Serie „Weihnachten in der Kindheit“

In Suurhusen gab es einst die „Postfiliale Thonicke“

| | 08.12.2021 20:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Poststelle begeisterte im Hause Thonicke. Das Bild zeigt Anne (links) mit ihrer älteren Schwester Lena im Jahr 1990. Die jüngere Schwester Imke war doch nicht auf der Welt, aber schon „unterwegs“. Foto: Privat
Die Poststelle begeisterte im Hause Thonicke. Das Bild zeigt Anne (links) mit ihrer älteren Schwester Lena im Jahr 1990. Die jüngere Schwester Imke war doch nicht auf der Welt, aber schon „unterwegs“. Foto: Privat
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Auch Sport-Funktionärin Anne Thonicke hat viele schöne Kindheitserinnerungen an Weihnachten. Besonders ein Geschenk begeisterte sie und ihre Schwestern in Suurhusen.

Suurhusen - Am 24. Dezember 1990 öffnete die Postfiliale Thonicke in Suurhusen. „Viele Kinder bekamen eine Spielküche oder einen Einkaufsladen, wir diese Poststelle. Sie hat uns viele Jahre viel Freude bereitet“, erzählt Anne Thonicke. Die Vorsitzende des Kreissportbundes Aurich und Vereinschefin von Eintracht Hinte spielte zunächst mit ihrer großen Schwester Lena damit, später klebte und stempelte auch die jüngere Schwester Imke fleißig Briefmarken.

Anne Thonicke ist hauptberuflich und ehrenamtlich im Sport engagiert. Foto: Privat
Anne Thonicke ist hauptberuflich und ehrenamtlich im Sport engagiert. Foto: Privat

„Wir hatten in jungen Kinderjahren sehr viel Spaß damit“, sagt die 35-jährige Anne Thonicke, die inzwischen in Hinte lebt und in Aurich als Geschäftsstellenleiterin des MTV arbeitet. Als die drei Thonicke-Schwestern keine Verwendung mehr für die Poststelle hatten, wurde diese von der Familie weiter verschenkt. „Ich weiß aber nicht, wo sie gelandet ist.“

Heiligabend nicht erreichbar

Erinnerungen und Fotos sind vom gelb-schwarzen Schmuckstück geblieben. Ohnehin hat die Funktionärin die vielen Weihnachten im Elternhaus in Suurhusen in allerbester Erinnerung. „Unsere Eltern haben sich immer ganz viel Mühe gegeben, uns tolle Tage zu bescheren. Sie haben uns viele Wünsche erfüllt. Daran denke ich gerne zurück.“

Das verschlossene Wohnzimmer an Heiligabend gehörte wie bei vielen Familien auch bei den Thonickes dazu. Allerdings entstanden bis zur Bescherung immer zwei kleine „Probleme“. Der einzige Fernseher im Haushalt stand dort, ebenso wie das – damals nicht kabellose – Telefon. „Es klingelte dann so lange, bis der Anrufer aufhörte. Wir waren als Familie dann einfach nicht erreichbar“, sagt Anne Thonicke und lacht herzlich.

Fernseher blieb immer aus

Langweilig wurde den Schwestern bis zum Start des Heiligabend-Programmes mit dem Gottesdienst-Besuch dabei nicht. Dafür sorgten die Eltern. Zimmeraufräumen für den Weihnachtsmann stand an.

Als Teenager und junger Erwachsener gab es natürlich keinen „Aufräum-Befehl“ mehr. Die Familie beschenkte sich auch regelmäßig mit Gesellschaftsspielen, die dann direkt zusammen gespielt wurden. „Bei uns war Heiligabend nie der Fernseher an. Und ich war auch nie jemand, der dann noch um die Häuser gezogen ist. Weihnachten ist für mich Familienzeit.“

Das ist auch heute noch so, auch wenn die drei Schwestern inzwischen alle ihre eigen Familien haben. Am 1. Weihnachtstag kommt man dann in Suurhusen zusammen. Am 24. Dezember wird sie bei ihren Eltern vermutlich schon auf eine Tasse Tee vorbeischauen. Dann beginnen besinnliche Tage. Auch mal ganz ohne Sportvereine, die sonst ihren Alltag bestimmen. Ganz loslassen kann sie aber doch nicht. „Ich schaue schon mal in die Mails“, gesteht sie. „Aber nur um Weihnachtspost zu beantworten.“ Die Poststelle Thonicke ist eben noch nicht ganz geschlossen.

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