Advent
In Dörfern im Landkreis Leer bleiben die Buden geschlossen
Mehrere Weihnachtsmärkte im Landkreis wurden aufgrund der Coronaregelungen schon abgesagt. Andere überlegen noch, aber die Skepsis ist groß. In manchen Orten will man es trotz der Auflagen wagen.
Landkreis Leer - Das Bedauern schwingt bei Jann de Buhr in der Stimme mit, er spricht leiser als sonst, aber die Mitteilung ist eindeutig: „Wir sagen den Weihnachtsmarkt in Neermoor auch in diesem Jahr ab.“ Bereits im vergangenen Jahr war die beliebte Veranstaltung in der historischen Windmühle ausgefallen, die von der Landesregierung gemachten Vorgaben führen aber nun erneut zur Absage. In anderen Dörfern ist man zur selben Entscheidung gekommen, aber es gibt auch Veranstalter, die es dennoch wagen wollen.
Was und warum
Darum geht es: Veranstalter von Weihnachtsmärkten auf dem Dorf geben auf. Der Grund ist, dass die 2G-Regelung zu aufwändig und wenig praktikabel ist.
Vor allem interessant für: Alle, die gemütliche kleine Weihnachtsmärkte lieben.
Deshalb berichten wir: In der Adventszeit waren die Weihnachtsmärkte in vielen Dörfern die einzige Adventsveranstaltung. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Zum Beispiel in Ihrhove: Ernst Reil von der Gemeinde Westoverledingen, der gleichzeitig auch Marktmeister ist und zusammen mit dem Ortsrat Ihrhove seit vielen Jahren den Ihrhover Weihnachtsmarkt organisiert, plant bereits. „Mit Blick auf die Verordnungen wollen wir in diesem Jahr unseren traditionellen Weihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag stattfinden lassen“, sagte Reil.
Geplant wird in Ihrhove mit der 3G-Regel. Das heißt, dass Genesene, Geimpfte und aktuell Getestete den Weihnachtsmarkt, der am Sonntag, 28. November, von 14 bis 19 Uhr stattfinden soll, besuchen können. Da die Organisatoren den Veranstaltungsbereich nicht einzäunen wollen, müssen die Standbetreiber laut Staatskanzlei die Überprüfung der jeweiligen Nachweise erbringen.
Weihnachtsmarkt mit 3G-Regelung
Allerdings müssen die Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegen, in dem geregelt ist, wie die für den Verzehr geltende 3G-Vorgabe sichergestellt werde. Laut Reil müssen für den Besuch des Weihnachtsmarktes die Kontaktdaten nicht erhoben werden. Um einen ausreichenden Abstand zwischen den Buden zu garantieren, soll der Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz beim Haus Wohltat stattfinden.
In der Windmühle in Neermoor wäre es nicht möglich gewesen, die Buden weiter auseinander zu stellen, sagt de Buhr. Außerdem sind die kleinen Markthäuschen begehbar, doch darin sei es zu eng für mehrere Personen. „Die Atmosphäre wäre nicht dieselbe“, betont er. Zwar habe der Börger- un Möhlenvereen viele Helfer, die gerne mithelfen würden, auch Standbetreiber hätten Interesse gezeigt – doch letztlich habe man sich dagegen entschieden.
Klönen mit Bekannten nicht möglich
Eine Einbahnregelung wäre möglich gewesen, auch eine Kontrolle der Impfnachweise am Eingang. „Aber die Besucher haben gerne auf dem Markt verweilt, haben dort Bekannte getroffen und mit denen geklönt“, sagt de Buhr. Das wäre so nicht gegangen. Ähnliche Bedenken haben in Hollen dazu geführt, dass der Weihnachtsmarkt der Dorfgemeinschaft abgesagt wurde.
Dort wurde bei der Kirche unter einem großen Fallschirm der Weihnachtsmarkt gefeiert. Das wäre zu eng, sagt der Vorsitzende Ulrich de Buhr. Das Gelände hätte eingezäunt werden müssen und eine 3G-Regelung hätte Einlasskontrollen bedeutet. Diese seien schon personell nicht zu leisten. „Abgesehen davon will das keiner in unserem Dorf, den Leuten zu sagen „Du kommst hier nicht rein...“, beschreibt de Buhr das Dilemma.
In Jherings-/Boekzetelerfehn, wo örtliche Vereine ein Budendorf bei der Fleischerei Eckhoff aufbauen, ist nach Angaben von Wilhelm Haseborg noch keine Entscheidung gefallen. In Weener steht ebenfalls noch nicht fest, ob es einen Weihnachtsmarkt geben wird. Während die Gemeinde Ostrhauderfehn einen Weihnachtsmarkt plant und die Vereine angeschrieben und um Beteiligung gebeten hat, wurde der Markt der Volksbank Westrhauderfehn abgesagt.