Einzelhandel
Verkaufsoffener Sonntag: Maske bleibt bei vielen – auch ohne Pflicht
Nach langer Zeit war die Emder Innenstadt mal wieder gut besucht. Der verkaufsoffene Sonntag mit Oldtimerschau lockte viele Besucher. Wie lief das Einkaufen ohne Maske an?
Emden - Mit oder ohne Maske? Das war beim verkaufsoffenen Sonntag in der Emder Innenstadt wohl eine der häufigsten Fragen. Einige stellten sie, weil sie unsicher waren, welche Corona-Regeln nun eigentlich gelten. Andere waren sich dessen durchaus bewusst, überlegten aber trotzdem, ob sie nun mit oder ohne Mundschutz in die Geschäfte gehen sollten. Für wieder andere war ganz klar: Die Maske bleibt – auch ohne Pflicht.
Was und Warum
Darum geht es: Nach langer Zeit war die Emder Innenstadt mal wieder gut besucht. Der verkaufsoffene Sonntag mit Oldtimerschau lockte viele Besucher.
Vor allem interessant für: alle, die gerne einkaufen gehen und/oder durch die Innenstadt schlendern.
Deshalb berichten wir: Die Maskenpflicht ist am Sonntag in vielen Bereichen gefallen, unter anderem auch im Einzelhandel. In Emden fiel dieser Tag mit einem verkaufsoffenen Sonntag zusammen. Wir wollten wissen, wie das Einkaufen ohne Maske anläuft.
Unterm Strich waren wohl die meisten Kundinnen und Kunden in den Emder Geschäften noch mit Maske unterwegs. „Das bleibt jedem selbst überlassen“, sagte Wilhelm Eilers als Vorsitzender des Werbevereins Schaufenster Emden, der sich über ein „Aufblühen der Stadt“ freute. „Die Leute hatten gute Laune, besser geht´s nicht.“
Dichtes Gedränge
Der verkaufsoffene Sonntag lud nicht nur zum Bummeln durch die Geschäfte und zum Spazieren gehen durch die Fußgängerzone ein. Im Stadtgarten waren Oldtimer verschiedener Jahrzehnte ausstellt. Schausteller hatten Imbissbuden aufgestellt und verschiedene Musikkapellen sorgten für Livemusik. Schon kurz nach Eröffnung des Rahmenprogramms war das Gedrängel groß – ein Bild, das in Pandemiezeiten fast schon in Vergessenheit geraten war. Eigentlich war Regen angekündigt und am frühen Morgen war das Team um Wilhelm Eilers bei Schneeregen noch drauf und dran, das Rahmenprogramm abzublasen. Doch dann kam die Sonne raus – und blieb. Bestes Bummelwetter, wenngleich die Temperaturen wenig frühlingshaft waren.
Zurück in eine normale Zukunft?
Emder Museen und Geschäfte wollen Krise hinter sich lassen
„Wir sind überrascht, dass so viele Menschen in der Stadt sind“, sagte Dörte Schweikard als Inhaberin des Geschäfts für Kindermode „Kleiner Emder“. Als sie um 13 Uhr die Türen ihres Geschäfts öffnete, zeigten sich die Kunden etwas verunsichert angesichts der geltenden Corona-Regeln. Während die Geschäftsfrau selbst an diesem Tag „für das bessere Gefühl“ noch eine Maske trug, traute sich der eine oder andere Kunde auch ohne Mundschutz in das Bekleidungs-Geschäft in der Innenstadt. „Mehr als 50 Prozent tragen noch eine Maske, schätze ich“, sagte die Geschäftsfrau. Viele würden einfach auch nicht Bescheid wissen, dass es nun andere Regeln gibt. Wieder andere würden sich an den anderen Kunden orientieren und es ihnen gleich tun. „Ich schätze, dass wir im Laufe der Woche mehr Menschen ohne Maske in den Geschäften sehen werden“, so Schweikard.
Sonnig, aber kalt
Ein paar Meter ist die Laune bei Angelo Sossai etwas verhaltener. „Die Sonne scheint“, sagt der Inhaber des Eiscafés Venezia. Ein wenig Skepsis klingt aber mit. „Der Wind ist einfach noch zu kalt“, sagt er mit Blick auf die freien Tische vor seiner Eisdiele. „Und nach drinnen traut sich bisher keiner.“
Die Vorsicht und auch ein wenig Verunsicherung war trotz der guten Resonanz beim verkaufsoffenen Sonntag eben noch zu spüren. Die Inzidenz war am Sonntag mit 1.590 immer noch hoch. Auch die Stadt richtete sich angesichts des Infektionsgeschehens im Vorfeld an den Einzelhandel: „Aufgrund des unveränderten sehr dynamischen Infektionsgeschehens empfiehlt die Stadt Emden dennoch zu überdenken, welche Regelungen für den eigenen Betrieb Sinn machen“, heißt es in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt. Und weiter: „Wir empfehlen das Thema auch in Bezug auf die Sicherheit bzw. das Sicherheitsempfinden des eigenen Personals zu überdenken.“ Sprich: Letztlich bleibt es den Händlern selbst überlassen, welche Regeln in ihrem Geschäft gelten. Davon machten aber die wenigsten Gebrauch.