Entwicklung
Wie steht es um die Förderprogramme?
Regelmäßig fließen hohe Fördersummen in die Krummhörn. Vor allem zwei Programme, eines davon speziell für Greetsiel, sollen die Lebensbedingungen verbessern.
Krummhörn - Sei es Dorfentwicklung, Wirtschaftswege oder die Sanierung historischer Gebäude: Ohne Geld aus Förderprogrammen geht in den meisten Kommunen eigentlich gar nichts mehr. Da macht die Krummhörn keine Ausnahme. Doch wie steht es vor allem um die großen Förderprogramme, die teilweise schon seit Jahren laufen?
Was und warum
Darum geht es: Die Gemeinde will den Marktplatz in Greetsiel sanieren und neu gestalten.
Vor allem interessant für: Krummhörnerinnen und Krummhörner, sowie diejenigen, die sich für die Verwendung von Fördergeldern im ländlichen Raum interessieren.
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie es um die Förderprogramme „7 Warfendörfer“ und den städtebaulichen Denkmalschutz in Greetsiel bestellt ist. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Hier sind vor allem das Dorfentwicklungsprogramm „7 Warfendörfer“ sowie das Sanierungsprogramm für Greetsiel zu nennen. Seit 2017 kann die Krummhörn über das Dorfentwicklungsprogramm Gelder bekommen, das Greetsieler Programm unter dem Label „Städtebaulicher Denkmalschutz“ läuft noch länger.
Es droht kein Rauswurf
Die Corona-Pandemie hatte zuletzt allerdings einige Bremsklötze ausgeworfen. So ist es beim Programm „7 Warfendörfer“ beispielsweise notwendig, dass regelmäßig ein Arbeitskreis tagt. Mit dem Arbeitskreis, der während der Pandemie nur unregelmäßig tagen konnte, „wurden rund 100 sogenannte Projektsteckbriefe erarbeitet“, erklärt die Gemeinde auf Nachfrage. Gerade in der Beantragung sei das Dorfgemeinschaftshaus Woltzeten. Über dieses Projekt wurde im vergangenen Jahr diskutiert, da die Sanierung des Gebäudes inklusive Außenanlage rund 846.000 Euro kosten soll. An Fördergeldern könnten maximal 500.000 Euro vom Land Niedersachsen in das Projekt fließen. Die übrigen fast 350.000 Euro müssten von der Gemeinde Krummhörn übernommen werden. Hohe Kosten für ein Dorf, das nur knapp 200 Einwohner zählt.
Im Zuge der Diskussion hieß es auch, dass der „Rauswurf“ aus dem Förderprogramm drohe, wenn nichts beantragt werde. Dies drohe, so die Verwaltung, durch die Beantragung nun nicht mehr. Eine Bewilligung des Projektes stehe aber noch aus, deswegen sei auch die genaue Höhe der Fördergelder noch offen. Wann es Post von der zuständigen Landesbehörde geben wird, sei noch unklar. Die Gemeinde hofft auf Mai – dann soll auch der Arbeitskreis erneut tagen.
Zwei Projekte umgesetzt
Bislang erfolgreich umgesetzt wurden über das Dorfentwicklungsprogramm die Erbsenbindereistraße und der Trockenstrand in Upleward als eine zusammenhängende Maßnahme und das Dorfgemeinschaftshaus Hamswehrum. Bei Gesamtinvestitionen von rund 1,5 Millionen Euro flossen hier fast 800.000 Euro an Fördergeldern in die Krummhörn.
Welche Projekte als nächstes über das Dorfentwicklungsprogramm umgesetzt werden sollen, „muss noch von dem Arbeitskreis und der Verwaltung erarbeitet und mit der Politik abgestimmt werden“, so die Verwaltung. Auf der Liste der „prioritären Projekte“, das zeigt der Blick in die Präsentation der Arbeitskreissitzung aus dem vergangenen Jahr, stehen noch das Dorfgemeinschaftshaus Canum, die Sanierung der Sporthalle Jennelt sowie die Erarbeitung von Mobilitätskonzepten und -angeboten.
Blick nach Greetsiel
Auch in Greetsiel geht es weiter. Hier sind in den vergangenen acht Jahren unter anderem Beträge zwischen 125.000 und 400.000 Euro in den städtebaulichen Denkmalschutz geflossen. „Saniert, umgestaltet und hergerichtet wurden in der Zeit die Straßen Herrenhof I und II, Am Leeger, Am Zingel, Zum Neuen Deich, Heuweg und Ostermuhdedeich. Als nächste Maßnahmen stehen der Marktplatz und die Sielstraße an“, heißt es dazu aus der Verwaltung.
Die Planungen für den Marktplatz „werden zunächst der Politik vorgestellt“, dem wolle die Verwaltung nicht vorgreifen. Ist dieser Schritt geschafft, soll es auch eine Bürgerinformationsveranstaltung geben.