Friesensport
Frühstart der Boßler: EM-Rennen ging schon am 2. Januar weiter
Ende Mai soll im dritten Anlauf die 16. Boßel-EM stattfinden. Derzeit finden noch Qualifikationen statt. Die Boßler waren schon am 2. Januar unterwegs. In Pfalzdorf unter besonderen Bedingungen.
Pfalzdorf - Mehrere Dutzend Boßler und Boßlerinnen sind Ostfrieslands Frühstarter ins Sportjahr 2022: Bereits am Sonntag, 2. Januar, traten die Friesensportler zu einem offiziellen Wettkampf an. Beim vierten von sechs Werfen der EM-Qualifikation mit der Eisenkugel ging es wieder um wichtige Punkte für eines der begehrten Tickets für die Europameisterschaft vom 26. bis 29. Mai in Schleswig-Holstein.
Die 16. EM hätte schon im Mai 2020 in Meldorf, Süderhastedt und Kaltenhörn stattfinden sollen. Doch die Wettkämpfe fielen wegen der Corona-Pandemie ebenso aus wie ein Jahr später. Im dritten Anlauf soll es nun 2022 klappen. „Das hoffen wir alle“, sagt Inka Eilts aus Middels. Sie ist Fachwartin Boßeln beim Friesischen Klootschießer-Verband (FKV), dem Dachverband der Ostfriesen und Oldenburger. Gemeinsam tritt man bei den Europameisterschaften gegen die Verbände aus Schleswig-Holstein, Niederlande, Irland und Italien in mehreren Disziplinen an. 2024 folgt schon die EM in Neuharlingersiel. Es ist nach Norden 1988 erst die zweite Europameisterschaft auf ostfriesischem Boden.
Maskenpflicht in Pfalzdorf
Wer bei den Boßel-Wettkämpfen in Schleswig-Holstein dabei sein will, musste schon einen Tag nach Neujahr wieder auf der Straße sein Bestes geben. Die Männer und männliche Jugend taten dies in Pfalzdorf bei Aurich, die Frauen und weibliche Jugend in Halsbek bei Westerstede. Während es im Kreis Ammerland keine besonderen Auflagen gab, mussten die Männer in Pfalzdorf Maske tragen. Nur beim Werfen durften sie sie ablegen. „Da muss ich unseren Sportlern ein sehr großes Kompliment machen. Keiner hat gemurrt, alle haben sich super an die Regeln gehalten“, berichtet Inka Eilts. Die Maskenpflicht in Pfalzdorf galt, weil – anders als in Halsbek – auf der Wurfstrecke kein Fahrradweg neben der Straße verlief. So habe es weniger Ausweichmöglichkeiten für die sich irgendwann entgegenkommenden Sportler gegeben, so Eilts.
Sie beobachtete das Werfen der besten ostfriesischen Boßler bei Dauerregen. Jeweils in Dreiergruppen traten die Athleten ab 10 Uhr in zeitlichem Abstand an, um ihre zehn Würfe nacheinander zu leisten. Simon Quathamer (Bredehorn) aus der Friesischen Wehde kam auf 2157 Meter und erhielt die 15 Punkte für den Tagessieg. Wer nach den sechs Qualifikationswerfen unter den Top elf steht, fährt zur EM. Hinzu kommen zwei Ersatzfahrer.
Am 30. Januar geht es weiter
Ralf Look (Großheide) und Stefan Siebolds (Burhafe) werden mit Sicherheit dabei sein. Look wurde mit 2058 Metern am Sonntag Dritter, ist mit 37 Punkten Gesamtführender. Sein Vorsprung auf Rang zwölf beträgt 26 Punkte. Der von Stefan Siebolds ist auch immerhin 20 Zähler groß. Er landete in Pfalzdorf auf Platz zwei (2071), ist nach vier Werfen Gesamtdritter.
Bei den Frauen in Halsbek setzte sich Anke Klöpper mit drei Metern Vorsprung vor Lokalmatadorin Fenja Bohlken durch und holte sich den Tagessieg – auch in der Gesamtwertung dominieren diese beiden. Sechs Frauen und eine Ersatzwerferin qualifizieren sich am Ende für die EM. Bei der männlichen Jugend sind es 4 (plus 1), bei der weiblichen 3 (plus 1). Am 30. Januar wechseln Männer und Frauen wieder den Wettkampfort – beim entscheidenden sechsten Werfen am 12. März erneut. Vielleicht dürfen die Männer dann ja auch schon ohne Maske in Pfalzdorf auf die Straße gehen und dann zwei Monate später im dritten Anlauf endlich zur EM.