Wahrzeichen
Große Schäden an Pewsumer Mühle
In nur einer Woche haben die Wasserschäden im Innern der Pewsumer Mühle deutlich zugenommen. Die Gemeinde will das Reetdach zumindest provisorisch flicken.
Pewsum - Das kaputte Dach der Pewsumer Mühle hat nach dem Regen der vergangenen Tage schwerwiegende Folgen für das im denkmalgeschützten Gebäude untergebrachte Museum. Der Eröffnungstag am 1. Mai ist nicht zu halten, nach dem starken Schimmelbefall sind nun auch Balken und Exponate beschädigt worden.
Was und warum
Darum geht es: Das Dach der Mühle in Pewsum ist undicht. Immer mehr Wasser dringt ins Innere des historischen Bauwerks.
Vor allem interessant für: Pewsumer und diejenigen, die sich für Mühlen und historische Gebäude in Ostfriesland interessieren.
Deshalb berichten wir: Der Heimatverein hatte uns informiert, dass die Schäden in der Mühle zugenommen haben. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Aufgefallen sind die Schäden am Mittwochvormittag. Eigentlich wollten Vertreter des Heimatvereins Krummhörn, der das Museum in der Mühle betreibt, nur Teile der Ausstellung neu ordnen. „Dabei ist uns aufgefallen, wie stark sich der Zustand verschlechtert hat“, so Susanne Rongelraths.
Überall Wasser
Als man einen Durchgang, in dem sich schwarze Schimmelflecken zeigten, absperren wollte, sei aufgefallen, dass das Wasser die Wände herunterläuft und -tropft. „Auch eine Deckenplatte im Durchgang, hat sich bei Berührung gelöst“, so Susanne Rongelraths.
Beim genaueren Umsehen in der Ausstellung, vor allem im zweiten Stock, habe sich dann das ganze Ausmaß der Schäden gezeigt. Der durch das undichte Reetdach eindringende Regen der vergangenen Tage sei an verschiedenen Stellen in die Ausstellung gelangt. Beschädigt wurden mehrere Exponate, darunter auch ein historischer Webstuhl. „Der Dachbalken über dem Webstuhl kommt auch runter“, so Susanne Rongelraths. Der Boden in den oberen Stockwerken wölbe sich zum Teil aufgrund der Feuchtigkeit, mehrere Teppiche seien vom Schimmel befallen.
Die Pewsumer Mühle
Die Mühle in Pewsum ist ein dreistöckiger Galerieholländer mit einer Gulfscheune. Erbaut wurde die Mühle 1842/1843.
Im Museum sowie in der anschließenden Gulfscheune befindet sich ein kleines Museum, welches vom Heimatverein Krummhörn geleitet wird. Das Gebäude selbst gehört der Gemeinde. In der Ausstellung im Museum widmet sich der Heimatverein unter anderem der früheren Handwerkskunst.
Mühlenfest soll gefeiert werden
„Wir können hier niemanden mehr reinlassen“, so Susanne Rongelraths. Daher habe der Vorstand des Heimatvereins entschieden, die für den 1. Mai angedachte Öffnung des Museums bis auf Weiteres zu verschieben. „Das Mühlenfest am 6. Juni wollen wir aber feiern“, sagt Heimatverein-Mitglied Detlef Meyer-Rongelraths. „Auch wenn die Mühle dann geschlossen bleiben muss.“
Dass die Mühle dringend sanierungsbedürftig ist, ist schon länger bekannt. Erst in der vergangenen Woche hatte unsere Zeitung über den sich ausbreitenden Schimmel berichtet. „Damit, dass es jetzt so schnell so viel schlimmer wird, hatten wir aber nicht gerechnet“, so Detlef Meyer-Rongelraths am Mittwoch.
Kosten noch völlig unklar
Der Heimatverein hat am Mittwoch sofort die Gemeinde über die neuen Schäden informiert. Die Verwaltung will nun möglichst schnell zunächst versuchen, das Reetdach zu schließen, so dass nicht noch mehr Wasser ins Innere der Mühle eindringen kann. „Wir haben uns sofort auf den Weg gemacht“, so Gemeindesprecher Fritz Harders auf Nachfrage. Der zuständige Fachbereich sowie Vertreter des Bauhofes haben sich die Schäden angesehen, das bestätigt auch der Heimatverein.
Der Umstand, dass sich bereits Bodendielen verziehen und auch erste Balken aus dem Stützwerk von Mühle und Packhaus beschädigt sind, setzt ein noch größeres Fragezeichen über den tatsächlichen Zustand der Mühle in Pewsum. Laut Beschluss des Verwaltungsausschusses sollen 70.000 Euro für ein Gutachten zur Mühle in den Haushalt eingestellt werden. Das Problem: Der Haushalt ist noch nicht in der Beratung durch die Politik angekommen, wann er beschlossen wird, ist noch nicht bekannt. Doch ohne diese Grundlage kann nicht beziffert werden, wie viel die Instandsetzung genau kosten wird.
Zum Vergleich: Die Restaurierung der Mühlengalerie in Hinte schlug mit rund 60.000 Euro zu Buche. Auch die Galerie der Mühle in Pewsum ist seit Jahren gesperrt und müsste erneuert werden, außerdem müsste das Reetdach zumindest wieder geflickt werden. Je mehr Wasser durch Löcher im Reet ins Reetdach zieht, desto mehr muss ersetzt werden. Hinzu kommen die Schäden im Innern der Mühle.