Hundekot
Haufenweise Ärger: An diesen Stellen stinkt es in Emden gewaltig
Probleme mit Hundekot gibt es an mehreren Orten in Emden. Es sei schwierig, dagegen etwas zu unternehmen, sagt die Stadt. Wer dabei erwischt wird, Kot einfach liegen zu lassen, dem drohen Strafen.
Emden - Einmal nicht hingesehen – und schon ist es passiert: In Hundekot zu treten ist – salopp gesagt – scheiße. Und obwohl sich jeder Hundehalter dessen bewusst sein müsste, scheint nicht allen daran gelegen zu sein, die Gefahr der übelriechenden Tretminen zu bannen. In Emden gibt es aktuell 3.566 angemeldete Hunde und dementsprechend auch viele Orte, die wie eine Hundetoilette anmuten. „Hinterlassenschaften von Hunden finden sich auf Straßen, Wegen und Plätzen leider immer wieder“, sagt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage zu diesem Thema. Besonders schlimm sei es an der Westerbutvenne, entlang der Kirchstraße um am Parkplatz der Volkshochschule.
Dass diese Liste längst nicht vollständig ist, davon zeugen viele Beiträge in den sozialen Medien. Auch ein Mann aus Wolthusen hat dort bereits seinem Ärger Luft gemacht und versucht, Hundebesitzer auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Seine Erfahrung: „Die meisten werden direkt aggressiv.“ Aus diesem Grund möchte er an dieser Stelle auch nicht seinen Namen lesen. In den sozialen Medien, aber auch auf der Straße selbst, habe er sich übelsten Beschimpfungen und Hasstiraden aussetzen müssen. „Ich habe nichts gegen Hunde“, sagt der Mann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber ich kann es nicht leiden, wenn die Besitzer den Hundekot nicht wegmachen.“
„Kinder kann man nicht frei laufen lassen“
Als ein weiteres Negativ-Beispiel nennt der Wolthuser den Stadtwald. „Dort kann man seine Kinder nicht frei laufen lassen“, sagt er. Als Spaziergänger drohe man überall in Hundekot zu treten. Das sei auch auf vielen weiteren von Fußgängern gut frequentierten Wegen so. „Dort gehen die Menschen manchmal auch frühmorgens oder spätabends mit ihren Tieren Gassi“, schätzt er. Zu diesen Randzeiten falle es womöglich weniger auf, wenn der Hundekot einfach liegengelassen wird.
„Zum Wohl aller Bürger müssen Herrchen und Frauchen die Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner ordnungsgemäß entsorgen“, erklärt dazu Stadtsprecher Eduard Dinkela. „Die Halter sind sogar per Gesetz dazu verpflichtet.“ Weil sich daran aber längst nicht alle halten, würden sie alle verantwortungsvollen Hundehalter mit in Misskredit bringen. Liegengelassene Hundehaufen seien aber nicht nur in Emden, sondern in vielen Kommunen ein Dauerstreitpunkt.
Durch Hundesteuer nicht befreit
Hundetrainerin Rita Schoone aus der Krummhörn hat die Erfahrung gemacht, dass viele Hundebesitzer glauben, sie könnten den Kot einfach liegenlassen, weil sie Hundesteuer bezahlen. Sie glauben, sie seien dadurch vom Entsorgen der Hinterlassenschaften befreit, weil das Geld, das sie an die Stadt zahlen, dafür eingesetzt werde. „Das ist natürlich nicht so“, erklärt das Mitglied des Vereins Hundefreunde Emden. Noch schlimmer: Einige Herrchen und Frauchen würden den Kot zwar aufsammeln, die Tüte samt Inhalt dann aber einfach in der Natur entsorgen, so Schoone.
Um dem Problem Herr zu werden, hat die Stadt Ende 2004 damit begonnen, Hundekotbeutelspender aufzustellen, unter anderem am Schwanenteich, am Stephansplatz, im Stadtgarten, am Alten Binnenhafen sowie am Burgplatz. Die Tüten sind für Hundebesitzer kostenlos. Bald soll ein weiterer Standort hinzukommen – und zwar an der geplanten Hundewiese am Wall. Am Gelbe-Mühlen-Zwinger, der sich zwischen dem Emder Tennisclub und der Tanzschule Astrid Löschen befindet, soll eine Freilauffläche für Hunde entstehen.
Welche Strafen drohen?
Gemeinhin gilt es als Ordnungswidrigkeit, Hundekot nicht zu entfernen. Hundebesitzer, die Hundehaufen nicht entfernen, müssen also mit einer Geldbuße rechnen. Diese kann nach Angaben der Stadt Emden 50 bis 100 Euro betragen. „Es ist jedoch schon vorgekommen, dass ein Gericht hierin eine Straftat erkannt hat, weil die Gesundheit von Kindern fahrlässig gefährdet wurde, als ein Hund auf einem Spielplatz seinen Haufen hinterließ“, so Dinkela. Entsprechend höher fällt auch die Strafe aus.
Besonders großen Schaden richte Hundekot in Bereichen mit Deichbeweidung an, weil die Schafe durch Würmer im Kot gesundheitlich gefährdet werden. Im Zweifel kann der Schäfer die gesamte Grasmaht nicht nutzen.
Wirklich etwas gegen Hundekot-Sünder unternehmen könnte man eigentlich nur, wenn man die Verursacher auf frischer Tat ertappt, so Dinkela. Aber: „Eine 24/7-Kontrolle seitens der Stadt ist nicht möglich.“ Gleichwohl sei der Stadtordnungsdienst sensibilisiert und scheue diesbezüglich keine Ansprache, wenn es nötig ist. „Dies kann man auch nur allen Bürger*innen empfehlen, um mehr soziale Kontrolle zu erzielen.“