Politik
Mehr Platz für die Jugend
Die Gemeinde Hinte stellt Weichen für einen Jugendplatz. Sie entkräftet gleichzeitig Gegenargumente, die in der Krummhörn gegen die gleiche Idee angeführt werden.
Hinte/Krummhörn - Die Gemeinde Hinte könnte bald einen „Jugendplatz“ bekommen, also einen Ort, an dem sich Jugendliche treffen können. Dieser soll mindestens Sitzmöglichkeiten und eine Überdachung haben, aber auch ein Grillplatz oder Möglichkeiten, um beispielsweise Tischtennis oder Basketball zu spielen, sind denkbar. Wo genau der Platz entstehen soll, ist noch offen – dennoch ist eine gewisse Eile geboten.
Was und warum
Darum geht es: Das Kinder- und Jugendparlament ist dem Wunsch nach einem Treffpunkt für Jugendliche in der Gemeinde Hinte einen Schritt näher gekommen.
Vor allem interessant für: Jugendliche, Eltern.
Deshalb berichten wir: Der zuständige Ausschuss hat nach etwas Diskussion die ersten Weichen in Richtung Jugendplatz gestellt. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Denn wenn es nach dem Willen der Hinteraner SPD, die den entsprechenden Antrag gestellt hat, geht, soll der Jugendplatz mit Fördermitteln aus dem Programm „Zukunft gestalten“ realisiert werden. Der Antrag fand im „Ausschuss für nachhaltige Gemeindeentwicklung“ trotz einiger Diskussion über den genauen Inhalt eine erste Zustimmung. Da bis August eine Entscheidung da sein muss und die ersten Arbeiten schon in diesem Jahr beginnen müssten, drängte die SPD, die sowohl im Ausschuss als auch im Rat die Mehrheit hat, auf die Entscheidung.
Fristen und Fördermittel
Die Grundidee selbst stammt aus dem Hinteraner Kinder- und Jugendparlament (Kijupa), unterstützt und vorbereitet wurde der Antrag unter anderem vom SPD-Ratsherrn Erik Heeren. Heeren ist Jugendpfleger in der Gemeinde Ihlow und bereitet auch dort einen Jugendplatz vor. „Insgesamt könnten im Landkreis Aurich nach den Vorgaben des Förderprogramms drei solcher Plätze entstehen.“ Durch den Beschluss in Hinte sei man nun in der Lage alles so vorzubereiten, dass – sollte der Rat zustimmen und wirklich Gelder kommen – die engen Fristen eingehalten werden können.
Wo der Platz gebaut wird, um man Synergieeffekte mit dem laufenden Dorfentwicklungsprogramm schaffen könne und wie genau der Platz gestaltet wird und inwieweit auch Vereine mit Angeboten am Platz unterstützen könnten und wollen, das kann und soll über die nun noch zu erledigende Detailplanung unter Einbeziehung der Jugendlichen geklärt werden. „Wir schließen damit auch eine Lücke“, sagt Heeren im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe Spielplätze für Kinder und Angebote für Senioren. „Nur die Jugendlichen werden immer weggescheucht.“ Bis zu 35.000 Euro könnten durch „Zukunft gestalten“ bewilligt werden.
Keine Daueraufsicht nötig
Bei der Diskussion im Ausschuss ging es auch am Rande über die Aufsicht. Dieser Grund wurde in der Nachbargemeinde Krummhörn bei einer ähnlichen Diskussion durch die dortige Jugendpflege auch immer wieder eingebracht. Der Tenor der Verwaltung in der Krummhörn: Die Gemeinde könne so einen Platz gar nicht schaffen, weil man zur Aufsicht gesetzlich gezwungen sei.
Dieses Argument kann Heeren so nicht nachvollziehen. „Die Jugendplätze sind da ähnlich wie Spielplätze. Auf denen gibt es ja auch keine Aufsicht rund um die Uhr“, sagt er. Natürlich müsse man, eben wie auch auf Spielplätzen, Regeln aufstellen und die auch vor Ort kenntlich machen. Aber eine feste Aufsichtsperson sei nicht nötig. Als Beispiel nennt Heeren auch den Skateplatz in Emden. Ein „Allheilmittel“ sei ein Jugendplatz zwar nicht, sagt der Jugendpfleger. Aber bislang gebe es, außerhalb von Sportvereinen, kein entsprechendes Angebot für Jugendliche.