Fischerei

Politik macht Geld für Krabbenpulmaschine locker

| | 25.03.2022 13:17 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Krabbenfischer in Ostfriesland hoffen darauf, ihren Fang bald mithilfe einer neuen Krabbenpulmaschine vor Ort verarbeiten zu können. Foto: Heinz Waagenar/ARchiv
Krabbenfischer in Ostfriesland hoffen darauf, ihren Fang bald mithilfe einer neuen Krabbenpulmaschine vor Ort verarbeiten zu können. Foto: Heinz Waagenar/ARchiv
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Bislang fehlte das Geld, um einen Prototypen der Krabbenpulmaschine mit Ultraschall-Technik zu bauen. Das Land Niedersachsen steigt nun in die Finanzierung ein.

Krummhörn/Großheide - Es geht voran bei der Maschine, die Krabben mit Ultraschall pulen soll: Um die Krabbenfischerei langfristig zu sichern, fördert Niedersachsens Landesregierung ein Forschungsprojekt zur regionalen Wertschöpfung in der Branche mit einem Millionenbetrag.

Fischereiministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) will dazu an diesem Samstag in Greetsiel einen Förderbescheid über rund 2,3 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen des Landes übergeben. „Wir wollen unsere regionalen Wertschöpfungsketten stärken, um die Fischerei insgesamt widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen“, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Rund 800.000 Euro für den Bau

Zuletzt war es länger ruhig um das Projekt geworden, welches durch eine Idee von Christin Klever aus Großheide entstanden ist. Man wolle das Projekt und die Finanzierung nicht gefährden und halte sich daher bedeckt, hieß es im vergangenen Jahr. Christin Klever hat zusammen mit ihrem Vater Günter Klever in den vergangenen zwei Jahren eine Firma gegründet, die Ultraschall-Krabbenpulmaschine in Deutschland patentieren lassen – und einen wichtigen Partner für die Realisierung gewonnen: Federführend in dem Projekt ist das Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen sollen am Samstag bekanntgegeben werden. Die Entwicklung des bereits seit Jahren geplanten Prototyps einer Krabbenpulmaschine mit Ultraschall-Technik ist dabei nur ein Teil des Forschungsprojektes. Aber ein Teil, auf den die Krabbenfischer zwischen Ditzum in Niedersachsen und Sylt in Schleswig-Holstein bereits seit Jahren warten. Bislang fehlten den Entwicklern aus Ostfriesland dafür die nötigen Gelder. Allein der Bau des Prototypen wurde in der Vergangenheit mit mindestens 800.000 Euro beziffert – pandemiebedingte Teuerungen nicht eingerechnet.

Eine Möglichkeit, effektiv und kosteneffizient Krabben wieder in großem Umfang in Deutschland pulen zu lassen, wäre ein wichtiger Impuls für die Branche. Um an das Fleisch der Nordseekrabben zu kommen, wird der Großteil des in Norddeutschland angelandeten Fangs zum Pulen in Handarbeit nämlich bislang vor allem nach Marokko transportiert. Grund sind vor allem die Lohnkosten. Unter Umwelt- und Verbraucherschützern sorgt dieser Transport immer wieder für Kritik. Mit einer Maschine, so die Hoffnung der Krabbenfischer, könnte wieder ein größerer Teil der Wertschöpfung bei der Krabbenverarbeitung in Norddeutschland bleiben.

Abhängigkeit von Pulstandorten

Die Corona-Pandemie hatte auch gezeigt, wie problematisch die Abhängigkeit von weit entfernten Pulstandorten sein kann. Vor allem im ersten Corona-Jahr 2020 hatten sich die Krabbenfischer zusätzliche Pulkapazitäten gewünscht, da es während der Pandemie zeitweise zu Engpässen in den Pulzentren in Marokko kam.

In den vergangenen Wochen und Monaten setzten zudem hohe Spritpreise in Folge des Krieges in der Ukraine die Krabbenfischer entlang der Nordseeküste unter Druck. Viele ließen ihre Kutter deswegen zuletzt in den Häfen liegen.

Mit Material von DPA

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