Forderung

Speicher in Jemgum: Abhängigkeit von Putins Gas stoppen

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Von Vera Vogt
| 03.03.2022 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Gasspeicher in Jemgum sind ein Symbol, sagt Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz. Foto: Astora
Die Gasspeicher in Jemgum sind ein Symbol, sagt Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz. Foto: Astora
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Die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz fordert, die Abhängigkeit vom russischen Gas zu beenden. Sie nennt dabei explizit den Speicher in Jemgum. Der wird von der Gazprom-Tochter Astora betrieben.

Jemgum - „Der private Betrieb unserer Gasspeicher, vor allem durch russische Staatskonzerne, ist fatal. Wir haben im Krisenfall – der jetzt eingetreten ist – keinen Zugriff mehr“, das teilt die Grünen-Landtagsabgeordete Meta Janssen-Kucz (Borkum) über die sozialen Netzwerke mit. Dabei nimmt sie auch Bezug auf Erdgasspeicher im Rheiderland. Neben Rehden (Landkreis Diepholz) seien es Speicher in Jemgum der Gazprom-Tocher Astora „die das Symbol für die drastische Abhängigkeit Deutschlands von Putins Gas“ seien, so Janssen-Kucz.

Meta Janssen-Kucz fordert die Unabhängigkeit von russischem Gas. Foto: Grüne Landtagsfraktion Niedersachsen/Brauers.com
Meta Janssen-Kucz fordert die Unabhängigkeit von russischem Gas. Foto: Grüne Landtagsfraktion Niedersachsen/Brauers.com
„Wir müssen endlich unsere Abhängigkeit vom russischen Gas beenden, das bedeutet nicht nur, den schnellen Ausbau von regenerativen Energien vorantreiben“, teilt die Abgeordnete weiter mit. „Sondern wir müssen unsere Speicher für Gas und auch Wasserstoff in Staatsbesitz zu bringen.“

Speichermengen in Jemgum

Bei den Kavernen am Ortseingang von Jemgum sind Schilder der EWE und von Astora angebracht. Beide Unternehmen betreiben dort Speicher. Astora ist ein Tochterunternehmen des regierungsnahen russischen Weltkonzerns Gazprom Germania. Astora nahm in Jemgum 2013 einen der größten Erdgaskavernenspeicher in ganz Deutschland in Betrieb. Eigentümer des Speichers ist die VNG Gasspeicher GmbH und Wingas, ebenfalls ein Tochterunternehmen der Gazprom.

„Inwieweit der von Putin angezettelte und für mich menschenverachtende Krieg in der Ukraine Auswirkungen auf die Gaslieferung nach Deutschland beziehungsweise die Speicherung von Erdgas in den hiesigen Gaskavernen hat, vermag ich nicht abzusehen“, sagte Jemgums Bürgermeister Hans-Peter Heikens auf Nachfrage am vergangenen Donnerstag. Die Pressestelle von Astora wies ebenfalls zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass die Füllstände sowie die Ein- und Ausspeicherungen unter anderem unter https://link.zgo.de/Gaskavernen veröffentlicht werden. Laut der Homepage war der Speicher in Jemgum am Donnerstag, 3. März, zu 34,9 Prozent gefüllt – eine Woche zuvor waren es noch 38,85. „Betreiber von Erdgasspeichern haben aufgrund gesetzlicher Vorgaben keinen Einfluss auf das Kundenverhalten und die Füllstände“, teilte die Pressestelle weiter mit. Eine Prognose, wie sich die Füllstände entwickeln, hat man nicht abgeben wollen. „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir politische Standpunkte und Entwicklungen nicht kommentieren können“, hieß es weiter.

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