Entwicklung

Gemeinde Hinte möchte mehr vom Tourismus profitieren

| | 27.04.2022 14:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie können sowohl Hinte-Ort als auch die anderen Orte in der Gemeinde künftig mehr vom Tourismus profitieren? Damit beschäftigen sich seit gut einem Jahr Studierende der Hochschule Emden/Leer. Symbolfoto: Hock
Wie können sowohl Hinte-Ort als auch die anderen Orte in der Gemeinde künftig mehr vom Tourismus profitieren? Damit beschäftigen sich seit gut einem Jahr Studierende der Hochschule Emden/Leer. Symbolfoto: Hock
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Während die Krummhörn darüber diskutiert, ob es nicht vielleicht schon zu viel Tourismus vor Ort gibt, möchte man in Hinte erstmal einen nennenswerten Tourismus entwickeln. Stundenten stellten Pläne vor.

Hinte/Emden - Wie kann Hinte mehr Einnahmen durch Tourismus generieren? Mit dieser Frage beschäftigen sich schon seit vergangenem Jahr Studierende der Hochschule Emden/Leer. In der vergangenen Ratssitzung wurden erste Ergebnisse vorgestellt. Nun sind die Hinteraner gefragt, erste Maßnahmen auszuwählen, die schon in diesem Jahr umgesetzt werden sollen.

Die touristischen Potenziale der Gemeinde, die an sich günstig im Gebiet direkt an der Stadt Emden und der touristisch bereits besser vermarkteten Gemeinde Krummhörn liegt, werden bislang kaum ausgeschöpft. Darin sind sich die Beteiligten, darunter Politik und Verwaltung, einig. Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) will Touristen, und damit auch mehr Geld für den Haushalt, schon länger in die Gemeinde locken. Ganz vorne auf der Wunschliste: ein Wohnmobilstellplatz.

Weiteres Hoffen auf Wohnmobilstellplatz

Das betonte Redenius in der Vergangenheit mehrfach gegenüber unserer Zeitung, sah dies aber nie als alleinige Maßnahme an. „Wohnmobilstellplätze sind verhältnismäßig schnell umzusetzen und rentieren sich in kürzester Zeit“, betont der Bürgermeister auch jetzt. Und tatsächlich finden sich in dem Maßnahmenpaket, welches Dozentin Silke Reblin und Studentin Janine Lutsch dem Rat vorstellten, auch die Wohnmobilstellplätze. Aber nicht nur.

Insgesamt 67 Maßnahmen haben mehrere Gruppen von Studierenden in den vergangenen zwölf Monaten nach vorausgegangenen Interviews und Analysen erarbeitet. Von diesen 67 Maßnahmen wurden elf ausgewählt, die kurzfristig umsetzbar sind. Hiervon sollen wieder zwei bis vier Maßnahmen bis Mai ausgewählt werden, die dann, wiederum begleitet von Studierenden der Hochschule, sehr schnell umgesetzt werden sollen.

Kleine und größere Maßnahmen möglich

Die Auswahl soll zusammen mit Verwaltung und Politik sowie Akteuren aus der Gemeinde wie dem Fremdenverkehrsverein getroffen werden. Neben den Wohnmobilstellplätzen stehen noch zur Auswahl: Flyer, eine Vernetzung mit den Touristikern in den Nachbargemeinden, Büchertelefonzellen, Kirchturmtouren, bessere Beschilderungen, ein Ausflugsschiff und auch ein Weihnachtsmarkt. Zusätzlich könne man, so das Ergebnis der Analysen, einen Schwerpunkt auf Urlauber mit Hund setzen und auch „Paddel & Pedal“ sei eine Möglichkeit für Hinte.

Aber auch eine bessere Vernetzung mit dem Bustourismus sollte angestrebt werden. Von 35 Busreiseunternehmen im Umkreis um 250 Kilometern in Hinte würden, so das Ergebnis der Studierenden, nur drei Ziele in den direkten Nachbargemeinden anbieten. Reiseziele in Hinte selbst würden von keinem der 35 Anbieter im Programm geführt, auch wenn es ohne Frage Reisebusse gibt, die zumindest den schiefen Kirchturm in Suurhusen ab und an ansteuern. „Ausbaufähig“ ist die nüchterne, aber klare Schlussfolgerung in der Präsentation.

Ab Mai soll umgesetzt werden

Der Zeitpunkt für die Erarbeitung eines Konzeptes für den Tourismus ist günstig: aktuell läuft das Dorfentwicklungsprogramm in der Gemeinde. Hierüber ist es auch möglich, dass Projekte gefördert werden, die auch unter touristischen Gesichtspunkten interessant sind.

Bereits jetzt gebe es, so die Studierenden der Hochschule, ein starkes Engagement durch die Einwohnerinnen und Einwohner. Darauf könne man unter anderem aufbauen. Schwächen gebe es hingegen nicht nur bei den vorhandenen touristischen Angeboten, sondern auch in der Infrastruktur. „Gefährliche Fahrradwege“ wird in der Präsentation als ein Punkt hervorgehoben. Dabei sei Radtourismus durchaus eine ernstzunehmende Chance für die Gemeinde.

Bis Mai sollen sich die Beteiligten für die ersten umzusetzenden Maßnahmen entscheiden. Begleitet wird der Prozess noch mindestens bis Februar kommenden Jahres durch die Hochschule. „Das Thema trifft auf großes Interesse in der Gemeinde“, so Redenius. Das merke man an den Rückmeldungen, aber auch in Gesprächen.

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