Brauchtum

Maske ist kein Muss beim Martinilaufen

| | 29.10.2021 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am 10. November werden in Ostfriesland vielerorts wieder bunt-leuchtende Laternen zu sehen sein: Dem Martinilaufen steht nichts im Wege. Foto: dpa
Am 10. November werden in Ostfriesland vielerorts wieder bunt-leuchtende Laternen zu sehen sein: Dem Martinilaufen steht nichts im Wege. Foto: dpa
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Viele Kinder basteln bereits an ihren Laternen und üben Martini-Lieder ein: Dem Laufen von Haustür zu Haustür steht in diesem Jahr nichts im Weg. Die Behörden sprechen lediglich Empfehlungen aus.

Ostfriesland - Mit bunten Laternen von Haus zu Haus ziehen, Martinilieder singen und Süßigkeiten sammeln: Dem Martinilaufen steht in diesem Jahr nichts im Weg, nachdem der Brauch im vergangenen Jahr aufgrund von Corona nur eingeschränkt gepflegt werden konnte.

Selbst wenn die Corona-Zahlen noch einmal deutlich steigen sollten, gebe es derzeit keine Regeln, die das Martini-Laufen noch verhindern könnten, wie das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auf Nachfrage erklärt.

Mindestabstand ist Pflicht

Das Gleiche gelte für Umzüge unter freiem Himmel. „Für die Teilnahme gelten mangels spezieller Vorschriften die allgemeinen Regeln für Zusammenkünfte und Veranstaltungen“, schreibt Kerstin Wolff von der Pressestelle des Ministeriums. Und weil es sich dabei erfahrungsgemäß um Kleingruppen mit weniger als 25 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern handele, gelte selbst bei Warnstufe 2 oder 3 keine Einschränkung. Auch eine Maske müsse nicht getragen werden. Zu beachten sei aber der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen der Gruppe und anderen Personen.

Ungeachtet der rechtlichen Vorgaben empfiehlt das Ministerium insbesondere in größeren Gruppen allerdings, einen Mund-Nasen-Schutz möglichst durchgehend zu tragen. „Dies gilt auch für die Menschen an der Haustür“, so Kerstin Wolff. Außerdem sollten die allgemein bekannten Hygieneregeln beachtet werden. „Vor allem in Orten mit einem erhöhten Infektionsgeschehen sollten Eltern zudem sorgfältig prüfen, ob derartige Umzüge noch verantwortbar sind, auch wenn sie derzeit erlaubt sind.“

Süßigkeiten besser nicht direkt in die Hand geben

Die Stadt Emden empfiehlt darüber hinaus, dass Kinder, die in der Kita oder in der Schule in einer Kohorte sind, auch beim privaten Martini-Laufen oder Halloween gemeinsam unterwegs sind. Ebenfalls sei es ratsam, die Gruppe der Kinder sowie der begleitenden Personen so klein wie möglich zu halten, so Dennis Igelmann von der Stadt. An der Haustür könnten die Menschen für Abstand sorgen, indem sie beispielsweise Süßigkeiten nicht direkt in die Hand geben, sondern Schokolade, Bonbons und andere Leckereien beispielsweise in einem Korb bereit stellen aus dem sich die Kinder bedienen können.

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Das Martini-Laufen hat in Ostfriesland eine besondere Tradition und ist in seiner Form deutschlandweit einmalig, wie Katrin Rodrian von der Ostfriesischen Landschaft erklärt. Der Brauch wird – anders als in anderen Regionen – am 10. und nicht am 11. November begangen. Hintergrund ist eine evangelische Tradition zum Martinstag, die vor allem in den lutherisch geprägten Gebieten Nordwestdeutschlands und Nordostdeutschlands am Geburtstag von Martin Luther, am 10. November, gepflegt wird. Der Brauch ist auch unter den Namen Martini oder Martinssingen und unter den plattdeutschen Namen Sünte- oder Sünne Märten oder auch Mattenherrn bekannt. Im Landkreis Aurich und zum Teil auch im Landkreis Leer verkleiden sich ältere Kinder gelegentlich auch wie zu Karneval und ziehen so von Haus zu Haus. Im Landkreis Wittmund sowie in Emden sei dies weniger bekannt, wie Katrin Rodrian erklärt. Das berühmteste plattdeutsche Martininlied ist „Mien lüttje Lateern“ von Greta Schoon. „Auch Migrantenkinder singen die Martinilieder auf Platt“, wie Rodrian erzählt.

Halloween wird vor allem in Esens gefeiert

Eine Ausnahme bildet die Stadt Esens: Dort spielt Halloween eine größere Rolle mit dem größten Fest zu diesem Anlass in Ostfriesland. „Im übrigen Ostfriesland ist Martini tatsächlich wichtiger“, so Rodrian. Dennoch nehmen vielerorts auch Kinder den Halloweentag am 31. Oktober zum Anlass, um von Haus zu Haus zu ziehen und Süßigkeiten einzusammeln. Dabei gelten dann die gleichen Regeln und Empfehlungen wie zu Martini.

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