Infrastruktur
Zwei Millionen Euro für den Radverkehr zwischen Emden und Hinte
Schon zum Ende des Jahres soll die Sanierung des Weges zwischen Emden und Hinte beginnen. Dafür gibt es fast 2,1 Millionen Euro vom Bund.
Hinte/Emden - Seit Jahrzehnten ist der Sielweg zwischen der Gemeinde Hinte und der Stadt Emden ein beliebter Verbindungsweg, vor allem für Radfahrer. Diese Nutzung, vor allem auch durch Schülerinnen und Schüler sowie VW-Mitarbeiter, sieht man dem Weg auch an: Der Zustand wird allgemein als „schlecht“ oder „katastrophal“ bezeichnet. Das soll sich nun ändern – bereits zum nächsten Jahr.
An diesem Freitag wurde offiziell der Förderbescheid des Bundes an die Gemeinde Hinte und die Stadt Emden übergeben. 2.092.252,66 Euro, also fast 2,1 Millionen, steckt der Bund in die Sanierung des Sielweges. Das sind 90 Prozent der veranschlagten Gesamtinvestition von rund 2,3 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“, mit dem auch Investitionen in den Radverkehr gefördert werden können. Den Antrag auf Förderung hatten Emden und Hinte zusammen gestellt. Der Verbindungsweg wird neben Fußgängern und Radfahrern in Teilen auch von landwirtschaftlichem Verkehr genutzt.
Breitere Wege, bessere Beleuchtung
Die Übergabe des Förderbescheides, bei der sowohl Ratsmitglieder als auch Tim Kruithoff (parteilos, Oberbürgermeister der Stadt Emden, Hinte Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) sowie Verwaltungsmitarbeiter teilnahmen, ist dabei hoffentlich kein Sinnbild für den Verlauf der Sanierung: Es goss in Strömen, als sich Sturmtief Zeynep ankündigte. Wie Redenius auf Nachfrage mitteilt, sieht der Plan vor, dass die Maßnahmen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden sollen. Ende Mai solle die Entwurfsplanung stehen, als frühester Baubeginn wird gerade der November angepeilt. Im August vergangenen Jahres war man übrigens noch von Baukosten in einer Höhe von rund 1,3 Millionen Euro ausgegangen.
Kernstück der Maßnahmen: Die Radroute „Harsweger Ziegelei/Heimstättenweg“ soll verbreitert werden, die Wegoberfläche erneuert und die Strecke mit Beleuchtung versehen werden – und das sowohl auf dem Gebiet der Stadt Emden als auch auf dem Gebiet der Gemeinde Hinte. Auch wenn sonst immer von „Sielweg“ die Rede ist, die Strecke umfasst auch Teile der Straße Harsweger Ziegelei und Teile des Heimstättenweges. Der genannte Abschnitt soll zwischen der Brücke über das Hinter Tief bis zum Bahnübergang Sielweg/Klein Albringswehr auf einer Strecke von rund 2,7 Kilometern auf 3,5 Meter verbreitert werden, so dass genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer ist.
Initiative der CDU
Die nun anstehende Sanierung des Weges ist derweil nicht nur ein Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Hinte und Emden, sondern auch ein Beispiel dafür, wie lokalpolitisches Engagement helfen kann. Denn: Die Initiative, die schlussendlich zum Erfolg und zu den Fördermitteln führte, ging von der CDU Hinte aus. Wie Ulrike Scholz-Benedictus, Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat der Gemeinde Hinte, im Gespräch mit unserer Zeitung betonte, habe die Gemeinde-CDU es über Parteikollegen und den Landtagsabgeordneten Ulf Thiele geschafft, die Sache anzuschieben. Erste Gespräche dazu habe es schon vor rund einem Jahr gegeben.
Im August vergangenen Jahres wollte die SPD in Hinte mit einem Antrag die Verwaltung beauftragen, Fördermittel für die Sanierung des Sielweges zu suchen. Daraufhin wurde bekannt, dass die CDU die Sache zu diesem Zeitpunkt schon fast in trockenen Tüchern hatte.