Biospährenreservat
Kein grünes Licht für Beitritt
Die landwirtschaftlich geprägte Krummhörn tut sich schwer mit allem, was zusätzliche Umweltauflagen mit sich bringen könnte. Das zeigte sich auch bei der Diskussion um das Biosphärenreservat.
Krummhörn - Es war eine Sitzung, deren Ausgang man sich aufgrund der Ausschussmitglieder und der Vorgeschichte hätte denken können. Dennoch ließ sich der Umweltausschuss der Gemeinde Krummhörn zunächst in zwei Vorträgen vom Für und Wider des Unesco-Biosphärenreservats berichten, diskutierte dann noch und fällte erst nach fast zwei Stunden seine Entscheidung.
Das große Bedenken: Durch den Beitritt in die sogenannte Entwicklungszone des Unesco-Biosphärenreservats Wattenmeer könnten der hiesigen Landwirtschaft in der Zukunft Nachteile durch weitere Umweltschutzmaßnahmen entstehen. Diese Befürchtung fußt vor allem auf den Erfahrungen mit den Natura-2000-Gebieten, bei denen eine bestehende sogenannte Gebietskulisse dann kurzfristig zum Nachteil der Landwirtschaft umgestrickt wurde.
Vorerst letzte Gelegenheit
Im Ausschuss half es auch nicht, dass der Leiter des Dezernates Biosphärenreservat der Nationalparkverwaltung, Jürgen Rahmel, versuchte, diese Befürchtungen zu zerstreuen und auch die Möglichkeiten des Austritts aus dem Unesco-Biosphärenreservats darstellte. Rahmel betonte mehrfach, dass weitere Umweltschutzauflagen für die Entwicklungszone nicht kommen. Doch vergeblich.
Schlussendlich folgte der Ausschuss den Befürchtungen der anwesenden Landwirte und des Dornumers Carl Noosten, Vizepräsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland, der in seinem Vortrag vor allem die Was-wäre-Wenn-Szenarien beleuchtete. Noosten betonte aber auch, dass schon jetzt das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz von so vielen Stellen und Seiten angegangen werde, dass ein Beitritt zum Unesco-Biosphärenreservat keinerlei Vorteile mit sich bringen würde. Rahmel sah das naturgemäß anders.
Dennoch entschied der Ausschuss einstimmig den Antrag der Grünen auf Beitritt abzulehnen. Damit dürfte die zunächst letzte Chance auf einen Beitritt zur Entwicklungszone des Unesco-Biosphärenreservats Wattenmeer für die Krummhörn verstrichen sein. Die Frist zum Beitritt war an sich schon abgelaufen, wurde nun aber um ein paar Monate verlängert.