Mein Garten und ich

Bye, bye Moos: Das hilft wirklich gegen den grünen Filz im Rasen

| | 11.04.2022 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit Dünger um sich schmeißen – das ist eine Strategie gegen Moos im Rasen. Wer zuvor eine Bodenprobe machen lässt, weiß genau, wie viel ausgebracht werden muss. Fotos: Ortgies
Mit Dünger um sich schmeißen – das ist eine Strategie gegen Moos im Rasen. Wer zuvor eine Bodenprobe machen lässt, weiß genau, wie viel ausgebracht werden muss. Fotos: Ortgies
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Nach dem Winter ist auf vielen Rasenflächen mehr Moos als Gras zu sehen. Wie wird man den lästigen Bewuchs los? Eine Gartenberaterin gibt Tipps. Wichtig: Der Rasen braucht Nahrung.

Rostrup - Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Wo ein fester Teppich aus grünen Grashalmen wachsen sollte, macht sich ein weicher Pelz aus Moos breit. Gartenbesitzer mit Rasen treibt das Gewächs oft zur Verzweiflung. Tipps, wie man es los wird, gibt es viele.

Aber was hilft am besten? Wir haben Nadja Krause, Beraterin von der Niedersächsischen Gartenakademie der Landwirtschaftskammer in Rostrup, nach der Wirksamkeit der gängigsten Methoden gefragt.

Guter Dünger lässt Gras wachsen

„Bei unserem Klima ist es kaum zu umgehen, dass nach dem Winter im Rasen Moos wächst“, sagt Nadja Krause. Mildes Wetter und Regen in der dunkleren Jahreszeit bilden dafür gute Bedingungen – der sonneliebende Rasen dagegen ist im Winterschlaf. Kein Wunder, dass Moos momentan Vorsprung hat. „Das Gras braucht viel Futter“, sagt die Gartenberaterin, weil es laufend geschnitten wird. Deshalb sollte der Rasen im Frühling mit einem stickstoffhaltigen Dünger versorgt werden. Das Wachstum der Halme setze bei etwa zwölf Grad ein, somit kommen die Nährstoffe jetzt genau richtig.

Bei gutem Wachstum verdrängt das Gras das Moos wieder. Mit einer Bodenprobe, die man zum Beispiel an die Lufa Nordwest einsendet, könne man genau ermitteln, was dem Boden fehlt. Nur wenn fast kein Gras mehr unter dem Moos zu finden ist, könnte es laut Krause notwendig sein, den Rasen ganz neu anzusäen. Meistens aber regeneriere sich der Rasen, sobald es heller und wärmer wird.

Nur nicht zu früh vertikutieren

Beim Kampf gegen das Moos kann man dem Gras durch Vertikutieren einen Vorsprung verschaffen – man dürfe es nur nicht zu früh machen. Zwar legen viele Gartenbesitzer schon jetzt mit dem Gerät los, das Moos ausrupft und den Boden anritzt. Das sei ungünstig, sagt Krause: „Mit dem Vertikutieren sollte man bis Mai warten.“ Der Grund ist wieder das Wachstum. Denn die Lücken, die beim Vertikutieren zwischen den Halmen entstehen, müssen schnell geschlossen werden. Das Blattwachstum des Rasens habe aber noch gar nicht richtig begonnen, so Krause. Sie empfiehlt deshalb, zwei Wochen vor dem geplanten Vertikutiertermin im Mai den Rasen mit einem guten Dünger zu versorgen. Vor dem eigentlichen Vertikutieren sollte der Rasen gemäht werden, so Krause. Danach bearbeitet man ihn mit dem Gerät.

Beim Vertikutieren holt man viel Moos, aber auch Grashalme heraus. Foto: Ortgies
Beim Vertikutieren holt man viel Moos, aber auch Grashalme heraus. Foto: Ortgies

Anschließend kann das Grün ziemlich gerupft aussehen. In die Lücken sollte direkt nachgesät werden. „Sonst werden die Lücken zwar wieder grün – aber mit dem Falschen“, warnt Krause. Beikräuter wie Löwenzahn oder Wegeriche finden sich an den kahlen Stellen schnell ein. Wer das nicht will, muss Grassamen ausbringen.

„Finger weg von Mischungen wie ,Berliner Tiergarten‘“, rät Krause. Besser sei es, gezielt eine Rasenmischung zu wählen, die zum jeweiligen Standort passt. Für trockene Flächen gebe es geeignete Samen ebenso wie für Schatten.

Mulchen spart das Düngen

Wer für seinen Rasenmäher einen Mulcheinsatz anschafft oder einen Rasenmähroboter einsetzt, bekommt den Dünger quasi frei Haus. „Der Rasenschnitt wird sehr fein gehäckselt und bleibt auf der Fläche“, sagt die Gartenberaterin. Der Vorteil: Nährstoffe bleiben dem Rasen erhalten. Sonst würde man den Dünger, den man vorher ausgebracht hat, mit dem Grasschnitt in der Biotonne oder auf dem Kompost landen.

