Kommentar zur Öffentlichkeitsarbeit

Am Bürger vorbei

|
Ein Kommentar von Claus Hock
| 20.02.2022 16:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Facebook muss man nicht mögen, aber als Informationskanal ist das Netzwerk nicht zu unterschätzen. Symbolfoto: Assanimoghaddam/DPA
Facebook muss man nicht mögen, aber als Informationskanal ist das Netzwerk nicht zu unterschätzen. Symbolfoto: Assanimoghaddam/DPA
Artikel teilen:

Im Wahlkampf in der Krummhörn wurde viel von Transparenz in Bezug auf Politik und Verwaltung gesprochen. Doch tatsächlich entwickelt sich die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde eher zurück.

Krummhörn - Nein, die Sprachnachrichten von Frank Baumann, dem vormaligen Bürgermeister der Krummhörn, waren auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber sie waren eine ganz nette Idee – und um Längen fortschrittlicher als alles, was die „Öffentlichkeitsarbeit“ von Politik und Verwaltung in der Gemeinde jetzt zu bieten hat.

Man muss soziale Netzwerke wie Facebook nicht mögen. Aber ihren Nutzen einfach zu ignorieren geht fehl. Facebook hat viele, sehr viele Nutzer, und die sind es mittlerweile gewohnt, die meisten Informationen über dieses Netzwerk zu bekommen. Nach dem Lesen von Facebook nochmal beispielsweise die Internetseiten von Städten und Gemeinden anzusteuern: Macht kaum jemand. Das mag man als Faulheit deuten, ist aber im Endeffekt nur eine effiziente Nutzung der spärlichen Ressource Zeit.

Gerade politische Vertreter, aber auch Verwaltungen sollten ein ureigenes Interesse haben, ihre Informationen unter die Menschen zu bringen. Daher ist es zumindest sehr verwunderlich, dass dies in einer Gemeinde wie der Krummhörn kaum passiert. Die Gemeinde ist groß und es gibt mit Sicherheit genügend Informationen, die man möglichst breit streuen kann oder gar müsste. Warum schreckt man also, in Verwaltung und Politik, vor etablierten Informationskanälen zurück? Es ist ein Rästel und eine Kommunikation, die zumindest an den jüngeren Bürgerinnen und Bürgern und ihren Lebensgewohnheiten vorbei geht.

Gerade in Pandemie-Zeiten, in denen der direkte Kontakt weiterhin stark eingeschränkt bleibt, bietet „das Internet“ so viele Möglichkeiten. Apropos direkter Kontakt: Auftritte von Bürgermeisterin oder Ratsvertretern auf öffentlichen Veranstaltungen oder feste „Bürgersprechstunden“ sind zwar auch eine Art der Öffentlichkeitsarbeit. Aber keine, die an die breite Masse gerichtet ist. Hier auf die eine oder andere Art Präsenz zu zeigen, ist also nur schwerlich ein Ersatz für Texte, Videos oder auch Sprachnachrichten.

Ähnliche Artikel