Weihnachten
Als die Oma tagelang am Weihnachtsgeschenk werkelte
Redakteurin Maren Stritzke erinnert sich an Weihnachten in ihrer Kindheit – und an ein besonderes Weihnachtsgeschenk im Jahr 1991.
Bramsche - Tagelang muss meine Oma Brunhild an diesem Werk gesessen haben. Sie sägte kleine Holzschnitte aus, nähte Gardinen und Kleidungsstücke. Am Ende entstand ein großes Puppenhaus, das mir Heiligabend 1991 eine riesige Freude bereitete.
Meine Oma, die 2007 verstarb, war ein Handwerkstalent. Ich erinnere mich noch an das Rattern ihrer Nähmaschine. Sie lebte damals in Bramsche, meiner Heimatstadt, in der Einliegerwohnung. Mein Bruder Markus und ich konnten also jederzeit zu ihr herübergehen.
Sogar der Weihnachtmann kam vorbei
Was damals alles in ihrer „Weihnachtswerkstatt“ los war, bekamen wir als Kinder allerdings nicht mit. Zum einen waren wir zu jung, zum anderen machte es meine Oma geschickt und arbeitete im Geheimen – schließlich sollten die Geschenke eine Überraschung bleiben. Unzählige Stunden muss sie damals an meinem Puppenhaus, das bis heute besteht, gewerkelt haben. Die Einrichtungsstücke – außer der Küche und der Badmöbel – entstanden in Eigenarbeit. Die kleinen ausgesägten Holzschnitte klebte sie zusammen – und so entstanden zum Beispiel der Wohnzimmerschrank, die Stühle, das Bett und der Kleiderschrank. Bewohnt war das Haus mit mehreren Puppen – eingekleidet natürlich mit selbst genähten Hosen und Kleidern von meiner damals 65-jährigen Omi. Das Talent für die Handarbeit gab sie übrigens an meine Mutter Kerstin weiter. Sie strickte mir die Wolljacke, die ich an Heiligabend 1991 trug. Damals war ich zweieinhalb Jahre alt.
Der Weihnachtsmann kam sogar auch persönlich in Bramsche vorbei. Damals hatte sich ein Arbeitskollege meines Vaters Manfred den langen roten Mantel und den weißen Rauschebart umgebunden. Welche Geschenke er genau brachte, dafür reichen die Erinnerungen nicht mehr aus. Grundsätzlich lag aber immer das unter dem Weihnachtsbaum, was ich mir als Kind gewünscht hatte. Später erweiterte sich somit auch meine Puppensammlung. Die Puppen wurden größer, der Weihnachtsmann brachte in den darauffolgenden Jahren unter anderem eine „Baby born“ und mehrere Barbies.
Das Weihnachtsessen
Als mein Bruder und ich etwas älter waren, mussten wir vor der Bescherung noch etwas vortragen – entweder ein Gedicht aufsagen oder ein Lied vorspielen. Was sich an Weihnachten nicht änderte, war das Essen. Traditionell gab es Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen. Dabei wurde der Kartoffelsalat schon am Vorabend zubereitet, damit er über Nacht durchziehen konnte – lecker!
Ohnehin haben sich meine Eltern und meine Großmutter immer sehr viel Mühe gegeben, um meinem Bruder und mir ein tolles Fest zu bereiten. Das zeigt beispielhaft auch die Mühe, Zeit und die Liebe, die meine Oma in das Puppenhaus investierte.
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