Kommentar zu Greetsiel

Hauptsache, man kann den Goldesel melken

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Ein Kommentar von Claus Hock
| 01.04.2022 15:03 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Touristen bringen Geld nach Greetsiel und in die Krummhörn. Den Esel hat die Verwaltung gerne gemolken und bei gewissen Problemen bewusst in eine andere Richtung geguckt. Foto: Wagenaar/Archiv
Touristen bringen Geld nach Greetsiel und in die Krummhörn. Den Esel hat die Verwaltung gerne gemolken und bei gewissen Problemen bewusst in eine andere Richtung geguckt. Foto: Wagenaar/Archiv
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Die Verunsicherungen und Probleme, die die Diskussion um die Ferienwohnungen in Greetsiel mit sich gebracht haben, sind hausgemacht. In der Verwaltung hat man die Problemlösung versäumt.

Greetsiel - Eine Klagewelle in anderen Orten und eine Gesetzesänderung hat die Gemeinde Krummhörn stillschweigend an sich vorbeirauschen lassen. Das Geld stimmt ja und man kann den Goldesel Greetsiel einfach weiter melken.

Diese Abwartungshaltung rächt sich jetzt und das zurecht. Über Jahre hatte die Verwaltung, denn hier sitzen eigentlich die Experten, Zeit, die Bebauungspläne in Augenschein zu nehmen und einen Plan zu entwickeln, um rechtliche Sicherheit für alle zu schaffen. Unter Bürgermeister Frank Baumann schien man hier aber keinen Bedarf zu sehen, anders ist das, was jetzt zutage tritt, nicht zu erklären.

Klar, wenn man Jahr für Jahr Hunderttausende einnimmt, will man keine schlafenden Hunde wecken. Es funktionierte ja offenbar. Wer da wann und in welchem Umfang nicht nur beide Augen zugedrückt sondern bewusst in eine andere Richtung geguckt hat, das gilt es jetzt zu klären. Die Verwaltung, und sicher auch die Politik, sind sehenden Auges in diese Situation gerannt. Dass jetzt bei Vermietern Unsicherheit herrscht, hätte man vermeiden können. Es gibt ein schönes, englisches Sprichwort, die 7P-Regel: „Proper Planing and Preaparation Prevents Piss Poor Perfomance“ (deutsch: „Richtige Planung und Vorbereitung verhindert miserable Leistungen“). Diese 7P-Regel sollte sich mancher groß an die Wand hängen – auch angesichts weiterer offensichtlicher Versäumnisse (Grundschule Jennelt!).

Die Verwaltung zeigt sich schmallippig und ging, zumindest auf der Ratssitzung, zum Teil auch auf Konfrontation. Diejenigen, die eine Ferienwohnung eingerichtet haben, hätten ja auch eine gewisse Verpflichtung, sich die Bebauungspläne genau anzuschauen. Das ist, mit Verlaub, eine recht billige Ausrede. Wer einen Ferienort vermarktet und sich damit brüstet, der sollte alles dafür tun, dass der Goldesel keine Verstopfung bekommt.

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