Fußball

Ist Wilke Zierden der Scheich vom SuS Steenfelde?

| | 18.11.2021 17:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Er trägt SuS Steenfelde nicht nur auf der Jacke, sondern auch im Herzen: Wilke Zierden. Der Mann, der mit Aktivitäten im Internet sein Geld verdient, hat aus dem Dorfverein im Internet einen überregional bekannten Klub gemacht. Foto: Privat
Er trägt SuS Steenfelde nicht nur auf der Jacke, sondern auch im Herzen: Wilke Zierden. Der Mann, der mit Aktivitäten im Internet sein Geld verdient, hat aus dem Dorfverein im Internet einen überregional bekannten Klub gemacht. Foto: Privat
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Influencer und SuS-Geschäftsführer Wilke Zierden spricht im Interview über den Hype, Ziele und Gerüchte um den Fußballklub aus der B-Klasse. Manche nennen ihn den Scheich von Steenfelde. Ist er das?

Steenfelde - Mehr als 100.000 Freunde bei Facebook, 25.000 Follower bei Instagram und Hunderte Zuschauer bei den Heimspielen in der 2. Kreisklasse (B-Klasse): SuS Steenfelde ist ein besonderer Fußballamateurverein. Der Erfolg außerhalb des Platzes liegt vor allem an Wilke Zierden und Udo Tesch. Der frühere Spieler verdient unter anderem als Influencer im Internet sein Geld, auch Tesch ist dort inzwischen sehr populär. Von deren Popularität profitiert seit einigen Jahren nun auch SuS Steenfelde, der mit dem preisgekrönten Duo (Goldene Henne) Wilke und Udo zwei große Zugpferde besitzt. Im Interview mit unserer Zeitung spricht der 34-jährige Zierden über den Hype um den Klub, sportliche Träume und seinen Ruf als Scheich von Steenfelde.

Platzwart Udo Tesch (links) und Wilke Zierden sind für viele Späße zu haben und haben eine große Fangemeinde im Internet. Foto: Privat
Platzwart Udo Tesch (links) und Wilke Zierden sind für viele Späße zu haben und haben eine große Fangemeinde im Internet. Foto: Privat

Frage: Wir erreichen Sie vormittags gerade auf dem Sportgelände von SuS Steenfelde. Was gibt es diesmal zu tun?

Antwort: Wir erneuern momentan unsere Umkleidekabinen, die werden richtig schick – das geht optisch Richtung Bundesliga mit eigenen kleinen Spinds. Aber sie müssen auch sehr funktional werden, da wir viele Plätze schaffen müssen. Denn inzwischen haben wir drei Herrenmannschaften mit Kadern von jeweils mehr als 20 Spielern – und ein Damenteam mit 30 Frauen.

Frage: Dank Kult-Platzwart Udo Tesch und Ihrer Person hat SuS als Amateurverein eine enorme Reichweite. Nun gehört SuS laut dem Internetportal „Falsche9“ auf Rang 53 liegend zu den 60 deutschen Fußballvereinen mit den meisten Instagram-Followern. 25.000 Menschen folgen Ihnen dort.

Antwort: Das ist der Hammer. Und es werden auch immer mehr. Das liegt aber nicht mehr nur an uns beiden. Zu unseren Heimspielen im ersten Saisonteil kamen oft 350 bis 450 Zuschauer, viele auch von außerhalb. Es gab kürzlich einen Follower, der ist für ein Spiel extra 900 Kilometer angereist. Es gibt aber auch Leute wie einen Bremer, der kommt inzwischen zu jedem Heimspiel. Die haben den Verein, die Leute und das Umfeld einfach lieb gewonnen.

Die Fußballer von SuS Steenfelde (links) gehören zu den Spitzenteams der B-Klasse. Mittelfristig soll es etwas höher hinausgehen. Foto: Lohmann
Die Fußballer von SuS Steenfelde (links) gehören zu den Spitzenteams der B-Klasse. Mittelfristig soll es etwas höher hinausgehen. Foto: Lohmann

Frage: Sportlich passt die B-Klasse irgendwie nicht zu diesen Zahlen. Soll es denn auch mal höher hinausgehen?

Antwort: Ich bin ein erfolgsorientierter Mensch. Und natürlich möchte ich mittelfristig nicht mehr gegen die Reserven von Ihrhove und Flachsmeer, sondern gegen die ersten Mannschaften spielen. Ein bis zwei Ligen höher dürfte es in den nächsten Jahren schon gehen. Aber wir nehmen dazu kein Geld für Spieler in die Hand – auch wenn manch einer das behauptet.

Frage: Wer unterstellt das denn?

Antwort: Diese Stimmen aus anderen Orten oder von anderen Vereinen gibt es immer wieder. Aber bei uns bekommt kein Spieler Geld. Das ist Fakt. Manche nennen mich sogar den Scheich von Steenfelde (lacht). Es stimmt, dass ich auch privates Geld in den Verein stecke – aber es geht dabei um Ausstattung, Infrastruktur und anderes. Im Frühjahr bekommen wir zum Beispiel auf dem Hauptplatz ein Flutlicht und auf dem Trainingsplatz ein neues. Das wurde mit Fördergeldern und auch von mir finanziert. Ich liebe diesen Verein einfach, bin nun auch Geschäftsführer. Und dabei geht es mir um den ganzen Verein.

Frage: Stimmt es, dass ein Sportartikelhersteller den Klub inzwischen sponsert und offiziell ausrüstet?

Antwort: Ja, mit einer fünfstelligen Summe. Dazu erhalten wir pro Saison auch 150 Bälle, die dann allen Mannschaften zugute kommen. Vom Hype um unsere erste Mannschaft profitieren alle Teams. Und unsere in den vergangenen vier Jahren enorm gewachsene Jugendabteilung darf sich auf einen gemeinsamen Urlaub freuen.

Frage: Urlaub?

Antwort: Ja, über die Einnahmen von 80 Banden sollen alle Jugendspieler am Ende der Saison mit den Trainern zusammen drei Tage lang wegfahren, etwas zusammen erleben.

Wilke Zierden ist von Beruf auch Influencer. Foto: Privat
Wilke Zierden ist von Beruf auch Influencer. Foto: Privat

Frage: Auf der Steenfelder Facebook-Seite ist auch immer wieder von einer bald erscheinenden Dokumentation die Rede. Was hat es damit auf sich?

Antwort: Ich bin ein großer Fan von Sport-Dokus – da dachte ich, wir machen auch mal eine. Es geht um den Verein, die Spieler, die Leute im Hintergrund, aber auch um das Leben im Dorf. Die ganze Saison begleitet uns ein Kameramann: bei den Spielen, beim Training, bei Mannschaftsfeiern. Das ist hochwertig produziert. Ich helfe auch beim Schneiden des Materials. Der erste Teil von „Wir sind stolz auf unser Dorf“ wird am 19. Dezember auf unserer Facebook-Seite gezeigt. Der zweite Teil folgt dann am Saisonende. Da können sich die Leute wirklich drauf freuen.

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