Weihnachten

Tipps gegen Weihnachtsstress

| | 23.12.2021 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Was tun, wenn einem der Stress an den Feiertagen über den Kopf wächst? Symbolfoto: Pixabay
Was tun, wenn einem der Stress an den Feiertagen über den Kopf wächst? Symbolfoto: Pixabay
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Was tun, wenn über die Feiertage der Stress zu viel wird? Unsere Redaktion hat zwei Psychologen gefragt und die besten Tipps für Stressbewältigung und -vermeidung zusammengetragen.

Ostfriesland - In der Ecke steht der Weihnachtsbaum, der leuchtet und glitzert; leise läuft die Musik im Hintergrund und nicht nur die Augen der Kinder leuchten, wenn es an die Bescherung geht. Dann noch leckeres Essen dazu und fertig ist der perfekte Weihnachtsabend. Klingt traumhaft, die Realität sieht dann aber doch oft anders aus. Stress und Hektik machen sich an den Feiertagen regelmäßig breit. Was kann man dagegen tun? Das hat unsere Zeitung zwei Experten gefragt, die Psychologen David Reinhaus und Sebastian Anstadt.

Was und warum

Darum geht es: Man darf an Weihnachten auch mal Nein sagen!

Vor allem interessant für: diejenigen, die an den Feiertagen oft von Stress geplagt sind

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie man mit Stress an den Feiertagen umgehen kann.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

„Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass viele Menschen die Weihnachtszeit als besonders stressig erleben“, sagt Reinhaus im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Folge, so zeigen es Studien: eine Abnahme des empfundenen Wohlbefindens und sogar gesundheitliche Probleme, wenn das Stresslevel zu hoch wird.

Sieben schnelle Tipps

Reinhaus hat sieben Tipps zusammengestellt, um Stress an den Feiertagen möglichst zu vermeiden. „Das ist kein Allheilmittel“, sagt er. „Aber es sind Anregungen.“

  • Bauen Sie übertriebene Erwartungen ab: Sprechen Sie in Ihrer Familie offen über die Erwartungen an das Weihnachtsfest und setzen Sie sich für realistische Erwartungen ein.
  • Vermeiden Sie Perfektionismus: Üben Sie sich in Gelassenheit. Es muss nicht alles perfekt sein! Es ist viel wichtiger, einfach Zeit miteinander zu verbringen.
  • Besinnen Sie sich auf die Weihnachtsbotschaft: Es geht vielmehr um Liebe und Dankbarkeit als um Geschenke und Essen.
  • Beschränken Sie sich beim Schenken: Vereinbaren Sie miteinander, dass Sie sich nicht zu viel schenken. Beispielsweise können Sie innerhalb der Familie auslosen, wer wem etwas schenkt.
  • Holen Sie sich Unterstützung: Sie müssen an Weihnachten nicht alles allein vorbereiten. Verteilen Sie die Aufgaben zur Vorbereitung des Weihnachtsfests innerhalb Ihrer Familie.
  • Sagen Sie nein: Lehnen Sie zusätzliche Verpflichtungen ab – etwa ein Treffen mit Freunden am ersten Weihnachtstag. Vereinbaren Sie lieber einen Ersatztermin.
  • Verschieben Sie die Besprechung konfliktreicher Themen: Vereinbaren Sie innerhalb der Familie, dass Sie konfliktreiche Themen erst nach dem Weihnachtsfest besprechen. Klären Sie miteinander, welche Themen an Weihnachten tabu sein sollen.

Im Detail: Warum kann Weihnachten stressig sein?

Die Gründe, warum die Feiertage oft mit Stress einhergehen, sind vielfältig. „Viele Menschen haben überhöhte Erwartungen an sich selbst und ihr Umfeld“, sagt Reinhaus. Dies sei oft auf das mediale Bild des perfekten Weihnachtsfestes zurückzuführen“, so Anstadt. „Aber auch die eigenen kindlichen Erinnerungen an Weihnachten können unrealistische Erwartungen mit sich bringen“, sagt Anstadt. Zumindest dann, wenn man versuche, die „Magie“ des Festes, die man als Kind wahrgenommen hat, um jeden Preis wieder heraufzubeschwören.

Was tun gegen zu hohe Erwartungen?

Anstadt empfiehlt, sich hier selbst zu hinterfragen. „Was ist mir an Weihnachten wirklich wichtig?“ Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten. „Wir verändern uns in unserem Leben“, so Anstadt. Entsprechend müsste sich auch das Fest verändern, „wenn wir nicht krampfhaft an Idealbildern festhalten“.

Schon die bewusste Entscheidung, Weihnachten anders zu verbringen und sich auf das zu konzentrieren, was einem wichtig ist, könnte Entspannung bringen. Wenn mir ein Festessen nicht wichtig ist, dann sollte ich darauf verzichten und die so gewonnene Zeit dann ganz bewusst für etwas nutzen, was mir Spaß macht“, empfiehlt Anstadt.

Bewusstes Genießen

Reinhaus und Anstadt sind sich einig, dass ein bewussteres Genießen schon viel ausmachen könne. Sei es der Spaziergang, bei dem man die Ruhe und die kühle Luft genießt oder die kleine Auszeit auf der Couch mit einem Tee. „Einfach mal die Wärme der Tasse und den Geruch des Tees ganz bewusst wahrnehmen und zur Ruhe kommen“, empfiehlt Anstadt.

Kurze Auszeiten, genügend Erholung und Schlaf sowie eine vielleicht neue Achtsamkeit und Dankbarkeit für kleine Dinge hält auch Reinhaus für wichtig. Und man dürfe auch mal an sich selbst denken: „Gönnen Sie sich kleine Belohnungen“, empfiehlt er. „Beispielsweise könnten Sie ein Stück Ihrer Lieblingsschokolade genießen oder Ihre Lieblingsmusik hören.“

Zudem, so noch ein abschließender Tipp von Reinhaus: Entspannungsübungen. „Auf den Webseiten der Krankenkassen finden Sie Video- und Audioanleitungen für wirksame Entspannungsübungen. Suchen Sie einfach im Internet nach Atementspannung, progressiver Muskelentspannung oder autogenem Training.“

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