Umweltschutz

Krummhörn auf dem Weg zum Klimaschutz

| | 21.01.2022 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mehr Photovoltaik ist ein Beispiel, was die Gemeinde Krummhörn in einem Klimaschutzkonzept festlegen könnte. Aber erst muss die politische Willensbekundung da sein. Symbolfoto: Gollnow/DPA
Mehr Photovoltaik ist ein Beispiel, was die Gemeinde Krummhörn in einem Klimaschutzkonzept festlegen könnte. Aber erst muss die politische Willensbekundung da sein. Symbolfoto: Gollnow/DPA
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Die Krummhörn schickt sich an, mehr für den Klimaschutz zu tun. Diskutiert wird noch darüber, ob man Hinte und Brookmerland gleich mit ins Boot holt.

Krummhörn - Eigentlich gab es im Umweltschutzausschuss der Krummhörn am Donnerstagabend Einigkeit: In Sachen Klimaschutz müsse man etwas tun. Auch der Schaffung einer Stelle für einen Klimaschutzmanager war man nicht abgeneigt. Doch gehadert wurde bei den Details.

So ist sich die Politik bislang vor allem darüber uneinig, ob man beim Klimaschutzkonzept eine Kooperation mit den Nachbargemeinden Hinte und Brookmerland eingehen sollte oder nicht. Der Klimaschutzmanager des Landkreises Aurich, Ingo de Vries, der dem Ausschuss einen ersten Überblick über den notwendigen Weg hin zu einem Klimaschutzkonzept gab, sprach sich für eine Kooperation aus.

Hohe Förderungen möglich

Hinter einem Klimaschutzkonzept verbirgt sich derweil mehr als eine Willensbekundung. Das Klimaschutzkonzept, das Bedingung für eine zum Teil sehr hohe finanzielle Förderung ist, umfasst konkrete Maßnahmen, die in einem Zeitraum von in der Regel zehn Jahren umgesetzt werden müssen. Das Klimaschutzkonzept bildet, so erklärt es die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen auf ihrer Internetseite, die Grundlage für alle Aktivitäten. Zur Umsetzung können, so das empfohlene Vorgehen, Klimaschutzmanager eingestellt werden. Auch diese Personalkosten werden mit 70 oder bei finanzschwachen Kommunen mit 100 Prozent gefördert – zumindest über 24 Monate.

Hier könnte eine mögliche Kooperation auch Vorteile bringen. Die Gemeinde Krummhörn ist nicht finanzschwach, die Nachbargemeinde Hinte aber schon. Ob bei einer Kooperation dann die höhere Förderung erreicht werden kann, konnte de Vries nicht beantworten. Ausgeschlossen ist es aber nicht. Bis zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses Ende Februar soll die Gemeinde in Erfahrung bringen, ob Hinte und das Brookmerland grundlegend für eine Kooperation offen wären.

Ein „Füllhorn“ an Maßnahmen

Die weiteren Schritte, so wie sie sich jetzt abzeichnen, wären demnach: erneute Beratung des Antrags der Grünen auf Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes und Einstellung eines Klimaschutzmanagers in der nächsten Ausschusssitzung. Wenn dort und in der nächsten Gemeinderatssitzung eine Mehrheit gefunden wird, kann die Verwaltung einen Antrag auf Förderung stellen, um eine Stelle für ein Klimaschutzmanagement einzurichten. Der Klimaschutzmanager erarbeitet dann das Klimaschutzkonzept. In diesem Konzept muss es eine Ist-Analyse zur aktuellen Treibhausgasbilanz geben, eine Ziel- und Strategiedefinition zur Einsparung dieser Treibhausgase und einen konkreten Maßnahmenkatalog über mehrere Jahre. De Vries sprach in diesem Zusammenhang von einem „Füllhorn“ an Maßnahmen. Dieses Klimaschutzkonzept muss dann erneut vom Rat beschlossen werden – und dann geht es an die Umsetzung.

De Vries betonte, dass der „Klimaschutz nicht neu erfunden werden muss“, sondern dass man sich auch Anregungen aus anderen Kommunen holen kann. Zudem müssen auch die Akteure in der Gemeinde, von der Verwaltung über Unternehmen, Organisationen und Vereine bis hin zu den Bürgern in das Konzept mit einbezogen und „mitgenommen“ werden.

Die Personalkosten, so die Erfahrung von de Vries, belaufen sich bei einer 70-prozentigen Förderquote auf ungefähr 27.000 Euro pro Jahr. Wie viel es in der Krummhörn werden, hängt auch davon ab, inwieweit Kooperationen eingegangen werden. Frisch auf den Weg gemacht hat sich beispielsweise die Gemeinde Zetel in Friesland, die gerade einen Klimaschutzmanager eingestellt hat. Auch die Stadt Aurich, sowie die Städte Emden und Norden haben so eine Stelle in den vergangenen Jahren geschaffen.

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