Havarie
Warum die „Mumbai Maersk“-Ermittlungen noch Wochen dauern
Für den Ermittlungsabschluss im Fall „Mumbai Maersk“ fehlen der Polizei noch wichtige Stellungnahmen. Die Ermittler wollen wissen: Warum fuhr der Kapitän das Manöver, das zum Unfall führte?
Wangerooge - Die Ermittlungen im Fall der vor Wangerooge havarierten „Mumbai Maersk“ könnten „noch Wochen“ dauern, sagt ein Pressesprecher der Wasserschutzpolizei Oldenburg. Am Donnerstag hätten die zuständigen Kollegen aus Wilhelmshaven von Beamten der Wasserschutzpolizei Bremerhaven deren vorläufige Ermittlungsergebnisse bekommen. In Bremerhaven hatte das 400-Meter-Containerschiff angelegt, nachdem es von Schleppern von einer Sandbank befreit worden war. Bremerhavener Beamte hätten daraufhin Beweismaterial sichergestellt, so der Oldenburger Pressesprecher.
Warum dauern die Ermittlungen dann voraussichtlich noch so lange? „Wir müssen auch gegebenenfalls entlastende Beweise zusammentragen“, sagt der Polizist. Zuvor hatte die Polizei bereits berichtet, dass auf der Brücke der „Mumbai Maersk“ zum Unglückszeitpunkt ein Lotse und der Kapitän des Schiffes gewesen seien. Unseren Quellen zufolge könnte es einen Streit zwischen den Männern gegeben haben – die Polizei will das aber nicht bestätigen.
„Wir wollen jetzt herausfinden, welche Gründe es gegeben hat, dass das Schiff vor Wangerooge eine Schleife gefahren ist“, sagt der Polizeisprecher jetzt. Am Ende dieses Manövers hatte das Schiff auf dem Meeresgrund aufgesetzt. Informationen von mehreren gut informierten Quellen zufolge hatte es im Zielhafen Bremerhaven zunächst keinen Liegeplatz für die „Mumbai Maersk“ gegeben – deshalb zunächst die Wende. „Auch das ist Gegenstand der Ermittlungen“, heißt es aus Oldenburg. Man warte noch auf Stellungnahmen der Verkehrszentrale und der Hafenbehörde.
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