Bildung
Moormerland muss drei Kita-Gruppen aus Boden stampfen
Die Gemeinde Moormerland tüftelt an der Vergabe der raren Kindergartenplätze. „Wir wollen zum 1. August allen Eltern ein Angebot machen“, kündigt die Verwaltung an. Einige Entscheidungen fallen ganz knapp vorher.
Moormerland - Vor rund zwei Wochen hatte Timo Pistoor, Sozialdezernent bei der Gemeinde, unumwunden zugegeben, dass es dieses Jahr in Moormerland zu wenig Kindergartenplätze gibt. Im Rathaus wird an der Lösung dieses Problems gearbeitet, und immerhin gibt es für dieses nun eine Zahl: „Wir werden für drei Gruppen eine Lösung finden müssen.“
Was und warum
Darum geht es: In Moormerland machen sich Eltern Sorgen, ob sie einen Platz für ihr Kind im Kindergarten bekommen. Die Gemeinde arbeitet an einer Lösung.
Vor allem interessant für: Eltern in und außerhalb von Moormerland
Deshalb berichten wir: Kürzlich hatte sich eine Elterninitiative gegründet. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Das bedeutet, dass es etwa 75 Kinder gibt, die rechnerisch noch keinen Platz in einem der sechs Kindergärten in Moormerland haben. In einem Gespräch mit unserer Redaktion zeigten sich Pistoor und Bürgermeister Hendrik Schulz (SPD) zuversichtlich, diese Plätze noch schaffen zu können. „Wir werden zum 1. August allen Eltern einen Platz für ihr Kind anbieten“, sagte Schulz. Schon jetzt machen sich viele Eltern Sorgen, ob sie den für ihr Kind beantragten Kindergartenplatz bekommen werden. Es gibt sogar schon eine Initiative, die die Interessen der Eltern vertreten will. Einige von ihnen hätten Existenzsorgen, weil sie finanziell auf zwei Einkommen angewiesen sind, teilte Sandra Buß-Nowak, Sprecherin der Initiative mit.
Viele Variablen in der Rechnung
„Diese Sorgen können wir nachvollziehen“, versicherte Dezernent Pistoor. Aus mehreren Gründen sei eine schnellere Vergabe der Plätze jedoch nicht möglich. Zum einen haben die Eltern sogenannter Flexi-Kinder noch eine Frist bis zum 30. April. Es geht um Kinder, die das sechste Lebensjahr in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September vollenden. Die Eltern haben die Möglichkeit, sie ein weiteres Jahr im Kindergarten zu lassen, statt sie in die Schule zu schicken. Diese Frist müsse abgewartet werden, so Pistoor.
Dann haben etliche Eltern ihr Kind in mehreren Einrichtungen angemeldet, und die Anmeldungen für die privaten Kindergärten Spatzennüst und Kleiner Leuchtturm laufen gesondert bei deren Träger. „Wir wissen augenblicklich nicht, was an Flüchtlingen aus der Ukraine auf uns zukommt“, sagte Bürgermeister Schulz. Es könnte zudem sein, dass ukrainische Kinder ebenfalls in Kitas untergebracht werden müssen. Der Gemeinde sind rechtlich starre Grenzen bei der Gruppengröße gesetzt: 25 Kinder pro Gruppe, mehr geht nicht. Ab dem 26. Kind muss eine weitere Gruppe eingerichtet werden, aber für diese müssten Räume und Personal da sein. Eine Ausnahme gebe es vorläufig aufgrund des Kriegs in der Ukraine, aber diese laufe zum 31. Juli, also zum neuen Kita-Jahr, aus.
Container als schnelle Hilfe
Um kurzfristig Kapazitäten für die rechnerisch 75 unversorgten Kinder zu schaffen, sollen Container aufgestellt werden. Diese sollen an bestehende Kitas angegliedert und von denen betrieben werden. Der Standort richtet sich nach dem Bedarf, sagte Schulz: „Wir werden nicht an jedem Kindergarten einen zusätzlichen Container aufstellen können.“ Der Gemeinderat hat einen Betrag von 200.000 Euro bewilligt.
Wo aktuell die größte Nachfrage nach Kindergartenplätzen herrscht, vermochte Pistoor nicht zu sagen: „Das schwankt von Jahr zu Jahr.“ Aber natürlich gebe es in einwohnerstarken Ortsteilen wie Veenhusen oder Warsingsfehn die meisten Anmeldungen. Ein vorläufiges Konzept, wo die Container stehen sollen, könnte dem Sozialausschuss für die Sitzung am 10. Mail vorgelegt werden, sagte Schulz. Die Entscheidung treffe der Gemeinderat.
Erweiterung in Planung
Wenn auch allen Eltern für jedes angemeldete Kind ein Angebot gemacht werden soll, können Pistoor und Schulz nicht versprechen, dass der Kitaplatz am Wohnort sein wird, oder dass Geschwister grundsätzlich in denselben Kindergarten gehen können. „Wir bemühen uns nach Kräften darum“, versicherte Pistoor, aber es werde wohl nicht immer klappen. Die Plätze würden zudem nach Absprache mit den Kindergärten vergeben, und diese „wägen nach pädagogischen Grundsätzen ab“, sagte Schulz.
Um nicht im nächsten Jahr vor demselben Problem zu stehen, ist bereits eine Erweiterung des Kindergartens in Jheringsfehn in Planung. Zudem warte man auf den Baubeginn des Kindergartens der Lebenshilfe in Warsingsfehn. „Es liegen zudem weitere Angebote von freien Trägern vor“, sagte Pistoor. Für die eigenen Einrichtungen habe die Gemeinde aktuell weitere Erzieherinnen eingestellt, so dass sich die zuletzt durch Krankheitsfälle angespannte Personallage etwas verbessere. Bewerbungen werden dennoch jederzeit entgegen genommen, so Schulz.