Bauland in Hinte

Windräder verzögern „Meedeland“ – Haskamp ausverkauft

| | 02.02.2022 06:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hier in Groß Midlum sollen noch mehr Häuser entstehen. Probleme bereiten aber einige Windenergieanlagen. Foto: Wagenaar
Hier in Groß Midlum sollen noch mehr Häuser entstehen. Probleme bereiten aber einige Windenergieanlagen. Foto: Wagenaar
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Während sich das Baugebiet „Meedeland“ in Groß Midlum weiter verzögert, sind die Grundstücke in Haskamp schon alle verkauft. In „Meedeland“ sorgten die Windenergieanlagen für eine Überraschung.

Groß Midlum - Die Gemeinde Hinte wächst Schritt für Schritt, was auch an neuen Bauplätzen liegt. Während am alten Sportplatz in Hinte-Haskamp schon alles so weit abgeschlossen ist, lassen die 40 bis 50 Baugrundstücke, die bei Groß Midlum entstehen sollen, weiter auf sich warten. Der Grund: Windenergieanlagen.

Was und warum

Darum geht es: Eine geänderte Verordnung macht den Zeitplan bei der Realisierung des Baugebietes „Meedeland“ einen Strich durch die Rechnung.

Vor allem interessant für: junge Familien und Bauinteressierte.

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie es um das Baugebiet „Meedeland“ aktuell bestellt ist.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Die stehen nämlich in ihrer jetzigen Form zu nahe an einem Teil des geplanten Baugebiets, ja sogar zu nah an bestehenden Wohnhäusern. Wie ist das zu erklären? Und was macht eigentlich das Baugebiet in Hinte-Haskamp?

Vorgaben verschärft

„Die ganze Sache hat uns etwas kalt erwischt“, sagt Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) auf Nachfrage. Denn es war gerade das letzte Gutachten, das vor der weiteren Planung für das Neubaugebiet noch ausstand, das das Problem offenbarte: die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“, abgekürzt „TA Lärm“. „Wir hatten nicht erwartet, dass die bestehenden Windenergieanlagen uns Probleme bereiten“, sagt Redenius. Vor allem deswegen nicht, weil der betroffene Bereich im „Meedeland“ die Fortsetzung einer bereits bestehenden Häuserreihe ist.

Das Problem: Seit dem Bau der bestehenden Anlagen wurde die TA Lärm verschärft. Nachts darf ein Geräuschpegel von 40 Dezibel durch die Anlagen nicht überschritten werden. Das ist aber bei ein paar der Anlagen im Randbereich des Windparks der Fall. Als die Anlagen gebaut wurden, seien die Vorschriften noch anders gewesen. So erkläre sich auch, dass im „zu lauten“ Bereich bereits Häuser stehen.

In Hinte-Haskamp gehen die Arbeiten im Neubaugebiet am alten Sportplatz schon schnell voran. Foto: Wagenaar
In Hinte-Haskamp gehen die Arbeiten im Neubaugebiet am alten Sportplatz schon schnell voran. Foto: Wagenaar

Gespräche mit Investor

„Ein paar der Anlagen müssen eh erneuert werden“, so Redenius. Beim sogenannten Repowering werden ältere Anlagen oder Teile davon durch moderne und leistungsfähigere ersetzt. „Die neuen Anlagen müssen entsprechend aufgestellt werden, so dass es nachts keine Überschreitung der Lärmgrenze mehr gibt“, sagt Redenius. Dies könne beispielsweise durch entsprechende Abschaltanlagen erreicht werden. Die Gemeinde sei schon in Gesprächen mit dem Investor.

Bei einigen Anlagen, die noch nicht erneuert werden müssen, müsste eine andere Regelung getroffen werden. Auch hier sei die Gemeinde bereits in Gesprächen, um beispielsweise eine Abschaltung oder Ähnliches in der Nacht zu erwirken, um das Neubaugebiet wieder auf Kurs bringen zu können.

Haskamp: Nur noch zwei Beurkundungen

Wie lange sich die weiteren Planungen am Baugebiet verzögern, ist noch nicht ganz klar. „Eigentlich hatten wir gehofft, dass zu Ostern bereits mit der Erschließung begonnen werden kann“, so Redenius. Nun werde es aber mindestens ein halbes Jahr länger dauern. „Frühjahr 2023“, so die vorsichtige Schätzung von Redenius, „kann die Erschließung hoffentlich beginnen“.

Diesen Schritt hat man ein paar Kilometer weiter in Hinte-Haskamp schon lange hinter sich gelassen. Im August 2020 erfolgte hier bereits der symbolische erste Spatenstich für das Neubaugebiet am alten Sportplatz. Die Emder Bau und Boden GmbH hatte laut Mitteilung der Sparkasse 2017 das Grundstück an der Hans-Böckler-Allee vom TuS Eintracht Hinte erworben und gemeinsam mit der Gemeinde Hinte zu einem Neubaugebiet entwickelt. Das Areal, das rund 10.000 Quadratmeter umfasst, bietet Platz für etwa 14 Grundstücke für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser, in den Größen zwischen etwa 460 und 815 Quadratmetern.

„Wir sind quasi durch“, sagt Klaus Linkert von der Immobilienvermittlung der Sparkasse Emden. Zwei Beurkundungen stünden noch an, dann sei alles vergeben. „Die Eigentumswohnungen sind aber schon lange weg“, so Linkert. Rückzieher bei den Bauherren habe es aufgrund der steigenden Baupreise nur wenige gegeben. „Es gab aber genügend weitere Interessenten.“

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