Feuerwehren
Neues Feuerwehrhaus soll in Stapelmoor entstehen
Die Fusion der Feuerwehren Vellage, Diele und Stapelmoor ist schon seit 2019 beschlossene Sache. Damit in Stapelmoor ein neues Gebäude entstehen kann, geht die Stadt jetzt einen wichtigen Schritt.
Weener/Uplengen - Die Grundsatzentscheidung hat der Rat der Stadt Weener bereits im April 2019 gefällt: Die Ortswehren Diele, Stapelmoor und Vellage sollen zu einer gemeinsamen Feuerwehr zusammengeführt werden. In dieser Woche wird der Stadtrat nun über den Kauf eines Grundstücks entscheiden. Gebaut werden soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Stapelmoor vis á vis der Grundschule. Stadtbrandmeister Jörg Fisser hält den Standort für ideal. „Die Lage ist zentral und für Feuerwehrleute aus Diele, Vellage und Stapelmoor gut erreichbar. Besser geht’s nicht.“
Was und warum
Darum geht es: Durch gesellschaftliche Veränderungen bekommen immer mehr Feuerwehren in kleinen Ortschaften personelle Probleme. Kommunen haben gute Erfahrungen mit Fusionen gemacht. Doch die kosten richtig Geld.
Vor allem interessant für: Alle, die sich fürs Feuerwehrwesen interessieren.
Deshalb berichten wir: Nach der Fusion der Feuerwehren Vellage, Diele und Stapelmoor ist ein Neubau an zentraler Stelle geplant. Ein geeignetes Grundstück dafür gibt es schon. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Für die Fusion hatte es gleich mehrere Gründe gegeben. „Beim Feuerwehrgerätehaus in Diele hätte man so viel investieren müssen, das wäre nicht zu vermitteln gewesen“, macht der Stadtbrandmeister deutlich. Das Gebäude entspreche nicht mehr den Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse. Die Erweiterung des Gebäudes und der Bau neuer Parkplätze wären am derzeitigen Standort nicht möglich gewesen. Die Ortsfeuerwehr Stapelmoor wiederum ist laut Fisser in puncto Gebäude und Personal gut aufgestellt. Bei dem bestehenden Gebäude wäre allerdings kein Platz für eine Erweiterung gewesen.
Tagesverfügbarkeit ist ein Problem
„Die Ortsfeuerwehr Vellage ist gebäudetechnisch eigentlich up to date“, so der Stadtbrandmeister. Dort habe sich allerdings die Frage gestellt, wie lange es noch gelingen würde, die personelle Mindeststärke vorzuhalten. „Immer weniger Einsatzkräfte sind tagsüber verfügbar, weil die meisten auswärts arbeiten“, bringt Fisser das Problem vieler kleiner Wehren im ländlichen Raum auf den Punkt.
Das war auch in Uplengen der Hintergrund für die Fusionen. Dort wurde beschlossen, die Zahl der 15 Feuerwehren auf sechs zu reduzieren. Zur Feuerwehr Ost wurden 2019 die Wehren Groß- und Kleinsander und Bühren zusammengeschlossen. Im selben Jahr fusionierten Hollen, Süd- und Nordgeorgsfehn. „Mit den Bauarbeiten in Hollen wollen wir in der zweiten Jahreshälfte 2022 beginnen“, berichtet Wilfried Diener, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales. Zur Feuerwehr Uplengen-Mitte schlossen sich Remels und Selverde zusammen.
Neubau in Stapel für 1,3 Millionen Euro
Die neue Feuerwehr Uplengen-Nord steht kurz vor der Fertigstellung. Unter einem Dach wurden dort die Einsatzkräfte aus Oltmannsfehn, Spols, Poghausen, Stapel und Meinersfehn zusammengefügt. „Der Neubau in Stapel kostet 1,3 Millionen Euro und steht kurz vor Fertigstellung“, so Diener. Eine Fusion steht nach seinen Worten noch aus: In der Feuerwehr Uplengen-West werden künftig Einsatzkräfte der Wehren aus Neufirrel, Neudorf, Groß- und Kleinoldendorf aktiv sein. „Ein Grundstück für das neue Gebäude ist schon gekauft.“
In Uplengen wollte lediglich die Feuerwehr Jübberde eigenständig bleiben – und das wird sie auch. „Generell ist die Fusion in Uplengen 100-prozentige Zustimmung gestoßen“, so Kreisbrandmeister Johann Waten. . „Einige ganz wenige Einsatzkräfte haben wir zwar verloren, aber das waren oft auch diejenigen, die ohnehin nicht die engagiertesten waren.
Kraftakt für Kommunen
Für die Kommunen sind fusionsbedingte Neubauten von Feuerwehrhäusern ein finanzieller Kraftakt. „Nicht nur weil die Baupreise und Materialkosten so enorm angezogen haben“, macht Kreisbrandmeister Johann Waten deutlich. Kostspielig würden die Neubauten auch durch die Vorschriften und Vorgaben, beispielsweise von der Feuerwehrunfallkasse. „Da lässt sich nicht dran rütteln.“ Der Uplengener Bürgermeister Heinz Trauernicht freut sich, dass die Einsatzkräfte die Entscheidungen mittragen. „Ich hoffe, dass neue Gebäude und eine moderne Ausstattung ziehen und die Einsatzkräfte zum Mitmachen animieren.“
Was ein neues Feuerwehrhaus in Stapelmoor kosten wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur erahnen. Der Kauf des Grundstücks ist ein erster Schritt. „Wir hoffen, dass die Stadt so schnell wie möglich in die Bauleitplanung einsteigt“, so Weeners Stadtbrandmeister Jörg Fisser, „ich wäre froh und glücklich, wenn wir in drei Jahren die Grundsteinlegung feiern können.“