Betreuung
Stadt Weener braucht dringend weitere Krippenplätze
In Weener werden beim Start des neuen Kindergartenjahres 25 Krippenplätze fehlen – und im Kindergartenbereich geht das Betreuungsangebot am Bedarf vorbei. Die Situation könnte sich sogar noch zuspitzen.
Weener/Bunde - Eigentlich haben Mütter und Väter einen Rechtsanspruch darauf, ihre Kinder im Alter von 0 bis drei Jahren in einer Kinderkrippe betreuen zu lassen. Für die Stadt Weener steht jetzt schon fest, dass sie die Anforderungen nicht erfüllen kann. Sie kann den Platzbedarf nicht decken. Die Lage ist dramatisch: Wenn im August das neue Kindergartenjahr startet, werden 25 Kinder auf einer Warteliste für einen Krippenplatz stehen.
Was und warum
Darum geht es: In der Stadt Weener werden dringend neue Krippenplätze benötigt. Und auch das Angebot an Kindergartenplätzen ist nicht bedarfsgerecht.
Vor allem interessant für: Eltern und Erziehungskräfte
Deshalb berichten wir: Im Jugend- und Sozialausschuss hat die Verwaltung über die aktuelle Situation berichtet. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Es konnte bei der Platzvergabe bislang aber sichergestellt werden, dass alle Kinder, deren Eltern auf eine Betreuung angewiesen sind, weil sie arbeiten gehen müssen, einen Krippen- oder Kindergartenplatz erhalten“, sagte Erster Stadtrat Hermann Welp in der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses. Laut Welp bräuchte die Stadt Weener eine weitere Einrichtung, „idealerweise eine Kombination aus Krippe und Kindergarten wie an der Floorenstraße“.
Nachfrage könnte weiter ansteigen
Etwas entspannter stellt sich die Situation im Kindergartenbereich dar. Rein rechnerisch erfüllt die Stadt hier die vom Landkreis Leer vorgegebene Quote. Die 19 auf Wartelisten geführten Kinder könnten rechnerisch auf 16 freie Nachmittag- und fünf Vormittagsplätze verteilt werden. Ob die Eltern tatsächlich von dem Angebot gebrauch machen werden, sei offen. „Denn die meisten Eltern wollen einen Vormittagsplatz“, machte Welp deutlich. Fünf freie Plätze seien in Stapelmoor noch vorhanden. Das könnte für einige Eltern möglicherweise wegen der Entfernung vom Wohnort ein Problem sein.
Durch die Kinder von Flüchtlingen aus der Ukraine könnte der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen in der Stadt sogar noch steigen. „Es sind noch nicht so viele, aber einige sind schon in den Einrichtungen untergebracht“, sagte Welp auf Nachfrage. Wenn die Zahlen steigen, müsste sich die Verwaltung Gedanken über niedrigschwellige Betreuungsangebote machen.
Auch in Bunde fehlen Plätze
Die Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, dass die Verwaltung prüfen soll, in welchen vorhandenen städtischen Einrichtungen und Liegenschaften neue Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen werden könnten. In der nächsten Sitzung soll es um die Frage gehen, ob Kirchen, andere Träger oder die Stadt Weener selbst eine Betreuungseinrichtung schaffen soll. Bereits seit längerer Zeit geplant ist die Umnutzung der bisherigen Stadtbücherei am Vogelsangparkplatz, weil der Kindergarten „Bunte Welt“ sich gleich nebenan befindet, ist die Lage ideal. Bis zum Auszug der Bücherei, die in der Westerstraße ein neues Domizil bekommen soll, wird es noch dauern. Nach Einschätzung der Verwaltung ist mit einer Fertigstellung des dort geplanten Bürgerhaus mit Bücherei nicht vor 2024 zu rechnen.
Auch die Gemeinde Bunde hat aktuell zu wenige Krippenplätze. Dort können 20 Kinder im Krippenalter nicht unterbracht werden. Die Eltern müssen sich bis Dezember gedulden. Dann sollen die neuen Räume der Kinderkrippe am Leege Weg eröffnet werden. Berufstätigen, die auf eine Betreuungsmöglichkeit angewiesen sind, hat die Verwaltung aber ein Angebot machen können. In Bunde hat man sich vorsorglich schon für einen steigenden Bedarf an weiteren Plätzen gerüstet. Die neue Einrichtung am Leege Weg hat einen Raum als Reserve für die Einrichtung einer weiteren Krippengruppe.