Betreuung
Kita-Plätze in Moormerland: Eltern schließen sich zusammen
Die Gemeinde Moormerland hat für das neue Kindergartenjahr zu wenig Plätze für alle angemeldeten Kinder. Eltern in der Gemeinde wollen sich damit nicht abfinden. Sie planen eine Vereinsgründung.
Moormerland - Eltern in Moormerland sind verunsichert: Sie wissen nicht, ob sie in diesem Jahr für ihr Kind im Anschluss an die Krippe oder Tageseltern einen Platz im Kindergarten bekommen werden. Noch läuft bei der Gemeindeverwaltung das Vergabeverfahren. Aber der zuständige Dezernent Timo Pistoor bestätigt: „Wir wissen, dass wir zu wenig Plätze haben werden.“
Was und warum
Darum geht es: In Moormerland zeichnet sich ein Mangel an Kindergartenplätzen ab.
Vor allem interessant für: Eltern von Kindern zwischen drei und sechs Jahren
Deshalb berichten wir: Eine Gruppe von Eltern will sich zusammenschließen und hat unsere Redaktion angesprochen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Bei einigen Eltern weckt das Existenzängste, wie Sandra Buß-Nowak als Sprecherin einer Elterngruppe mitteilt: „Viele von uns haben gerade ein Haus gebaut oder gekauft, bei vielen von uns sind beide Elternteile berufstätig, um die Familie finanzieren zu können.“ Nicht alle Eltern könnten auf familiäre Unterstützung, zum Beispiel von Großeltern zurückgreifen. Es gebe sehr viele offene Fragen im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung in Moormerland. So wüssten viele Eltern nicht, ob sie überhaupt einen Platz bekommen, oder wenn ja, in welchem Ortsteil. Auch Pistoor kann darauf derzeit keine Antwort geben. Noch seien nicht alle Anmeldungen da. Das hat mit den sogenannten Flexi-Kindern zu tun. Das sind Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September Geburtstag haben. Deren Eltern haben die Möglichkeit, den Schulbeginn um ein Jahr zu verschieben. „Sie haben noch eine Frist bis zum 1. Mai, bis sie sich entscheiden“, sagt Pistoor.
Container sollen Zwischenlösung bringen
Die Gemeinde arbeite bereits an einer Übergangslösung, um allen Eltern ein Betreuungsangebot im Kindergarten machen zu können. Dafür sollen Container aufgestellt werden, die vorzugsweise an einen Kindergarten „andocken“ sollen, also keine eigenständige Kita bilden. 200.000 Euro sind dafür bereits im Haushalt eingeplant. Die Ratsfraktionen wollen die Entscheidung, wo die Übergangslösung aufgebaut werden soll, nicht der Verwaltung überlassen. Pistoor sagt, die Frage werden im Sozialausschuss beraten, einen Termin gibt es noch nicht.
Die betroffenen Eltern fragen sich jedoch, wo dafür das Fachpersonal herkommen soll, wo es bereits jetzt in den Kindergärten an allen Ecken und Enden fehle. Eine Gruppe von 23 Eltern habe sich zusammengefunden, die diesen Zustand nicht mehr hinnehmen wolle, so Buß-Nowak. Eventuell solle ein Verein gegründet werden, um die Ansprüche und Rechte der Eltern zu vertreten: „Wir Eltern und vor allem unsere betroffenen Kinder, denen mit den fehlenden Kindergartenplätzen schlichtweg Sozialisierungs- und Bildungsmöglichkeiten abhandenkommen, wollen gehört und gesehen werden.“
Es gehe nicht darum, jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben, betont sie. Es solle vielmehr der Dialog mit der Gemeinde gesucht werden, um gemeinsam langfristige Lösungen zu finden. Wer Interesse daran habe, die Gruppe zu unterstützen, sei eingeladen, der Facebook Gruppe „Starke Eltern für starke Kinder in Moormerland“ beizutreten. Ansprechpartnerin ist Sandra Buß-Nowak.