Bildung

Einigkeit beim Rat: Grundschulbedarf muss analysiert werden

| | 08.12.2021 16:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie steht es um die Grundschulen in der Krummhörn und wie zukunftssicher sind die Standorte? Das will die Gemeinde nun herausfinden. Symbolfoto: DPA
Wie steht es um die Grundschulen in der Krummhörn und wie zukunftssicher sind die Standorte? Das will die Gemeinde nun herausfinden. Symbolfoto: DPA
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In der Krummhörn soll nun eine Bedarfsanalyse Klarheit über die aktuelle Situation an den Grundschulen und die künftigen Herausforderungen bringen. Der Rat ging dabei weiter als die Verwaltung.

Krummhörn - Einigkeit herrschte am Dienstagabend bei der zweiten Sitzung des neuen Gemeinderates der Krummhörn bei der Frage nach den Grundschulen. Auf Antrag der Verwaltung soll eine Bedarfsanalyse erstellt werden. Die Politik war einstimmig dafür.

Was und warum

Darum geht es: Die Schülerzahlen in der Krummhörn werden voraussichtlich deutlich sinken.

Vor allem interessant für: Eltern von Kindern im Vorschul- oder Grundschulalter in der Krummhörn

Deshalb berichten wir: Am Dienstagabend tagte der Rat der Gemeinde.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Diese Entscheidung sei, so ist es der Vorlage zu entnehmen, nicht nur mit Blick auf die Diskussion rund um die Grundschule Jennelt von Bedeutung, sondern auch für die weiteren Standorte. Neben Jennelt sind auch die Grundschulen in Pewsum, Loquard und Greetsiel in Trägerschaft der Gemeinde.

Unter Beteiligung von Schulen und Eltern

„Gegenwärtig wird über eine Lösung für die Grundschule Jennelt politisch diskutiert. Hier werden zwei Entwürfe, Neubau oder Sanierung im Bestand, debattiert. Die beschlossenen Sanierungsmaßnahmen in Greetsiel wurden auf Grund übermäßiger Steigerung der Kosten im Sommer 2021 gestoppt. Die bauliche Substanz der Gebäude in Pewsum und Loquard steht zurzeit nicht auf der Agenda, aber auch an diesen Schulstandorten könnten über kurz oder lang Investitionen notwendig werden“, heißt es im Antrag.

Aber nicht nur die möglichen baulichen Investitionen sollen in der Bedarfsanalyse betrachtet werden, sondern auch zusätzlicher Investitionsbedarf, um beispielsweise dem demografischen Wandel, neuen Lebensentwürfen sowie der Digitalisierung Rechnung zu tragen. „Die Verwaltung empfiehlt, alle Schulstandorte zu beleuchten und die Untersuchung mit einem kompetenten Partner begleitend durchzuführen. Die Beteiligung der Grundschulen und Elternvertretung in Arbeitsgruppen ist dabei wünschenswert“, so der nun beschlossene Plan. Das wünschenswert wurde auf Antrag des Rates auf „obligatorisch“ geändert.

Prognose: Sinkende Schülerzahlen

Einen ersten Eindruck zu einem der Themen hat die Gemeinde schon selbst mitgeliefert: die Entwicklung der Schülerzahlen. Demnach werden, ausgehend vom aktuellen Schuljahr, nahezu alle Schulen an Schülern bis zum Schuljahr 2025/26 einbüßen. Als Grundlage hat die Gemeinde die Geburtenjahrgänge ausgewertet und den entsprechenden Bedarf vorausgerechnet. Der Zuzug von Familien, zum Beispiel durch neue Baugebiete, ist entsprechend nicht mit eingerechnet.

Aktuell seien in den vier Grundschulen in Trägerschaft der Gemeinde 392 Schülerinnen und Schüler untergebracht. Mit 175 Kindern ist die Grundschule Pewsum die größte Schule, die Grundschule Loquard mit 49 die kleinste. Bis zum Schuljahr 2025/26 soll die Gesamtzahl der Schüler auf 349 sinken. Bis auf die Grundschule Loquard, die in der Vorausberechnung mehr Schüler bekommt, verlieren die übrigen Standorte in unterschiedlichem Maße. Am deutlichsten: Jennelt.

Der nun von der Politik beschlossene Vorschlag der Bedarfsanalyse deckt sich derweil mit der Ankündigung der neuen Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos), auch in Sachen Jennelt andere Wege zu gehen. Die noch unter Vorgänger Frank Baumann (SPD) angekündigte Klausurtagung zur Grundschule wurde abgesagt. Stattdessen soll ein grundlegendes Konzept erarbeitet und mit der Politik besprochen werden. Die nun angestoßene Bedarfsanalyse ist ein weiterer Baustein.

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