Versorgung
Bald kein Post- und Bankschalter mehr in der Emder Hauptpost
Die Postbank schließt ihre Filiale in der Emder Hauptpost nun endgültig. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, erst soll eine Lösung für den Postschalter gefunden werden.
Emden - Die Postbank-Filiale in der Emder Hauptpost soll endgültig schließen. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Bonn auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Seit vielen Monaten schon sind Kunden über vorübergehende Schließungen verärgert. Die Postbank gab bisher Personalmangel als Grund dafür an. Die Entscheidung, den Standort komplett zu schließen, habe wirtschaftliche Gründe. Durch die fortschreitende Digitalisierung habe sich das Kundenverhalten stark verändert. Sprich: Die Filiale selbst nutzen immer weniger Kunden, stattdessen sei die Nachfrage nach Online-Angeboten oder auch telefonischer Beratung gestiegen, und das in allen Altersschichten.
Was und warum
Darum geht es: Die Filiale der Postbank am Bahnhof in Emden schließt. Davon betroffen ist auch der Postschalter für den nun eine Alternative gesucht wird.
Vor allem interessant für: Kunden der Postbank sowie alle, die die Filiale der Post in dem Gebäude bisher genutzt haben
Deshalb berichten wir: Seit vielen Monaten ist die Filiale immer wieder mal wegen Personalmangels geschlossen. Jetzt ist die endgültige Schließung beschlossene Sache. Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de
„Dieser Trend hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie nochmals verstärkt“, sagt Postbank-Pressesprecher Oliver Rittmeyer. Ein unmittelbarer Zusammenhang der Schließung zu den personellen Engpässen der letzten Monate bestehe jedoch nicht. Die Schließung in Emden gehöre vielmehr zu einer Reihe von Filialaufgaben in ganz Deutschland. Insgesamt plant die Postbank das Angebot voraussichtlich bis Ende 2023 von aktuell 750 auf 550 Filialen zu verkleinern. Die Mitarbeiter in Emden werden nach Angaben von Oliver Rittmeyer nicht entlassen. Die Stellen würden stattdessen „sozialverträglich im Rahmen bestehender betrieblicher Vereinbarungen abgebaut“.
Künftig keine Postleistungen mehr in der alten Hauptpost
Damit werden in dem Gebäude, das immer noch als Hauptstandort der Post in Emden gilt, künftig auch keine typischen Postdienstleistungen mehr angeboten. Dennoch werde es in näherer Umgebung weiterhin möglich sein, Pakete und Briefe bei der Deutschen Post auch persönlich abzugeben. „Wenn die Postbank eine Filiale schließt, sucht die Deutsche Post einen Partner, der das Angebot an Postdienstleistungen übernimmt. In aller Regel handelt es sich dabei um ein Geschäft des Einzelhandels in der näheren Umgebung unseres Filialstandortes“, so Oliver Rittmeyer. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, würde die Filiale in Emden in jedem Fall erst schließen, wenn dieser Partner gefunden sei.
Damit setzt die Deutsche Post fort, was bereits 1993 begann. Seitdem verlagert das Unternehmen seine Leistungen nach und nach in lokale Einzelhandelsgeschäfte. Dabei arbeitet die Deutsche Post im großen Umfang auf Grundlage von Kooperationsverträgen mit selbstständigen Einzelhändlern, Gewerbetreibenden oder Handelsketten, die in ihren Geschäften Postdienstleistungen und Produkte im Auftrag der Deutschen Post anbieten. Heute bieten die Partner der Deutschen Post bundesweit in rund 13.000 Filialen Postdienstleistungen an.
Win-Win-Situation für Post und Partner
„Umfragen zufolge ist die Resonanz bei den Kunden durchweg positiv“, so Post-Sprecherin Maike Wintjen. Diese Vertriebsform verbessere vor allem durch längere Öffnungszeiten die Versorgung der Kunden mit postalischen Leistungen. „Auch die Partner zeigen sich zufrieden, da sich erfahrungsgemäß mit der Übernahme von Postleistungen auch die Kundenfrequenz im Hauptgeschäft erhöht.“
Heidrun van Detten, Inhaberin des Tabak-Centers im Dollart-Center, kann dies bestätigen. Kunden können dort bereits seit Eröffnung des Geschäfts im Jahr 2000 Pakete und Briefe abgeben. Jedes Mal, wenn die Hauptpost ihre Filiale vorübergehend geschlossen hatte, sei dies unmittelbar zu spüren gewesen. „Das haben wir extrem gemerkt“, so Heidrun van Detten. Für viele Kunden sei das Tabak-Center aufgrund der unzuverlässigen Öffnungszeiten in der Hauptpost im Laufe der Zeit zur Hauptanlaufstelle rund um das Thema Postleistungen geworden. „Teilweise haben wir jedoch so viele Kunden, dass sich lange Schlangen vor dem Geschäft bilden“, sagt Heidrun van Detten. Vor allem zur Zeit des Lockdowns, als nur eine bestimmte Anzahl von Kunden den Laden betreten durfte, war dies ein Problem. Die Post unterstützt die Filiale nun aber mit neuen Handscannern, die die Bedienung der Kunden in dem rund 70 Quadratmeter großen Geschäft einfacher und schneller machen soll.