Verkehr
Radverkehr im Mittelpunkt: Ausprobieren, was richtig ist
In Uplengen soll das Radfahren in den Mittelpunkt gerückt werden. Ein Ingenieurbüro soll ein Radverkehrskonzept entwickeln. Gefragt ist die Meinung der Bürgerinnen und Bürger. Der Start ist gemacht.
Uplengen - Mobilität ist in aller Munde. Immer beliebter dabei: das Fahrrad. Es werde Fortbewegungsmittel Nummer eins, heißt es von der Gemeinde Uplengen. „Landkreise und Gemeinden machen sich auf den Weg zukunftsgerichtete Antworten zu finden und die Rahmenbedingungen zu optimieren“, so auch in Uplengen. Das Ingenieurbüro Roelcke & Schwerdhelm aus Varel ist beauftragt worden, ein Radverkehrskonzept für das gesamte Gemeindegebiet zu entwickeln.
Zur Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Uplengen bewegt! – Mobilitätskonzepte für morgen“ kamen fünfzig Bürgerinnen und Bürger, teilt Torsten Stephan vom Fachbereich Bauen und Umwelt mit. „Mit einem selbstgedrehten Video wurde die Fahrt auf einem Fahrrad in Remels entlang der Hauptverkehrsstraßen gezeigt. Es offenbarte an manchen Stellen Defizite“, so Stephan. So sei es für Radfahrer oft nicht komfortabel durch den Ort zu fahren, weil zum Beispiel an beiden Fahrbahnseiten keine Radwege sind, sondern nur Fußwege die von Radfahrern im Schritttempo genutzt werden dürfen.
Bürgerinnen und Bürger sollen mitentscheiden
Bei der Veranstaltung seien einige Anregungen und Diskussionsthemen aufgekommen, die gesammelt wurden, so Stephan. Die Experten beim Planungsbüro seien, wie sie selbst immer wieder betonten, auf das Wissen der Menschen vor Ort angewiesen, um die richtige Maßnahmen zu finden. „Um möglichst viele Anregungen bei der Erarbeitung berücksichtigen zu können, wurde zusammen mit der Verwaltung ein Fragebogen entwickelt“, teilt die Gemeinde mit.
Dieser liege im Bürgerbüro aus. Aber auch online kann man mitmachen. Den Fragebogen und mehr Informationen zur Mobilität können auf der Internetseite der Gemeinde abgerufen werden. Im Sommer 2022 werden laut Gemeindeverwaltung die Ergebnisse erwartet.
Was ist ein „Radverkehrskonzept“ genau?
Das Ingenieurbüro soll für Uplengen ein Radverkehrskonzept entwickeln, wie es zum Beispiel die Städte Leer und Aurich bereits haben. Ein sperriger Begriff. Was steckt dahinter? „Wir wollen den Radverkehr verbessern“, erklärt Schütter. So weit so gut. Ganz oben stehe die Verkehrssicherheit – dabei geht es auch ums Gefühl: „Natürlich muss alles objektiv sicher sein. Das heißt, wir betrachten das Unfallgeschehen. Aber es geht auch um die Frage: Fühle ich mich hier wohl? Möchte ich hier radfahren?“ So manche Fahrbahn sei für Radfahrer freigegeben und rechtlich sei alles gut, aber wenn sich die Radler unsicher fühlten, hätte es keinen Wert. „Auch die Sicherheit von Fußgängern ist wichtig, wenn sie sich Wege mit Radfahrern teilen.“
Nicht zuletzt gehe es auch um Autofahrer: „Der einzelne wird entlastet, wenn die, die es möchten, problemlos zur Arbeit mit dem Rad pendeln können“, so Schütter. Außerdem profitierten Anwohner von weniger Motorenlärm. In Uplengen käme speziell das Ziel hinzu, Orte miteinander zu verbinden.
Was sind die Ansprüche?
Was ist denn nun sicher und was nicht? „Wo man sein Kind bedenkenlos fahren lässt, kann jeder fahren“, sagt Schütter. Da wolle man hin. Man müsse allerdings vielen verschiedenen Gruppen gerecht werden. Durch die Pandemie sei gerade die Gruppe der E-Bike-Fahrer gestiegen. „Sie sind deutlich schneller unterwegs, was zu mehr Konflikten führt, das müssen wir beachten.“
Strecken alleine machten kein Radverkehrskonzept aus: „Wie ein Auto, muss auch ein Rad geparkt werden. Gerade bei E-Bikes sind die Ansprüche da höher“, sagt er.
Wie geht es weiter?
Zunächst gab es die Auftaktveranstaltung, bei der Stand der Dinge in Sachen Radverkehr vorgestellt worden ist. Dann werde sich ein Arbeitskreis damit auseinandersetzen und anschließend sollen sich die politischen Gremien damit befassen. Am Ende steht ein Konzept mit Maßnahmen.