Ein Handrasenmäher verteilt den Schnitt als Schnipsel, die dem Gras neue Nahrung zuführen. Foto: pixabay.com
Ein Handrasenmäher verteilt den Schnitt als Schnipsel, die dem Gras neue Nahrung zuführen. Foto: pixabay.com

Voraussetzung ist jedoch, dass wirklich regelmäßig mindestens einmal die Woche gemäht wird. Sonst wird das Gras zu lang, entsprechend mehr wird abgeschnitten. „Das verteilt sich dann nicht so schön, sondern bleibt auf dem Gras liegen“, sagt Krause. Das könne eher schaden als förderlich sein.

Eisen-II-Sulfat muss nicht sein

Einige Rasenbesitzer schwören auf Eisen-II-Sulfat. Das Mittel lässt das Moos absterben, dann kann man es aus dem Rasen herausharken. „Eine Glaubensfrage“, findet Krause. Sie hält es für sinnvoller, eine der vorgenannten Methoden zu wählen. Das Mittel werde ausgewaschen und lande früher oder später im Oberflächenwasser. Laut Ökotest kann das Mittel für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein. Am Grundübel ändert Eisen-II-Sulfat ohnehin nichts: Das Moos wird zurückkommen.

Mit einem Vertikutierrechen kann man dem Moos zu Leibe rücken. Foto: Ortgies
Mit einem Vertikutierrechen kann man dem Moos zu Leibe rücken. Foto: Ortgies

Nadja Krause regt zudem an, einen Teil des Rasens nicht oder nur selten zu mähen. In solch einem Wildrasen haben Beikräuter und Gräser die Chance zu blühen, was den Insekten zugute kommt. Moos hat zwischen solch hohen Halmen kaum noch eine Chance – oder man sieht es zumindest nicht.

Weitere Tipps für Hobbygärtner gibt es am Gartentelefon der Niedersächsischen Gartenakademie. Die Beraterinnen sind montags und freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 04403 / 983811 erreichbar.

Gartenzeit

Ich muss gestehen, angesichts des schlechten Wetters der letzten Tage steht es mit meiner Stimmung nicht zum Besten. Aber ich versuche hoffnungsfroh den nächsten Wochen entgegen zu blicken, die uns vielleicht mit Sonnenschein verwöhnen werden. Aber wie immer gab es sogar in diesen Tagen Schönes zu entdecken. So sah ich heute in einem Vorgarten einen großen, herrlichen Tulpenbaum so prächtig blühen, dass der Tag gleich viel heller wurde. Was für eine Pracht. Tulpenbaum – die Verwirrung liegt nahe. Hier ist natürlich die Magnolie gemeint, die sich mit großen, tulpenähnlichen, rosa-weißen Blüten schmückt.

Der Liriodendron heißt Tulpenbaum – es besteht Verwechslungsgefahr mit der Magnolie. Foto: Pixabay.com
Der Liriodendron heißt Tulpenbaum – es besteht Verwechslungsgefahr mit der Magnolie. Foto: Pixabay.com

Aber auch der Liriodendron wird als Tulpenbaum bezeichnet. Er gehört ebenfalls in die Familie der Magnoliengewächse, trägt glänzende, besonders dekorative Blätter und blüht im Mai, Juni mit großen, gelborangen Blüten. Mit einer Höhe und Breite von über drei Metern passt er wohl eher in einen größeren Garten und man braucht viel Geduld, um sich an den Blüten erfreuen zu können – sie erscheinen erst nach ungefähr fünfzehn Jahren.

Disteln warten auf den Sommer

Da ist für Gartenbesitzer mit weniger Geduld und vor allem mit kleineren Gärten die Stern-Magnolie besser geeignet. Sie wächst als Strauch, kann zwar zwei Meter hoch werden, ist aber längst nicht so breit im Wuchs. Sie blüht schneeweiß sehr früh im Jahr und duftet, einfach wunderbar. Leider sind ihre frühen Blüten frostgefährdet, hier muss man etwas Vorsorge treffen oder einen geschützten Standort wählen.

Schon bin ich dabei zu träumen. In Erwartung eines trockenen Sommers habe ich mir einige Disteln zugelegt. Ich habe mich für Garten-Mannstreu/Eryngium bourgati entschieden. Die Staude lockt Bienen und Insekten an, steht aufrecht im Beet und blüht in einem strahlenden Blau. Daneben gibt es noch silber und sogar schwarz blühende Edeldisteln, die Auswahl ist groß. Kombiniert mit Gräsern, Blauraute (Perovskia), Sonnenhut (Echinacea) werden sie im Spätsommer ein wunderbares Bild abgeben und der Pflegeaufwand wird sich in Grenzen halten – hoffentlich. (Christiane Denecke)

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