Stadtentwicklung

Idee für Weener: Ferienwohnungen auf dem Wasser

| | 10.03.2022 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Hafen von Weener ist bei Touristen und Einheimischen wegen seines maritimen Flairs beliebt. Foto: Gettkowski
Der Hafen von Weener ist bei Touristen und Einheimischen wegen seines maritimen Flairs beliebt. Foto: Gettkowski
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Der Alte Hafen in Weener ist ein Publikumsmagnet. Jetzt soll er noch attraktiver werden. Die Politik wird sich demnächst mit besonderen Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Wasser befassen.

Weener - Der Hafen von Weener ist mit seinen historischen Gebäuden und den Traditionsschiffen das touristische Aushängeschild der Stadt Weener. Doch hier schlummert noch viel Entwicklungspotenzial. Jetzt gibt es eine Idee, den Hafen weiter zu beleben. Die Stadt könnte in der Region Vorreiter für neue Übernachtungsmöglichkeiten werden. Die Verwaltung hat jetzt die Diskussion über Hausboote als schwimmende Ferienwohnungen im Hafen von Weener angestoßen.

Was und warum

Darum geht es: Der Hafen in Weener soll weiter belebt werden. Gleichzeitig sollen neue attraktive Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden: auf Hausbooten.

Vor allem interessant für: Urlauber und Einheimische

Deshalb berichten wir: In der kommenden Woche wird sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Catharina Bockhacker kann das bestätigen. Gemeinsam mit ihrem Mann Hilmar betreibt sie nicht nur das Lokal „Hafen 55“. Auf ihrem Schiff „Animo“ bieten die beiden seit etwa drei Jahren bereits auch Übernachtungen an. „Das wird sehr gut angenommen, von Leuten aus Aurich oder von der anderen Seite der Ems, aber auch von Gästen aus Berlin oder Dresden, die eine besondere Übernachtungsmöglichkeit suchen“, erzählt sie. Catharina Bockhacker kann sich daher vorstellen, dass auch die Übernachtungsmöglichkeit auf Hausbooten gut ankommen würde. Die Liegeplätze müssten aber mit Augenmaß gewählt werden. „Der Alte Hafen mit den historischen Häusern muss den Traditionsschiffen vorbehalten bleiben“, findet sie. Wenn hier Hausboote festmachen würden, wäre das in ihren Augen ein Stilbruch.

Die „Animo“ war einst das schwimmende Domizil von Catharina und Hilmar Bockhacker. Heute leben sie an Land und lassen Urlauber auf dem früheren Arbeitsschiff übernachten. Foto: Gettkowski
Die „Animo“ war einst das schwimmende Domizil von Catharina und Hilmar Bockhacker. Heute leben sie an Land und lassen Urlauber auf dem früheren Arbeitsschiff übernachten. Foto: Gettkowski

Keine Fahrten auf der Ems

Weeners Bürgermeister Heiko Abbas hält beispielsweise die Wasserflächen an der Steganlage im Alten Hafen mit einem Zugang über die Grünfläche an der Emsstraße sowie den unmittelbar am Marina-Service-Center angrenzenden Bereich im Sportboothafen für geeignet. „Im zentralen Bereich des Sportboot-Hafens kommen Ferien-Hausboote für uns nicht in Frage.“ Es wäre für Anreisende zu beschwerlich, mit Koffern und Reisetaschen über die schwankenden schmalen Stege zu ihren schwimmenden Urlaubsdomizilen zu gelangen.

Spontan lässt sich die Idee allerdings nicht realisieren. Für Hausboote sind Baugenehmigungen erforderlich. „Zusätzlich ist eine planungsrechtliche Absicherung nötig. Die Wasserflächen im Alten Hafen sind bisher nicht über einen Bebauungsplan beregelt. Der müsste erst aufgestellt werden.“ Der bereits vorhandene Plan für den Bereich am Marina-Service-Center müsste für diesen Zweck zumindest geändert werden.

Im Hafen von Weener sollen nach Vorstellung der Verwaltung auch Hausboote festmachen. Ob das planungsrechtlich möglich ist, muss noch geprüft werden. Foto: Gettkowski
Im Hafen von Weener sollen nach Vorstellung der Verwaltung auch Hausboote festmachen. Ob das planungsrechtlich möglich ist, muss noch geprüft werden. Foto: Gettkowski

Ausschuss berät über das Thema

Mit den Hausbooten über die Ems zu schippern wird aber nicht möglich sein. „Das ist zu gefährlich und dafür sind die Hausboote auch nicht zugelassen.“ Sie sollen ausschließlich als „Ferienwohnungen auf dem Wasser“ genutzt werden. Dauerhaftes Wohnen wolle die Verwaltung dort nicht zulassen. „Ausnahmeregelungen gibt es in unserer Hafensatzung für einzelne Schiffe.“ Aktuell haben sieben Personen ihren ersten Wohnsitz auf Schiffen im Hafen von Weener, teilte die Verwaltung auf Nachfrage mit. „Die Nachfrage nach Hausbooten ist schon jetzt riesig“, sagt Abbas, der gleichzeitig Geschäftsführer der Hafen und Tourismus GmbH ist. Wenn dem Projekt planungsrechtlich nichts entgegenstehe, könne er sich im Hafen durchaus 20 bis 30 solcher Hausboote vorstellen.

Die meisten Gäste, die auf dem Schiff übernachten, buchten ihre schwimmende Ferienwohnung übers Internet. Foto: Gettkowski
Die meisten Gäste, die auf dem Schiff übernachten, buchten ihre schwimmende Ferienwohnung übers Internet. Foto: Gettkowski

In der Sitzung des Ausschusses für Bau und Stadtentwicklung am 17. März soll beraten werden, ob die Stadt einen Bebauungsplan für den Alten Hafen und den Traditionshafen aufstellen soll, in dem das Wohnen auf dem Wasser in Hausbooten erlaubt werden soll. Mit dem Einstieg in ein Planverfahren soll ausgelotet werden, unter welchen Bedingungen Ferien-Hausboote im Weeneraner Hafen festmachen könnten.

Kurt Radtke, Geschäftsführer der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“ in Leer, hält das Projekt für eine „tolle Idee“. „Das wird laufen wie geschnitten Brot“, sagt Radtke auf Nachfrage. „Wasser zieht die Gäste magisch an und besondere Übernachtungsmöglichkeiten sind gefragt.“ Er sei fest davon überzeugt, dass es kein Problem sein wird, Investoren für das Vorhaben zu finden.

Im Hafen von Weener sollen nach Vorstellung der Verwaltung auch Hausboote festmachen. Ob das planungsrechtlich möglich ist, muss noch geprüft werden. Foto: Gettkowski
Im Hafen von Weener sollen nach Vorstellung der Verwaltung auch Hausboote festmachen. Ob das planungsrechtlich möglich ist, muss noch geprüft werden. Foto: Gettkowski

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