Entsorgung

Idee für Breinermoor: Zum Lernen ins Entsorgungszentrum

| | 02.12.2021 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Breinermoor wird unter anderem aus Grünabfällen Kompost erzeugt. Wie das geht, könnten sich künftig Schüler anschauen. Foto: Archiv
In Breinermoor wird unter anderem aus Grünabfällen Kompost erzeugt. Wie das geht, könnten sich künftig Schüler anschauen. Foto: Archiv
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Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer betreibe bereits eine gute Öffentlichkeitsarbeit, sagt das Institut Infa. Bald könnte Mülltrennung schon ein Thema für Grundschüler werden.

Leer - In welchen Mülleimer kommt eine leere Milchtüte – ins Altpapier oder doch in den gelben Sack? Wo wird man alte Energiesparlampen los? Dürfen Hähnchenknochen auf den Kompost? Fragen wie diese können abendfüllende Diskussionen auslösen. Die richtige Antwort weiß auf jeden Fall der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer. Der könnte in den nächsten Jahren schon Grundschülern beibringen, wie man Müll richtig trennt, und zwar direkt im Entsorgungszentrum in Breinermoor.

Was und warum

Darum geht es: Der Landkreis Leer muss sein Abfallwirtschaftskonzept für die Jahre 2022 bis 2026 fortschreiben. Darin werden alle Wege der Abfallbeseitigung beschrieben, aber ebenso Wege der Wissensvermittlung.

Vor allem interessant für: Einwohner des Landkreises Leer und Menschen, die sich für umweltfreundliche Abfallentsorgung interessieren.

Deshalb berichten wir: Der Entwurf für das neue Konzept wurde in einer Sitzung des Betriebsausschusses vorgestellt.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Dort könnte ein sogenannter außerschulischer Lernort entstehen, also eine Einrichtung, die von ganzen Schulklassen für bestimmte Unterrichtseinheiten aufgesucht wird. Das ist eine der Anregungen, die das Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (Infa) in Ahlen mit dem Entwurf für das neue Abfallwirtschaftskonzept für den Landkreis Leer vorgelegt hat.

Einmal im Müllauto mitfahren

Demnach könnten Klassen aus Grundschulen und der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) nach einer Vorbereitung in der Schule an einem Rundgang über das gesamte Gelände in Breinermoor geführt werden. An einzelnen Stationen könnte dann Wissen über Abfallvermeidung, -sammlung und -verwertung vermittelt werden, heißt es im Entwurf für das Konzept.

Den Schülern soll dabei offenbar vermittelt werden, welche Formen und Mengen von Müll im Landkreis Leer eingesammelt werden, und was anschließend damit geschieht. Als weitere Themenideen schlägt Infa eine Fahrt in einem Müllauto, einen Mülltonnen-Slalom sowie Spiele und ein Puzzle vor. Was davon genau umgesetzt werden kann, soll in dem Zeitraum erarbeitet werden, für den das neue Abfallwirtschaftskonzept gelten soll.

2020 mehr Müll eingesammelt

Das erstreckt sich über die Jahre 2022 bis 2026. Der Entwurf wurde jetzt den Mitgliedern des Betriebsausschusses Abfallwirtschaft vorgestellt. Noch ist nichts entschieden, das Papier, das Bernd Ewering vom Institut Infa in der Sitzung vorstellte, soll bis zum Sommer 2022 in den Landkreisgremien beraten und schließlich vom Kreistag beschlossen werden.

Neben dem Vorschlag für den außerschulischen Lernort enthält es Analysen zur Ist-Situation und Zielvorstellungen. Beides hat Ewering, der über Video zugeschaltet war, kurz umrissen. Insgesamt ist das Müllaufkommen im Landkreis in den letzten Jahren größer geworden, nicht zuletzt aufgrund des Bevölkerungswachstums.

Sperrmüllmenge deutlich kleiner

Demnach wurden 2020 insgesamt 163.743 Kubikmeter Restmüll (2019: 141.765) eingesammelt, 47.946 Kubikmeter Grünabfall (39.264) und 136.679 Kubikmeter Altpapier und Kartonagen (122.698). Die Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt werden nicht vom Abfallwirtschaftsbetrieb, sondern vom Dualen System eingesammelt.

Voraussichtlich wird die Sperrmüllmenge in diesem Jahr erheblich kleiner ausfallen als noch 2020. Den Angaben von Infa zufolge wurde die Abholung knapp 30.000 Mal bestellt, im ersten Halbjahr 2021 waren es gerade etwas mehr als 5000. Nach Darstellung der Ersten Kreisrätin Jenny Daun hatte das zum einen mit dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie zu tun, weil Einwohner, die nicht zur Arbeit gehen konnten, stattdessen ihr Haus entrümpelten. Zum anderen wurde mit dem Ende des vergangenen Jahres eine Gebühr für die Abholung eingeführt, die vorher kostenlos war. Vermutlich hatten etliche Haushalte noch die Gelegenheit genutzt, das Zeug ohne Gebühr loszuwerden.

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