Luftfahrt
Zwei Menschen sterben bei Flugzeugabsturz in Mariensiel
Am Montagmittag ist im Kreis Friesland ein Flugzeug kurz vor der Landebahn abgestürzt. Experten sollen herausfinden, was die Gründe für das Unglück waren. Auch die Staatsanwaltschaft ist involviert.
Sande - Bei einem Flugzeugabsturz am Jade-Weser-Airport in Mariensiel sind am Montagmittag zwei Menschen gestorben. Nach Angaben der Polizei haben die Beamten um 12.18 Uhr von dem Absturz erfahren. Zeugen hätten beschrieben, dass das Ultraleichtflugzeug aus rund 60 Metern Höhe ungebremst in die Tiefe gestürzt sei. „Bestätigen im Sinne von beweisen lässt sich das zumindest zum aktuellen Zeitpunkt allerdings nicht“, so eine Pressesprecherin. Bei dem Piloten handele es sich um einen Mann, der ihm 1963 geboren sei, so die Sprecherin. „Näheres zu seiner Person wird derzeit noch nicht veröffentlicht“, heißt es. Die zweite tote Person habe bislang nicht eindeutig identifiziert werden können, schreiben die Beamten in einer Pressemitteilung.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Personen zunächst zu einem Ausflug gestartet, musste aber wegen eines noch nicht näher bekannten technischen Problems zum Flugplatz zurückkehren. In der Nähe der Start- und Ladenbahn ist es zum Absturz gekommen. Die Polizei schreibt, dass das Unglück „möglicherweise auf einen Strömungsabriss zurückzuführen“ sei. Bei einem Strömungsabriss verwirbelt sich die Luft oberhalb der Tragfläche – was dazu führt, dass der Flügel den Auftrieb verliert. Das Flugzeug kippt nach vorn und fliegt nicht mehr, sondern fällt. Mit einem technisch einwandfreien Flugzeug, dem richtigen Manöver und ausreichender Höhe lässt sich die Maschine wieder abfangen und stabilisieren. Was im vorliegenden Fall dazu führte, dass das misslang, ist noch unklar.
Experten sind bereits eingetroffen
Bei dem verunglückten Flugzeug handel es sich nach Angaben der Polizei um das Modell Roland Aircraft Z 602. Laut dem Hersteller besitzt das Ultraleichtflugzeug über eine Spannweite von 8,19 Metern und ist 6,10 Meter lang. Verbaut ist ein 100-PS-Motor, der – je nach Ausführung – eine Höchstgeschwindigkeit zwischen 230 und 243 Kilometern pro Stunde erlaubt. Die Reisegeschwindigkeit liegt zwischen 200 und 230 Kilometern pro Stunde. Der Hersteller wirbt mit „ausgewogenen und gutmütigen Flugeigenschaften“ sowie „unkritischen Langsamflug-Eigenschaften“.
Am Montagnachmittag sind Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Mariensiel eingetroffen. Laut Polizei haben sie die „Untersuchung zur Ermittlung der Umstände“ aufgenommen. Die Aufgabe der BFU ist es, die Ursache von Flugunfällen herauszufinden. Dabei geht es nicht etwa darum, einen Schuldigen auszumachen oder die Haftungsfrage zu klären, sondern darum, Erkenntnisse zu gewinnen, um künftige Unfälle zu verhindern. Ebenfalls eingeschaltet wurde die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Einem Sprecher zufolge werden die Akten nach Oldenburg geschickt, damit dort ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet werden könne. Dieses Verfahren soll klären, ob ein Fremdverschulden zum Tod der beiden Menschen geführt haben könnte.