Bildung
Grundschule Jennelt: Es kocht weiter
Der Rat ist neu, die Probleme bleiben die gleichen: Wie geht es weiter mit der Grundschule Jennelt? Aktuell kochen die Gemüter wieder.
Jennelt/Krummhörn - Beim Thema Grundschule Jennelt kocht es in der Krummhörn weiter: Nachdem die SPD sich grundsätzlich gegen eine Schulschließung aussprach und unter anderem die Freie Bürgerliste (Fbl) hart anging, reagiert diese nun mit einer Stellungnahme – und spricht sich für einen Erhalt aller vier Grundschulstandorte in der Krummhörn aus. Zumindest unter Vorbehalt.
Was und warum
Darum geht es: Die Fbl reagiert auf Kritik von der SPD.
Vor allem interessant für: Junge Familien, die vor der Entscheidung stehen, an welche Grundschule sie ihre Kinder schicken.
Deshalb berichten wir: Außerhalb der politischen Sitzungen geht die Diskussion um den Grundschulstandort weiter. Wir fassen die aktuellen Entwicklungen zusammen. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Tatsächlich hat die von der Politik einstimmig beschlossene Bedarfsanalyse die Diskussion um Neubau oder Kernsanierung der Grundschule Jennelt in den vergangenen Wochen wieder stark in Richtung „Schließung oder keine Schließung“ verschoben. Das hängt zum einen mit den Vorwürfen der SPD zusammen, dass die übrigen Parteien sich nicht an ihre Wahlprogramme halten würden und man „die einzigen“ seien, die sich explizit für einen Fortbestand des Schulstandortes aussprechen. Es hängt aber auch damit zusammen, dass weiterhin die Grundlage für eine vernünftige Diskussion fehlt.
Fbl hat Klärungsbedarf
Genau daran soll die Bedarfsanalyse eigentlich etwas ändern, Kritik gibt es aber auch seitens der Schule selbst. Wie die Jennelter Schulleiterin Jutta Lerche-Schaudinn immer wieder betont, sei die Mängelliste, die neben einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Schule Investitionen nötig machen würden, hinlänglich bekannt. Erst im Dezember habe es wieder eine Begehung der Schule gegeben, dieses Mal durch den Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH). „Diese Begehung wurde von mir veranlasst“, so Lerche-Schaudinn. „Es wurde eine umfangreiche Mängelliste erstellt. Die erforderlichen Maßnahmen sollen unverzüglich eingeleitet werden und bis zum 28. Februar soll dem GUVH über den Stand der Durchführung berichtet werden“, sagt sie weiter. Viele der festgestellten Mängel seien dem Schulträger, also der Gemeinde aber schon hinlänglich bekannt. Den Eingang dieser Mängelliste bestätigt auch die Gemeinde auf Nachfrage. Die Mängelliste werde abgearbeitet, so Gemeindesprecher Fritz Harders. „In welchem Umfang, wird noch geprüft. Dabei geht es ausschließlich darum, Mängel abzustellen, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten.“
Auf die Vorwürfe der SPD und auch die Ängste der Schule reagiert jetzt die Fbl. Sie betont in ihrer aktuellen Stellungnahme, dass man grundsätzlich für den Erhalt aller vier Grundschulstandorte sei. Gleichzeitig betont die Bürgerliste, dass es an einer Entscheidungsgrundlage fehle. Man wolle warten, bis „alle Fakten und Zahlen auf dem Tisch sind“, bevor man eine endgültige Entscheidung treffen wolle. Eine Vorwegnahme der Entscheidung, wie die SPD es mache, die sich auf einen Neubau fokussiert, empfinde man als „unredlich“. So sei unter anderem unklar, welche Fördermittel unter welchen Vorzeichen möglich wären; ob die Gemeinde neue Kredite aufnehmen müsse, wenn der Standort erhalten bleibt; wie sich die Schülerzahlen entwickeln usw.
SPD: „Schließung kommt nicht infrage“
Tatsächlich bestätigt Alfred Jacobsen, SPD-Fraktionsvorsitzender der SPD im Krummhörner Rat, dass „eine Schließung für uns nicht infrage kommt“. Der Bedarfsanalyse habe man zwar zugestimmt, für die Sozialdemokraten gehe es aber nur um „Kernsanierung oder Neubau“. Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden forderte hingegen eine ergebnisoffene Analyse. Diese dürfe aber nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geschehen, sondern müsse auch andere Faktoren beinhalten, so die Forderung von Jacobsen.
Die Grundschule selbst kämpft derweil weiter für den Erhalt und eine grundlegende Neugestaltung der Schule. So habe man jüngst Vertretern der SWK und CDU die eigenen Pläne und Vorstellungen für eine zukunftsfähige und die Inklusion lebende Grundschule vorgestellt. Auch Gespräche mit der SPD habe es gegeben. So will die Grundschule Jennelt eine sogenannte Clusterschule werden. Das bedeutet, dass Gebäude und Räume so gestaltet sind, dass flexibel auf Anforderungen reagiert werden kann.