterschiedlich angenommen. „Einige haben die Vorteile schätzen gelernt, andere wollen in ihrer Entscheidung flexibel bleiben, wann sie zur Blutspende kommen.“

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