Politik in der Krummhörn

Wohnraum, Klimaschutz und Finanzen

| | 18.01.2022 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zuletzt wurde in Greetsiel ein größeres neues Baugebiet für Wohnungen geschaffen. An günstigem Wohnraum mangelt es der Gemeinde aber weiterhin. Foto: Archiv
Zuletzt wurde in Greetsiel ein größeres neues Baugebiet für Wohnungen geschaffen. An günstigem Wohnraum mangelt es der Gemeinde aber weiterhin. Foto: Archiv
Artikel teilen:

Unsere Zeitung wollte wissen, welche Schwerpunkte die Krummhörner Parteien für das erste Quartal des neuen Jahres setzen. Eine besondere Rolle werden demnach Wohnraum und Klimaschutz spielen.

Krummhörn - Die Grundschule Jennelt bewegt die Gemüter, auch in der Krummhörner Kommunalpolitik. Aber was haben die Gemeinderatsvertreter noch auf der Agenda für das erste Quartal des neuen Jahres? Schon im vergangen Jahr hatte unsere Zeitung die Parteien diesbezüglich angefragt.

Leider antworteten nicht alle, so dass die Auflistung ohne die Soziale Wählergemeinschaft Krummhörn und ohne die AfD, die mit einem Ratsherrn vertreten ist, auskommen muss.

Wohnraum

Ein Thema, was die Politik weiter beschäftigen wird, ist der Wohnraum in der Gemeinde. So will die Freie Bürgerliste Krummhörn (Fbl) „den Bebauungsplan Edzard-Cirksenastrasse und Klaus-Störtebeker-Weg dahingehend ändern, dass der Bau von größeren (Ferien)-Wohnanlagen nicht mehr möglich ist“, wie Heiko Ringena auf Nachfrage mitteilt. Beide Straßen befinden sich in Greetsiel. Laut Ringena soll dies aber nur eine Art „Probelauf“ für die Gestaltung künftiger Bebauungspläne sein. In der Vergangenheit hatten die Vorstöße, bestehende Bebauungspläne zu verändern, im Rat der Gemeinde für Diskussionen gesorgt. Man befürchte rechtliche Konsequenzen, wenn man die Bebauungspläne ändert.

„Wohnraum schaffen“, das sei laut Ringena darüber hinaus für die Zukunft wichtig, um die Lebensqualität in der Krummhörn zu sichern. „Wir müssen kreativ werden um zukünftig neuen Wohnraum zu schaffen“, sagt er. Besonders im Blick habe die Fbl dabei die Gulfhöfe, die zum Teil ungenutzt seien. Aber nicht nur die Bürgerliste hat das Thema Wohnraum auf dem Zettel. Auch die Grünen haben, so Garrelt Agena, bereits im Dezember einen Antrag rund um die „Fragen hinsichtlich des Bedarfes an kostengünstigem Wohnraum sowie der Errichtung von sozial gebundenem Wohnraum und der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft“ gestellt. In diesem Antrag wollen die Grünen unter anderem einen Überblick über „bestehenden Wohnraum mit Sozialbindung“ haben.

Klimaschutz

Besondere Bedeutung für das erste Quartal messen die Grünen aber einem Klimaschutzmanager bei, so Garrelt Agena. Ziel der Grünen ist es, dass auch in der Gemeinde Krummhörn die Stelle eines Klimaschutzmanagers geschaffen und besetzt wird. Als Folge dieses bereits im vergangenen Jahr gestellten Antrags wird Ingo de Vries, Klimaschutzmanager des Landkreises Aurich, in dieser Woche seine Arbeit vorstellen. Dies geschieht auf der Sitzung des Umwelt- und Klimauauschusses der Gemeinde Krummhörn an diesem Donnerstag, 20. Januar, 18.30 Uhr in der Mensa der IGS in Pewsum.

Auch die SPD will die Schaffung dieser Stelle vorantreiben. Man strebe eine qualifizierte Ganztagsstelle an, so Alfred Jacobsen, und hoffe dabei auf Unterstützung durch die Grünen. Eine mitunter diskutierte Kooperation mit der Nachbargemeinde Hinte und damit eine Teilung der Stelle, halte die SPD nicht für sinnvoll. Ferner möchten die Sozialdemokraten auch ältere Anträge, darunter die Schaffung einer Stelle für Fördermittelmanagement, wieder auf die politische Agenda heben.

Haushalt

Auf Nachfrage unserer Zeitung betont die CDU, dass man sich zunächst mit dem Haushalt auseinandersetzen wolle. „Es stehen große Investitionen an“, so Roelf Odens. Als Beispiel nennt er den Neubau von Feuerwehrhäusern, aber auch die Grundschule Jennelt – je nachdem, wie hier die Entscheidung fällt.

Über die Haushaltslage der Gemeinde hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen gegeben. Im vergangenen Jahr wurde der beschlossene Umbau der Grundschule Greetsiel beispielsweise auf Eis gelegt. Ursprünglich sollte der Kindergarten in die Schule integriert werden. Aufgrund einer „Kostenexplosion im Baugewerbe“ wurde dieses Vorhaben aber „auf unbefristete Zeit“ zurückgestellt.

Auch der Zustand der Wirtschaftswege bleibt weiter Thema in der Krummhörn. Viele dieser ursprünglich vor allem landwirtschaftlichen Zwecken dienenden Straßen werden heute auch von Autofahrern und vor allem Radfahrern genutzt. Eine Sanierung der Wege kostet viel Geld, eine Lösung für die langfristige Finanzierung und Instandhaltung wurde bislang nicht gefunden.

Ähnliche Artikel